Bundesanstalt für Straßenwesen

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Vernetzte Mobilität

NAPCORE – National Access Point Coordination Organisation for Europe (5521004)
Die BASt betreibt seit 10 Jahren den Mobilitäts Daten Marktplatz (MDM), eine Plattform zum Austausch von Verkehrs- und Mobilitätsdaten. Seit etwa 5 Jahren ist der MDM auch der deutsche Nationale Zugangspunkt (National Access Point – NAP) im Rahmen der europäischen Richtlinie zur Einführung intelligenter Verkehrssysteme. Alle EU Mitgliedsstaaten müssen solche NAPs einrichten, um die Verfügbarkeit von Mobilitätsdaten in Europa zu verbessern. NAPCORE (National Access Point Coordination Organisation for Europe) hat das Ziel, die Interoperabilität der verschiedenen Zugangspunkte zu verbessern, die zentral für den Austausch von Mobilitätsdaten innerhalb Europas sind. Durch die so erhöhte europaweite Zugänglichkeit zu Mobilitätsdaten sollen in Zukunft einfacher, schneller und effizienter länderübergreifende Mobilitätsservices entwickelt und erweitert werden können. NAPCORE ist eine von der EU Kommission im Rahmen der Connecting-Europe-Fazilität (CEF) geförderte Programme Support Action. Projektpartner sind Vertreter aus allen EU Mitgliedsstaaten und darüber hinaus (Schweiz, Norwegen, England) mit den für den Betrieb ihrer Nationalen Zugangspunkte verantwortlichen Stellen – insgesamt über 70 Behörden und Organisationen. Die BASt ist Projektkoordinatorin von NAPCORE und stellt den Generalsekretär sowie Leiter der Arbeitsgruppen „NAP Strategy and Governance“ und „Metadata“.

SATURN (5521001)
Ziel des Verbundprojektes SATURN ist es, Strategien des dynamischen Verkehrsmanagements der öffentlichen Hand in Einklang mit Informationssystemen von privaten Service-Providern zu bringen. Aufbauend auf bestehenden Verkehrsmanagementsystemen der Projektpartner, entstehen in SATURN neue verbesserte Digitalisierungsinstrumente und Datenschnittstellen. Diese dienen dazu, Daten und kommunale Strategien auch ländlicher Räume in zu erweiternden multimodalen Reiseinformationsdiensten zu nutzen, und zwar auf Landesebene in Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und in Systemen von Service-Providern. Die BASt wird als Betreiber des Mobilitäts Daten Marktplatzes (MDM) einen wesentlichen Baustein des in SATURN entwickelten Daten-Ökosystems bereitstellen. Zum beabsichtigten Datenaustausch über den MDM werden in dem Zuge regulatorische und rechtliche Anforderungen im Sinne des IVS-Gesetzes und der EU-IVS-Direktive verfolgt. Weiter wird die BASt in die Konzeptionen und Demonstrationen Konzepte aus Parallelprojekten einfließen lassen – unter anderem basierend auf SOCRATES2.0 und Mobility Data Space. Damit soll SATURN möglichst mit anderen nationalen und internationalen Ansätzen harmonisiert werden, und damit die Nachhaltigkeit und Akzeptanz der SATURN-Ansätze unter den Akteuren des Datenaustausches gestärkt werden. Das Projekt wird im Rahmen des mFUND-Programms des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur kofinanziert.

Integration von öffentlichem und privatem Parkraummanagement (77.0512)
Neue Anwendungen im Bereich der Intelligenten Verkehrssysteme (IVS) bieten vielversprechende Ansätze zur Unterstützung des städtischen Parkraummanagements. Hierzu zählen insbesondere neuartige Anwendungen zur Sensorik, Datenverarbeitung und Informationsvermittlung im ruhenden Verkehr. Im Projekt werden Ansätze zur Integration und Kooperation zwischen verschiedenen Akteuren des Parkraummanagements entwickelt und praxisnah demonstriert. Ein Konsortium, bestehend aus Stadtverwaltungen, Parkraumbereitstellern und Anbietern von IVS-Diensten, stellt dazu die Grundlagen her und führt diese in Form einer Pilotanwendung vor.

FRAME NEXT (CEF-PSA) (5517001)
Das Projekt FRAME NEXT wird die europäische Rahmenarchitektur für intelligente Verkehrssysteme (ITS) FRAME ausbauen. Dabei werden die jüngsten Aktivitäten verschiedener EU-Mitgliedsstaaten, die Inhalte der ITS-Direktive (Directive 2010/40/EU) und innovative Methoden und Werkzeuge berücksichtigt werden, die eine moderne ITS-Architektur für seine Nutzer attraktiv machen. Die erste europäische Rahmenarchitektur war im Jahr 2000 das Ergebnis des Projekts KAREN und wurde durch verschiedene FRAME-Projekte und im FRAME Forum weiterentwickelt. Losgelöst davon hat die BASt ein Forschungsprojekt zur Entwicklung und Einführung eines nationalen Rahmenwerks für ITS-Architektur in Deutschland (RIAD) durchgeführt. Das BASt-Forschungsprojekt unterscheidet sich von der bisherigen FRAME-Architektur durch den speziellen Fokus auf die organisatorischen und prozessualen Aspekte sowie die Anlehnung an TOGAF und die dazugehörige Architecture Development Method (ADM). Die Ziele einer ITS-Rahmenarchitektur – die Schaffung eines offenen Marktes, die Begünstigung von Skalierungseffekten sowie die Sicherstellung der Konsistenz von Informationen und der Interoperabilität von Diensten – sind auf europäischer und deutscher Ebene dieselben und sollen die Förderung von Investitionen in ITS-Dienste begünstigen. In FRAME NEXT sollen die Ergebnisse des BASt-Forschungsprojekts und vergleichbare Ansätze eingebracht werden.

SOCRATES 2.0 (5517002)
Verkehrsteilnehmer beziehen Verkehrsinformationen zunehmend aus privaten, mobilen Endgeräten, beispielsweise aus Navigations-Apps. Verkehrsinformationen sind jedoch auch ein wesentliches Element von Verkehrsmanagementstrategien der Straßenbertreiber. Es stellt sich die Herausforderung, wie solche Strategien abgestimmt und effizient über die verschiedenen Kanäle der Navigationsdienstleister sowie der Straßenbetreiber an den Verkehrsteilnehmer kommuniziert werden können. Dazu sind Kooperationen und Kollaborationen zwischen den privaten und öffentlichen Akteuren aus den Bereichen Verkehrsmanagement und Navigationsdienste herzustellen. Gemeinsames Ziel hierbei ist die Förderung des sicheren und flüssigen Verkehrs durch abgestimmte Verkehrsinformation und -steuerung. Die BASt beteiligt sich an dem EU-kofinanzierten Projekt SOCRATES 2.0 (Services of Coordinated Roadside and Automotive measures for Traffic Efficiency and Safety 2.0). In diesem Projekt werden Kooperationen zwischen öffentlichem Verkehrsmanagement, privaten Informationsdiensten sowie Automobilherstellern weiterentwickelt und in der Praxis getestet. Das Projekt ist damit als Weiterentwicklung der vorangegangenen, deutschen Projekte LENA4ITS und NAVIGAR zu sehen. In SOCRATES 2.0 werden die folgenden Hauptziele verfolgt: Bestimmung geeigneter technischer, organisatorischer und finanzieller Kooperationsmodelle zwischen privaten und öffentlichen Akteuren; Entwicklung neuer oder erweiterter Informationsdienste; Test und Evaluierung in vier Pilotstädten (München, Antwerpen, Amsterdam, Kopenhagen).

DATEX II (CEF-PSA) (551600)
Die BASt nimmt seit Jahren im Auftrag des BMVI im Rahmen mehrerer aufeinander aufbauender Förderprogramme der EU-Kommission die Aufgaben im Zusammenhang mit der Pflege und Weiterentwicklung des europäischen Standards für den Austausch dynamischer Verkehrsdaten DATEX II war. Ziel der DATEX II-Organisation ist die Weiterentwicklung, Pflege und Förderung der Verbreitung des DATEX II-Standards in Europa. Hierbei spielt die Ermittlung der Anforderungen der derzeitigen und potenziell künftigen Nutzer sowie deren Unterstützung bei der Anwendung von DATEX II eine entscheidende Rolle. Die Möglichkeit des Datenaustausches zwischen den verschiedenen Akteuren im Bereich der Intelligenten Verkehrssysteme (ITS) bildet die Grundlage für Interoperabilität zwischen Verkehrssteuerung-, Verkehrsinformations- und Navigationsdiensten. Hierin liegen große Potenziale zur Verbesserung von Verkehrsmanagement und Information der Verkehrsteilnehmer mit dem Effekt eines sichereren und effektiveren Verkehrsablaufs.