GSB 7.0 Standardlösung

Anlagen zur Verkehrsbeeinflussung auf Bundesfernstraßen

Das Foto zeigt eine Streckenbeeinflussungsanlage

Verkehrsbeeinflussungsanlagen werden auf Bundesfernstraßen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und Verbesserung des Verkehrsflusses eingesetzt. Durch die Vermeidung von Staus tragen Verkehrsbeeinflussungsanlagen auch zur Verringerung der Umweltbelastung durch den Straßenverkehr sowie von Zeit- und Energieverlusten bei.

Hierbei kommen unterschiedliche Anlagentypen zum Einsatz, die entsprechend dem Einsatzort oder dem Wirkungsbereich eingeteilt werden können in:

  • Netzbeeinflussungsanlagen
  • Streckenbeeinflussungsanlagen
  • temporäre Seitenstreifenfreigaben
  • Knotenpunktbeeinflussungsanlagen
  • Zuflussregelungsanlagen
  • punktuell querschnittsbezogen wirksame Anlagen

Netzbeeinflussungsanlagen

Mit Netzbeeinflussungsanlagen wird der Verkehr bei Überlastungen auf der Hauptstrecke auf weniger belastete Alternativstrecken im Netz gelenkt. Die Kraftfahrer erhalten die Informationen über Wechselwegweiser, auf denen eine Umleitungsempfehlung gezeigt wird. Mit dynamischen Wegweisern mit integrierten Stauinformationen, kurz dWiSta, stehen seit einigen Jahren Wechselwegweiser zur Verfügung, die neben der Umleitungsempfehlung zusätzliche Informationen über die Art der Störung und Staulängen anzeigen können. Aktuell werden an rund 200 Autobahnkreuzen, -dreiecken oder Anschlussstellen Wechselwegweiser zur Netzbeeinflussung eingesetzt.

Streckenbeeinflussungsanlagen

Streckenbeeinflussungsanlagen bestehen aus dynamischen Verkehrszeichen, die bei Bedarf vor Gefahren wie Stau, Unfällen oder witterungsbedingten Einschränkungen warnen und variable, situationsangepasste Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Überholverbote anordnen und darüber hinaus Fahrstreifen sperren oder freigeben können. Hiermit kann der Verkehrsfluss harmonisiert und der Entstehung eines Staus vorgebeugt werden. Die Anlagen werden auf der Grundlage automatisch erfasster Verkehrs- und Umfelddaten (zum Bespiel Verkehrsablauf, Witterungsdaten) gesteuert. 2015 wurden rund 9 Prozent der Autobahnen (etwa 2.280 (Richtungs-)Kilometer) durch Streckenbeeinflussungsanlagen geregelt.

Temporäre Seitenstreifenfreigaben

Temporäre Seitenstreifenfreigaben können auf regelmäßig überlasteten Autobahnen eingesetzt werden, um in den Spitzenstunden das Befahren des Seitenstreifens zu ermöglichen und somit kurzzeitig einen zusätzlichen Fahrstreifen zur Verfügung zu stellen. Meist werden die Seitenstreifenfreigaben mit Streckenbeeinflussungsanlagen kombiniert, können aber auch als separate Anlagen errichtet werden. Derzeit sind rund 210 Kilometer Seitenstreifen durch temporäre Seitenstreifenfreigaben nutzbar.

Knotenpunktbeeinflussungsanlagen

Knotenpunktbeeinflussungsanlagen dienen dazu, Überlastungen in stark belasteten Knotenpunkten zu vermeiden. In Autobahnkreuzen können zum Beispiel die einzelnen Fahrstreifen situationsabgepasst den jeweils stärksten Strömen zugeordnet werden. Damit kann neben einer Verbesserung des Verkehrsablaufs auch die Zahl der Spurwechselvorgänge und damit das Unfallrisiko reduziert werden.

Zuflussregelungsanlagen

Zuflussregelungsanlagen an Anschlussstellen stellen eine weitere Form der Knotenpunktbeeinflussungsanlagen dar. Mit Lichtsignalanlagen in den Autobahnauffahrten wird der zufließende Strom soweit geregelt, dass jeweils nur ein bis zwei Fahrzeuge gleichzeitig hintereinander auffahren und weitere Fahrzeuge mit einem genügenden Zeitabstand nachfolgen. Somit wird das Einfädeln der Fahrzeuge auf die Autobahn erleichtert und damit der Verkehrsablauf auf der Hauptstrecke gleichmäßiger. Zuflussregelungsanlagen werden derzeit an rund 100 Standorten eingesetzt.

Punktuell querschnittsbezogen wirksame Anlagen

Zu den punktuell querschnittsbezogen wirksamen Anlagen zählen Geschwindigkeitswarnanlagen und Stauwarnanlagen. Diese werden vereinzelt vor besonderen Gefahrenstellen temporär oder dauerhaft eingesetzt.

Projektplan Straßenverkehrstelematik

Die Karte zeigt den Projektplan Straßenverkehrstelematik 2015 Projektplan Straßenverkehrstelematik 2015, Stand: März 2015

Die Realisierung von weiteren Verkehrsbeeinflussungsanlagen erfolgt im Rahmen des „Projektplans Straßenverkehrstelematik 2015“, der im Jahr 2011 aufgestellt wurde und die Errichtung von weiteren 90 Netzbeeinflussungsanlagen, 1.000 Kilometern Streckenbeeinflussungsanlagen, 350 Kilometer Seitenstreifenfreigaben und 30 Zuflussregelungsanlagen bis zum Jahr 2015 vorsieht.
Die Realisierung der Projekte wird unter anderen vom Planungsfortschritt sowie auch davon abhängen, ob Belange des Lärmschutzes besonders zu berücksichtigen sind.