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Lichthalle

Für die technischen Entwicklung, Erprobung und Prüfung von lichttechnischen Einrichtungen nutzt die BASt unter anderem ihre 70 Meter lange und 12 Meter hohe, vollkommen verdunkelbare Lichthalle.

Das Bild zeigt die Lichthalle der BASt Blick in die Lichthalle der BASt (Foto: Reinhard Tews)

Damit der Straßenverkehr sicher und flüssig bewältigt werden kann, müssen die Verkehrsteilnehmer sowohl untereinander als auch mit der Straße und ihrem Umfeld kommunizieren können. Die Kommunikation der Verkehrsteilnehmer untereinander erfolgt im Wesentlichen durch Blicke, Handbewegungen und andere Gesten sowie durch Lichtzeichen, also überwiegend durch visuelle Kommunikationsmittel.

Die Kommunikation zwischen Verkehrsteilnehmern und der Straße ist wesentlich komplexer. Auch diese ist fast ausschließlich visueller Natur. Experten schätzen, dass mehr als 90 Prozent aller Informationen im Straßenverkehr auf visuellem Wege vermittelt werden. Die visuelle Kommunikation wird im Allgemeinen durch lichttechnisch wirksame Einrichtungen der Straßenausstattung sowie durch eine entsprechende Beleuchtung ermöglicht.

Ein großer Teil der Straßenausstattung dient der visuellen Kommunikation: Verkehrszeichen, Wechselverkehrszeichen, Fahrbahnmarkierungen, Markierungsknöpfe, Lichtzeichenanlagen und andere Signalgeber, Warnleuchten, Rückstrahler an Leitpfosten und Leitwänden. Hinsichtlich ihrer lichttechnischen Wirkung werden lichttechnisch aktive und lichttechnisch passive Einrichtungen unterschieden. Die aktiven Einrichtungen entfalten ihre Wirkung mit Hilfe eines Leuchtmittels (Glühlampe, LED), die passiven Einrichtungen wirken im Zusammenspiel mit der fahrzeugeigenen Beleuchtung.

Prüfungen

Alle diese lichttechnischen Einrichtungen unterliegen einer ständigen technischen Entwicklung, welche die Bundesanstalt für Straßenwesen begleitet und zum Teil steuert. Des Weiteren gehört die Prüfung und Erprobung dieser Gegenstände und Materialien zu den Aufgaben der BASt. Die hierzu notwendigen lichttechnischen Versuche und Prüfungen werden unter anderem in der 70 Meter langen und 12 Meter hohen, vollkommen verdunkelbaren Lichthalle durchgeführt. Die Halle ist fensterlos, und die Wände sowie der Boden sind geschwärzt, um Reflexionen auszuschließen.

Das Bild zeigt die Lichthalle der BASt Lichttechnische Demonstration in der Versuchshalle (Foto: Jürgen Bindrim, Fotodesign DPGh)

In der Lichthalle sind die für die Prüfung notwendigen Messaufbauten fest installiert. Beispielsweise ein großes Drehgestell mit Goniometer, mit dem man die Proben bei der Messung bis auf 1/100° genau verdrehen kann. So können die lichttechnischen Eigenschaften für die verschiedensten Beobachtungswinkel eingestellt und gemessen werden und die lichttechnischen Kenngrößen von Signallichtern wie Leuchtdichte, Lichtstärkeverteilung oder Signalfarbe aus großer Messentfernung zuverlässig geprüft werden. Selbst große schwere Wechselverkehrzeichen kann das Goniometer tragen.

Die Ergebnisse der lichttechnischen Versuche und Prüfungen fließen in nationale und europäische Regelwerke ein. Bei der Erarbeitung der europäischen harmonisierten Normen für die lichttechnisch wirksamen Gegenstände der Straßenausstattung ist die BASt maßgeblich beteiligt.

Spezielle Versuche

Neben der Prüfung von lichttechnischen Einrichtungen dient die Lichthalle aufgrund ihrer einzigartigen Größe dazu, spezielle Beobachtungsversuche durchzuführen, um die visuelle Signalwirkung von verschiedenen Produkten zu überprüfen und weiter zu verbessern.

Das Bild zeigt Alte und neue Verkehrszeichen Alte und neue Verkehrszeichen

Als Beispiel sei hier die Optimierung der Verkehrszeichen genannt. Auf Basis der Erkenntnis, dass einfache Muster und Formen schneller erkannt werden als komplexe Bilder mit sehr vielen Detailinformationen, wird die visuelle Wirkung von Verkehrszeichen bei der BASt überprüft und optimiert. Früher waren die Sinnbilder der Verkehrszeichen detailliert abgebildet. So waren zum Beispiel beim Fußgänger oder beim Bauarbeiter die Füße und Hände, sogar eine Kopfbedeckung ausgeformt. Heute werden diese Sinnbilder in Form von Piktogrammen, auf die wesentlichen Merkmale reduziert, dargestellt. Die hierfür nötigen vergleichenden Beobachtungsversuche werden in der Lichthalle der BASt durchgeführt.

Auch die Umwelt profitiert von sinnvollen technischen Entwicklungen und Prüfungen in der Lichthalle. Insbesondere der Einsatz von Leuchtdioden (LED) als ein langlebiges energieeffizientes Leuchtmittel für Lichtsignalanlagen und Wechselverkehrszeichen wird in der Lichthalle bezüglich der technischen Realisation geprüft und von der BASt unterstützt. Gegenüber der Glühlampentechnik hat sich der Energieverbrauch bei modernen Lichtsignalanlagen und Wechselverkehrszeichen in LED-Technik auf etwa ein Zehntel reduziert.

Fachbetreuung: Dr. Sandra Jacobi und Dr. Andreas Walkling