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Prüf- und Testfeld BAB 4

Um den Verkehr auf Bundesfernstraßen bedarfsgerecht steuern zu können, muss dieser in Echtzeit erfasst und bewertet werden. Mithilfe entsprechender Technik kann so beispielsweise ein Stau erkannt, der nachfolgende Verkehr gewarnt sowie dessen Geschwindigkeit frühzeitig der Situation angepasst werden.

Das Bild zeigt das Prüf- und Testfeld auf der BAB 4

Dabei wird unter anderem überprüft, wie viele Fahrzeuge den jeweiligen Streckenabschnitt mit welcher Geschwindigkeit befahren. Die Anzahl der Fahrzeuge kann durch eine Klassifizierung getrennt für Pkw, Lkw, Busse und Motorräder betrachtet werden.

Neben der Verkehrssituation spielt die Witterung eine weitere wichtige Rolle bei der Verkehrssteuerung. Spezielle Sensoren helfen bei der Bewertung der aktuellen Wettersituation. So ist es möglich, frühzeitig Glättebildung oder erhöhten Niederschlag zu erkennen und die entsprechenden Maßnahmen zu veranlassen: beispielsweise eine Geschwindigkeitsreduzierung für die betroffene Strecke oder den Einsatz von Streufahrzeugen. Aufgabe des Prüf- und Testfelds ist die stetige Evaluation und Qualitätssicherung der Verkehrsdatendetektion und die Erfassung der Witterung anhand von Umfelddaten.

Lage und Aufbau

Das Bild zeigt Messeinrichtungen am Prüf- und Testfeld BAB 4

Anfang der 1990er Jahre hat die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Zusammenarbeit mit der Straßenbauverwaltung NRW ein Prüffeld aufgebaut. Zwischen 2010 und 2012 wurde das Prüffeld um ein Testfeld erweitert.

Das Prüf- und Testfeld befindet sich auf der Bundesautobahn A4 bei Betriebskilometer 92,5 in Fahrtrichtung Köln zwischen den Anschlussstellen Bergisch Gladbach-Bensberg (19) und Bergisch Gladbach-Frankenforst (20). In diesem Bereich sind 2 Richtungsfahrbahnen mit einem Seitenstreifen vorhanden.

Das Areal ist in 2 Bereiche gegliedert. Der Bereich vor der ersten Schilderbrücke dient zur Prüfung von Verkehrsdatenerfassungsgeräten (Prüffeld). Im dahinterliegenden Bereich befindet sich das Testfeld.

Für das technische Equipment stehen 2 Schalthäuser zur Verfügung. Diese sind mit entsprechender Datenkommunikation sowie Energieversorgung ausgestattet. Die Verkabelung, der meist temporären Installationen, kann durch vorhandene Kabeltroge schnell und einfach erfolgen. Der Einsatz von Infrarot-Scheinwerfern ermöglicht Beobachtungen bei Dunkelheit. Das Messpersonal wird durch verstärkte Schutzeinrichtungen auf dem Seitenstreifen besonders geschützt.

Das Bild zeigt eine Grafik zum Aufbau des Prüf- und Testfelds Aufbau des Prüf- und Testfelds

Rahmenbedingungen

Die durchschnittliche Verkehrsstärke der Richtungsfahrbahn in Fahrtrichtung Köln liegt bei rund 40.000 Kraftfahrzeugen pro 24 Stunden mit einem Anteil an Schwerverkehr (Kfz >3,5t zGG) von 7,5 Prozent (Stand 2017).

Zu beachten ist die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km/h von 6 bis 10 Uhr sowie das Lkw-Überholverbot auf dem linken Fahrstreifen entlang des Prüf- und Testfeldes. Trotz diesen Einschränkungen spiegelt der Verkehr das gesamte Spektrum vom Berufsverkehr bis hin zur freien Fahrt in den Abendstunden und einen Anteil an Motorradfahren in den Sommermonaten wieder. Verkehrs- und Umfelddaten können als Referenzwerte zur Verfügung gestellt werden.

Prüfungen und Bewertungen

Im Bereich des Prüffeldes erfolgt die Eignungsprüfung von Verkehrserfassungsgeräten gemäß den Technischen Lieferbedingungen für Streckenstationen (TLS). Dort sind die Prüfverfahren zur Prüfung von Geräten beschrieben, die Fahrzeuge mittels Induktivschleifen detektieren. Zusätzlich können auch alternative Technologien – wie die Überkopfdetektion – geprüft werden.

Das Bundesverkehrsministerium hat die BASt beauftragt, Prüfungen von Verkehrserfassungsgeräten durchzuführen. Folgende Teilprüfungen werden nach Herstellerkonfiguration durchgeführt:

  • Fahrzeugklassifizierung
  • Fahrzeugmenge
  • Geschwindigkeit

Auf dem Testfeld werden Sensoren zur Erfassung der Umfelddaten bewertet. Verschiedene Sensoren erfassen witterungsbedinge Parameter, wie Fahrbahnoberflächentemperatur, Niederschlag, Wasserfilmdicke oder Wind. Die Sensoren sind in die Fahrbahn eingebaut oder für berührungslose Messungen an einen Mast montiert.

Weitere Einsatzmöglichkeiten

Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Bereich der Umfelddaten fließen in die Europäischen Normen und nationale Regelwerke ein.

Die erfassten Verkehrs- und Umfelddaten dienen zum einem der Entwicklung von neuen Abnahme- und Prüfverfahren für die Umfeldsensoren und können zum anderen für weitere Forschungsprojekte genutzt werden. Des Weiteren haben Hochschulen und Hersteller die Möglichkeit, neue Ideen und Produkte im Rahmen von Entwicklungs- und Forschungsarbeiten auf ihre Praxistauglichkeit hin zu untersuchen.

Technische Daten

  • Länge: 150 m

Ausstattung

  • 7 Messquerschnitte für Verkehrserfassung (Induktivschleifenfelder TLS Typ 1 und Typ 2)
  • 5 Masten für Umfelddaten (Wetter)
  • 2 Schilderbrücken mit Daten- und Stromanbindung
  • 2 Schalthäuser

Referenzsysteme

  • 1 Geschwindigkeitsreferenzsystem (keine Geschwindigkeitskontrolle)
  • 1 Videosystem mit 5 Kameras (keine personenbeziehbaren Daten)
  • 5 Mast-Kameras zur Beobachtung des Straßenzustandes und des Niederschlages
Fachbetreuung: Sandra Eimermacher