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Sicherheitsaudit von Straßen

Regelwerk

In das technische Regelwerk zu Planung, Bau und Betrieb von Straßen in Deutschland sind die Belange der Verkehrssicherheit in hinreichender Weise unmittelbar integriert. Dennoch haben Analysen gezeigt, dass auch einzelne neu geplante Straßen auffällig unfallbelastet sind.

Zur stärkeren Berücksichtigung der Verkehrssicherheit bei Straßenplanungen wurden auf Veranlassung des damaligen Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und unter Leitung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) die „Empfehlungen für das Sicherheitsaudit für Straßen (ESAS)“ erarbeitet. Im Jahr 2002 hat das BMVBS dann empfohlen, die ESAS bei allen Planungen und Entwürfen von Neu-, Um- und Ausbaumaßnahmen als Grundlage für die Abnahme einzelner Leistungsphasen oder zur Qualitätssicherung anzuwenden.

Das Sicherheitsaudit von Straßen ist auch Gegenstand der von der EU-Kommission (KOM) bekannt gegebenen „Richtlinie 2008/96/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19.11.2008 über ein Sicherheitsmanagement für die Straßenverkehrsinfrastruktur“ (veröff. im EU-Amtsblatt vom 29.11.2008, L 319/59), mit der EU-weit das Niveau der Straßenverkehrsinfrastruktursicherheit auf dem transeuropäischen Straßennetz (TEN-T) angehoben werden soll. Mit allgemeinem Rundschreiben Straßenbau Nr. 26/2010 wurden die Bundesländer aufgefordert, die in dieser Richtlinie genannten Methoden, somit auch das Sicherheitsaudit, auf dem transeuropäischen Straßennetz fristgerecht bis zum 19.12.2010 einzuführen. Die Anwendung auf den übrigen Bundesfernstraßen wird angestrebt und auf den Landes- und Kreisstraßen empfohlen.

Zeichnung zum Sicherheitsaudit von Straßen

Spätestens mit der Überführung der EU-Richtlinie in nationales Recht galt das Sicherheitsaudit in der Planung als ein Regelverfahren. Daher hat der Arbeitsausschuss 2.7 „Sicherheitsaudit von Straßen“ der FGSV die ESAS zu „Richtlinien für das Sicherheitsaudit von Straßen (RSAS)“ weiterentwickelt. Dabei wurde neben dem bekannten Sicherheitsaudit in der Planung auch ein anlassbezogenes Bestandsaudit entwickelt. Ziel des Bestandsaudits ist es, insbesondere anhand von Ortsbesichtigungen Sicherheitsdefizite festzustellen und gegebenenfalls Maßnahmen vorzuschlagen. Damit ergibt sich ein breites Feld von Anwendungsfällen für das Sicherheitsaudit:

  1. Sicherheitsaudits in der Planung für Baumaßnahmen (Vorplanung bis 1. Betriebsphase)
  2. Sicherheitsaudits in der Planung für Erhaltungsmaßnahmen (Erhaltungsentwürfe)
  3. Sicherheitsaudits im Bestand im Vorfeld von Bau-/Erhaltungsmaßnahmen
  4. Sicherheitsaudits im Bestand aus anderen Anlässen, insbesondere Unfallauffälligkeiten

Defizitlisten

Die RSAS enthalten, anders als bisher die ESAS, keine Checklisten mehr zur Unterstützung bei der Durchführung eines Audits. Stattdessen sollen zukünftig Defizitlisten für Planungs- und Bestandsaudit in einem Excel-basierten Programm-Tool bereitgestellt und laufend anhand der Sicherheitsforschung beziehungsweise der Fortschreibung der Entwurfsregelwerke ergänzt werden. Während die Entwicklung des Programm-Tools noch läuft, werden die Defizitlisten vorerst als einfaches Tabellenwerk zum Download angeboten.

Ausbildung und Zertifizierung

Von der BASt wurden in der Vergangenheit mehrere Forschungsprojekte zur Entwicklung von Schulungskonzepten für Auditoren extern durchgeführt, die von dem heutigen Ausschuss 2.7 „Sicherheitsaudit von Straßen“ begleitet und deren Ergebnisse in der Schriftenreihe der BASt, Unterreihe Verkehrstechnik, veröffentlicht wurden. Damit stehen zwei Schulungskonzepte zur externen Ausbildung von Auditoren zur Verfügung: Für den Bereich der außerörtlichen Straßen und Ortsdurchfahrten (GDV/Bauhaus Universität Weimar/FGSV) und für den Bereich der Innerortsstraßen (Heft V 134). Ein weiteres Schulungskonzept wurde für die amtsinterne Ausbildung von Auditoren entwickelt (Heft V 126). Diese Inhalte mündeten im Jahr 2008 in der Fertigstellung des „Merkblatt zur Ausbildung und Zertifizierung von Sicherheitsauditoren für Straßen (MAZS)“ der FGSV, in welchem die Voraussetzungen zur Ausbildung, die Inhalte und der Ablauf der Schulungen sowie der Leistungsnachweis geregelt sind. Aktuell erfolgt eine Überarbeitung des MAZS infolge der RSAS durch den Arbeitskreis 2.7.2 der FGSV.

Generell gelten alle erteilten Zertifikate für drei Jahre. Voraussetzung für eine Verlängerung um weitere drei Jahre durch die Ausbildungsstelle ist die Durchführung von im Mittel einem Audit pro Jahr und die Teilnahme an mindestens zwei geeigneten Weiterbildungsveranstaltungen in den drei Jahren.

Zur Unterstützung der weiteren Verbreitung des Sicherheitsaudits veröffentlicht die BASt eine Liste der Ausbildungsstellen, die eine Ausbildung von Auditoren gemäß des MAZS anbieten. Stellen, die eine Ausbildung von Auditoren entsprechend des MAZS anbieten und auf der Homepage der BASt angeführt werden möchten, können sich gerne an das Referat V1 wenden.

Liste der Auditoren

Die BASt führt eine Liste der Auditoren, die eine Schulung entsprechend der etablierten Schulungskonzepte absolviert haben. Die Liste umfasst die Auditoren, die ihr Einverständnis zu dieser Veröffentlichung gegeben haben und nennt die Straßentypen, für die eine Ausbildung zum Auditor absolviert wurde.