Bundesanstalt für Straßenwesen

HinweisCookies

Diese Webseite verwendet Cookies. Diese dienen der Zwischenspeicherung bei Bestell- oder Anmeldevorgängen. Nicht erfasst werden Daten wie Nutzungshäufigkeit oder Verhaltensweisen. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Datenschutz.

OK

Automatische Notbremssysteme für Motorräder

BASt-Bericht F 147

Nora Leona Merkel, Raphael Pleß, Hermann Winner, Fachgebiet Fahrzeugtechnik, TU Darmstadt
Thomas Hammer, Norbert Schneider, Sebastian Will, Würzburger Institut für Verkehrswissenschaften, Veitshöchheim
66 Seiten
Erscheinungsjahr: 2022
Projektnummer: 82.0661
Preis: 00,00 €

Dieser Bericht steht ausschließlich kostenfrei im elektronischen BASt-Archiv ELBA zur Verfügung.

Motorradfahrer zählen zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern. Trotzdem werden – im Gegensatz zu Systemen wie ABS und Traktionskontrolle – Assistenzsysteme wie die automatische Notbremse bislang nicht im Zweiradbereich eingesetzt. Grund hierfür ist unter anderem die motorradspezifische Fahrdynamik, die zum Beispiel durch instabiles Systemverhalten besondere Herausforderungen für die Umsetzung solcher Systeme bietet.

Ziel des Projekts FE 82.0661/2015 „Automatische Notbremssysteme für Motorräder“ war es, die Grenzen zu ermitteln, innerhalb derer ein Einsatz entsprechender Systeme im Motorrad möglich ist. Neben den fahrdynamischen Grenzen zählen hierzu auch Grenzen, die der Fahrer der Anwendbarkeit setzt. Als integraler Bestandteil des Fahrer-Fahrzeug-Systems muss er in der Lage sein einen Eingriff eines Notbremssystems zu kontrollieren, da es sonst zur Destabilisierung des Fahrzeugs bis hin zum Sturz kommen kann.

Zunächst wurde in einer Expertenstudie untersucht, welche Verzögerungen Normalfahrern zugemutet werden können. Die Experten waren Fahrlehrer und -trainer, die besonders geeignet sind, die Fähigkeiten ungeübter Fahrer einzuschätzen. Mit der Erkenntnis, welche Verzögerungen Normalfahrern zuzumuten sind, wurde anschließend eine Probandenstudie durchgeführt, in der untersucht wurde, inwiefern verschiedene Arten von Eingriffen geeignet sind, den Fahrer in einer Notbremssituation zu unterstützen und welche Verbesserung damit im Vergleich zu durch den Fahrer selbst durchgeführten Notbremsmanövern erzielt wird.

Die Realfahrversuche mit Probanden fanden ausschließlich in Geradeausfahrt mit voller Konzentration auf die Fahraufgabe statt. Um zu untersuchen, wie sich Notbremsmanöver in anderen Situationen (zum Beispile ein- oder freihändige Fahrt) auswirken, wurde zusätzlich eine Studie auf dem dynamischen Motorrad-Fahrsimulator des Würzburger Instituts für Verkehrswissenschaften durchgeführt (WIVW). Hier wurde zudem der Einfluss von Warnelementen untersucht.

Die Studien zeigen, dass durch den Einsatz geeigneter automatischer Bremseingriffe bereits nahezu die Hälfte der Ausgangsgeschwindigkeit abgebaut werden kann, bevor der Fahrer selbst überhaupt eingreift. Die Simulatorversuche zeigen außerdem, dass eine Warnung vor dem automatischen Bremseingriff die Fahrerreaktion positiv beeinflusst.

Autonomous emergency braking for motorcycles

Motorcycle riders are part of the group of vulnerable road users. However – in contrast to systems such as ABS and traction control – assistance systems such as autonomous emergency braking have not yet been introduced in powered two-wheelers. One of the reasons for this is the one-track vehicle specific riding dynamics such as, for example, the unstable behavior of the system.

The aim of the project FE 82.0661/2015 “Autonomous emergency braking for motorcycles” was to determine the limits of the applicability of such systems. Besides the physical limits, it is also necessary to consider the limits determined by the rider capabilities. The rider is an integral part of the unstable rider-vehicle-system and needs to be able to control the intervention of an emergency braking system as otherwise destabilization or even a fall can occur.

First, an expert study was perfomed to determine which decelerations are acceptable for average riders. The experts were riding teachers and instructors who are used to assess the abilities of unexperienced riders. With the knowledge on which decelerations are applicable, a participant study was performed. The aim of this study was to evaluate to what extent different kinds of autonomous braking interventions are suitable to help the rider in an emergency braking situation and which improvements they offer compared to emergency braking maneuvers performed by the rider.
Due to safety reasons, the riding studies with participants are only performed while going straight ahead and with full concentration on the riding task. To investigate the consequences of autonomous emergency braking maneuvers in more critical situations (for example one-hand or free-hand riding), additional studies are performed on the dynamic motorcycle riding simulator at the Würzburg Institute for Traffic Sciences (WIVW). Additionally, the influence of warning elements was evaluated.

The studies showed that with suitable autonomous braking interventions, the initial speed can almost be reduced to half before the rider even starts to apply the brakes. The simulator experiments showed that warning elements can have a positive influence on the rider reaction.

  • Kontakt

    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
    Info-Service
    Telefon: 02204 43-9101
    Fax: 02204 43-2550
    info@bast.de

  • Zu beziehen über

    Carl Ed. Schünemann KG
    Zweite Schlachtpforte 7
    28195 Bremen
    Telefon: 0421 36903-53
    Fax: 0421 36903-48
    buchverlag@schuenemann-verlag.de
    www.schuenemann-verlag.de

  • Berichte zum Download

    Die Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen stehen ab dem Jahrgang 2003 zum Teil als kostenfreier Download im elektronischen BASt-Archiv ELBA zur Verfügung.