Bundesanstalt für Straßenwesen

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Gurte, Kindersitze, Helme und Schutzkleidung – 2021

Die Sicherungsquoten erwachsener Pkw-Insassen haben sich im Jahr 2021 in nahezu allen Kollektiven gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht; eine leichte Abnahme ist für die Fondinsassen zu verzeichnen. Die Verwendung von Kinderrückhaltesystemen auf Landstraßen ist bei älteren Kindern gestiegen. Im Jahr 2021 haben weniger motorisierte Zweiradfahrer Schutzkleidung getragen. Die Tragequoten von Fahrradhelmen sind insgesamt gestiegen, insbesondere im mittleren Erwachsenenalter, bei Jüngeren und Älteren jedoch gesunken. Die Sicherungsquoten im Güterkraftverkehr sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Gurtanlegequoten von erwachsenen Pkw-Insassen Entwicklung der Gurtanlegequoten von erwachsenen Pkw-Insassen (bis 1996: nur westliche Bundesländer, ab 1997: gesamtes Bundesgebiet)

Erhebungsmethode

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) führt jährlich Verkehrsbeobachtungen in jeweils denselben 6 Ergebungsregionen in Deutschland durch, bei denen die Sicherungsquoten von Pkw-Insassen und das Tragen von Schutzhelmen und Schutzkleidung auf Zweirädern erfasst werden. Die Beobachtungen erfolgen jeweils in 2 Erhebungsperioden im Juni und September. Die Beobachtungen finden für den Pkw-Verkehr innerorts, außerorts und an Autobahnen statt. Die Erhebungen zur Sicherung bei der Zweiradbenutzung erfolgen generell nur im Innerortsverkehr. Die Sicherung im Güterkraftverkehr wird auf Landstraßen und Autobahnen beobachtet. Für die Betrachtung des Sicherungsverhaltens im Querschnitt der Straßenarten werden die auf den einzelnen Straßenarten ermittelten Quoten anhand der jeweils aktuellen Daten zur Fahrleistung in Deutschland gewichtet. Das standardisierte, jährlich in derselben Weise durchgeführte Erhebungsverfahren ermöglicht eine kontinuierliche Fortschreibung der Entwicklung des Schutzverhaltens.

Den aktuellen Ergebnissen liegen Beobachtungen von 18.586 Pkw mit 25.444 erwachsenen Pkw-Insassen zugrunde, ergänzt um eine Zusatz-Stichprobe von 2.926 erwachsenen Fondinsassen und 5.765 kindersitzpflichtigen Kindern (bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres). Die Beobachtungen des Zweiradverkehrs des Jahres 2021 umfassen 16.199 Radfahrer sowie 5.616 motorisierte Zweiradfahrer innerorts, die Erhebungen im Güterkraftverkehr 4.500 Fahrzeuge.

Ergebnisse

Dargestellt sind die Ergebnisse für das Jahr 2021. Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Jahr 2020.

Sicherung von Pkw-Insassen

Erwachsene Pkw-Insassen

Die Gesamtsicherungsquote von erwachsenen Pkw-Insassen (Fahrer, Beifahrer und Fondinsassen) lag im Querschnitt aller Straßen bei 98,8 (98,1) Prozent. Auf Autobahnen waren 98,9 (98,8), auf Landstraßen 99,0 (98,5) und im Innerortsbereich 98,4 (96,7) Prozent aller beobachteten erwachsenen Pkw-Insassen mit einem Gurt gesichert.

Bezogen auf die Fahrer lag die Sicherungsquote im Querschnitt aller Straßenarten im Jahr 2021 bei 99,2 (98,1) Prozent. Auf Autobahnen sicherten sich 99,3 (98,9), auf Landstraßen ebenfalls 99,3 (98,7) und im Innerortsbereich 99,0 (96,3) Prozent der beobachteten Fahrer mit einem Gurt.
Für die erwachsenen Personen auf dem Beifahrersitz im Pkw vorne lag die Sicherungsquote im Querschnitt aller Straßenarten bei 98,2 (97,6) Prozent: Auf Autobahnen waren 98,6 (98,0), auf Landstraßen 98,9 (97,4) und auf Innerortsstraßen 96,6 (97,4) Prozent der beobachteten Erwachsenen auf dem Beifahrersitz vorne gesichert.

Für erwachsene Fondinsassen lag die Sicherungsquote im Querschnitt aller Straßenarten im Jahr 2021 bei 96,1 (98,5) Prozent. Auf Autobahnen waren 96,9 (99,1), auf Landstraßen 96,7 (98,3) und innerorts 94,0 (98,3) Prozent der beobachteten erwachsenen Fond-insassen mit einem Gurt gesichert.

Kinder

Insgesamt waren 2021 im Querschnitt aller Straßen-arten 98,7 Prozent der beobachteten Kinder im Pkw gesichert: auf Autobahnen 99,3, auf Landstraßen 98,9 und im Innerortsbereich 97,6 Prozent der Kinder (Bild 2). Im Vorjahr waren die beobachteten Kinder in allen Kollektiven nahezu ausnahmslos gesichert.

Der Anteil der Verwendung von Kinderrückhaltesystemen lag auf Landstraßen bei 95,8 (94,4) und innerorts bei 87,3 (91,2) Prozent.

Die Grafik zeigt die Sicherung von Kindern im Pkw – innerorts Sicherung von Kindern im Pkw – innerorts (bis 1996: westliche Bundesländer, ab 1997: gesamtes Bundesgebiet)

In der Altersgruppe bis 5 Jahren wurden auf Landstraßen 98,0 (98,9), auf Innerortsstraßen 93,1 (95,9) Prozent mit Kinderrückhaltesystemen gesichert. Auf Landstraßen waren in dieser Altersgruppe 1,4 (1,1), auf Innerortsstraßen 5,4 (4,1) Prozent der beobachteten Kinder mit Erwachsenengurten und damit nicht altersgerecht gesichert.

Kinder ab 6 Jahren waren auf Landstraßen zu 94,1 (89,8) Prozent mit Kindersitzen gesichert. Auf Innerortsstraßen lag die Benutzung von Kindersitzen in dieser Altersgruppe bei 84,0 (87,4) Prozent. Auf Landstraßen wurden 4,3 (10,2) und auf Innerortsstraßen 13,2 (12,6) Prozent der Kinder ab 6 Jahren mit Erwachsenengurten und damit nicht altersgerecht gesichert.

Helm und Schutzkleidung auf dem Motorrad (innerorts)

Tragen des Schutzhelms

Von den beobachteten Nutzern motorisierter Zweiräder trugen im Jahr 2021 99,5 (97,6) Prozent der Fahrer und 99,2 Prozent der Mitfahrer einen Schutzhelm. Im Vorjahr trugen nahezu alle Mitfahrer einen Schutzhelm, wobei die Aussagekraft der Daten aufgrund des geringen Stichprobenumfangs der Mitfahrer in 2020 sehr gering war.

Tragen von Schutzkleidung

Der Anteil motorisierter Zweiradfahrer, die ergänzend zum Helm Schutzbekleidung trugen, lag bei 45,9 (68,6) Prozent. 24,6 (38,9) Prozent trugen eine komplette Schutzkleidung.

42,6 (27,4) Prozent der Mitfahrer motorisierter Zweiräder trugen neben dem Helm weitere Schutzbekleidung, 30,2 (17,9) Prozent trugen eine komplette Schutzkleidung. Auch hier sind die Ergebnisse aufgrund des geringen Stichprobenumfangs der Mitfahrer sehr zurückhaltend zu interpretieren.

Die Grafik zeigt das Tragen von Schutzhelm und -bekleidung bei motorisierten Zweiradfahrern – innerorts Tragen von Schutzhelm und -bekleidung bei motorisierten Zweiradfahrern – innerorts (bis 1995: westliche Bundesländer, ab 1997: gesamtes Bundesgebiet)

Schutzhelm auf dem Fahrrad (innerorts)

Im Jahr 2021 trugen über alle Altersgruppen hinweg 31,7 (26,2) Prozent aller beobachteten Fahrradfahrer einen Schutzhelm.

76,6 (82,1) Prozent der Kinder von 6 bis 10 Jahren trugen 2021 einen Fahrradhelm. Bei den 11- bis 16-Jährigen lag die Helmnutzung bei 38,5 (54,4) Prozent. Von den 17- bis 21-Jährigen trugen 20,8 (17,8), von den 22- bis 30-Jährigen 18,3 (23,5), von den 31-bis 40-Jährigen 30,4 (15,2), von den 41-bis 60-Jährigen 34,0 (26,4) und von den ab 61-Jährigen 40,5 (43,3) Prozent einen Fahrradhelm.

Die Grafik zeigt die Fahrradhelmnutzung nach Altersgruppen – innerorts Fahrradhelmnutzung nach Altersgruppen – innerorts

Sicherung im Güterkraftverkehr

Die Gesamtsicherungsquote der Fahrer im Güterkraftverkehr lag im Verkehrsquerschnitt (Autobahn, Landstraße) bei 92,7 (87,2) Prozent. Auf Autobahnen waren 93,4 (87,8) und auf Landstraßen 91,9 (86,4) Prozent der Beobachteten durch einen Gurt gesichert.

Fahrer von Lkw mit deutschem Kennzeichen waren im Querschnitt aller Straßen zu 93,5 (86,9) Prozent gesichert, Fahrer mit ausländischem Kennzeichen zu 90,5 (87,8) Prozent.

Im Verkehrsquerschnitt sicherten sich Fahrer von Lkw bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht zu 95,3 (90,8) Prozent, Fahrer von Lkw über 3,5 Tonnen zu 89,9 (80,9) Prozent und Fahrer von Lastzügen zu 92,7 (87,3) Prozent.

Die Grafik zeigt die Gurtanlegequoten im Güterverkehr – Verkehrsquerschnitt Gurtanlegequoten im Güterverkehr – Verkehrsquerschnitt

Bibliographische Angaben

Bericht:

Sicherung durch Gurte und andere Schutzsysteme 2020 und 2021 – Erhebung 2021
Bericht zum Forschungsprojekt 83.0040, Bundesanstalt für Straßenwesen (unveröffentlicht)

Autoren des Berichts:

Thorsten Kathmann
Monika Johannsen
DTV-Verkehrsconsult GmbH, Aachen

unter Mitarbeit von
Winfried Siegener
Thomas Rödelstab
IS-V Ingenieurbüro Siegener-Verkehrstechnik GmbH, Karlsruhe

Marcus Bäumer
Manfred Pfeiffer
IVT Research GmbH, Mannheim

Autorin dieses Textes:

Claudia Evers
Bundesanstalt für Straßenwesen

Projektnummer:

83.0040

Referat:

Grundlagen des Verkehrs- und Mobilitätsverhaltens

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    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
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