GSB 7.0 Standardlösung

Technische Lieferbedingungen für Streckenstationen (TLS)

Die Technischen Lieferbedingungen für Streckenstationen (TLS) sind ein Standard für den Aufbau von Verkehrsbeeinflussungsanlagen an Bundesfernstraßen. Zusammen mit dem Merkblatt für die Ausstattung von Verkehrsrechnerzentralen und Unterzentralen (MARZ) beschreiben sie die Architektur der Verkehrsbeeinflussungssysteme für das Bundesfernstraßennetz.

Die TLS werden im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) von der BASt in Zusammenarbeit mit den Straßenbauverwaltungen der Bundesländer und der Industrie fortgeschrieben. Diese Weiterentwicklung wird in dem von der BASt geleiteten Arbeitskreis TLS vorangetrieben.

Das BMVI stattet Bundesfernstraßen mehr und mehr mit Verkehrserfassungs- und -beeinflussungsanlagen aus. Es werden die Kenngrößen des Verkehrsflusses erfasst, die für eine Beurteilung der aktuellen Verkehrssituation oder für statistische Zwecke notwendig sind. Zusätzlich werden an ausgesuchten Stellen Daten über die Umfeldsituation erhoben, die Auswirkungen auf den Verkehrsablauf haben (beispielsweise Sichtweite, Niederschlag). Die mit dem Erfassungssystem gewonnenen Informationen werden genutzt, um mit den Instrumenten der Verkehrsbeeinflussung die Verkehrssituation zu verbessern.

Streckenstationen haben die Aufgabe, mit den ihnen zugeordneten Sensoren Verkehrs- und Umfelddaten zu erfassen, Schaltbefehle an Wechselverkehrszeichen weiterzugeben und die Kommunikation mit dem übergeordneten System sicherzustellen.

Mit den TLS wird das Ziel verfolgt, Funktionen und Schnittstellen einheitlich festzulegen, so dass Geräte unterschiedlicher Hersteller, die vom Leistungsumfang her weitgehend identisch sind, auch im Wettbewerb miteinander vergleichbar sind. Außerdem soll erreicht werden, dass das System erweitert werden kann, ohne dass hierdurch bereits vorhandene Einrichtungen umgerüstet werden müssen oder die Straßenbauverwaltung bei der Auftragsvergabe an den Ersteller der bereits vorhandenen Streckenausrüstung gebunden ist. Für die Anbieter von Streckenausrüstungen sollen die TLS zur Abgrenzung der anzubietenden Leistungen dienen und so einen freien Wettbewerb ermöglichen.

Den Aufbau des Verkehrsbeeinflussungsystems auf Bundesfernstraßen zeigt das folgende Bild:

Grafik: Streckenbeeinflussungsanlage auf der Autobahn Die Technischen Lieferbedingungen für Streckenstationen decken die gesamte straßenseitige Infrastruktur einschließlich der Anbindung an die Unterzentrale ab

Historie

Die Entwicklung der TLS geht zurück bis in die 1980er Jahre. Eine vorläufige Version der Technische Lieferbedingungen für Streckenstationen wurde im Juni 1988 vorgelegt. Diese Fassung enthielt erstmals Festlegungen zur Erfassung von Verkehrsdaten. In der nächsten Ausgabe von 1990 wurde auch die Datenübertragung mit in die Betrachtungen einbezogen.

1993 wurde schließlich die erste offizielle Version der TLS vom Bundesministerium für Verkehr eingeführt. Bis 1997 wurde der Entwurf einer erweiterten und verbesserten Fassung erarbeitet. Die Überarbeitung dieses Dokumentes führte schließlich zur Einführung der TLS 2002 im September 2002. Die aktuelle TLS ist die Ausgabe 2012 (TLS 2012).

Die kontinuierlich fortschreitende Weiterentwicklung von Telematikanwendungen und Kommunikationstechnik zieht die Notwendigkeit einer Aktualisierung der TLS nach sich. Hieran arbeitet der Arbeitskreis TLS.

Weitere Informationen

Zusatzinformationen

Kontakt

  • Bundesanstalt für Straßenwesen
    Postfach 10 01 50
    51401 Bergisch Gladbach
  • Ralf Meschede
    Telefon: 02204 43-4501

    Ralf Meschede
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