GSB 7.0 Standardlösung

MaKaU - Maßnahmenkatalog gegen Unfallhäufungen

Innovatives Werkzeug zur Unterstützung der
Unfallkommissionen

Die Europäische Union und die Bundesregierung haben das Ziel, die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten weiterhin drastisch zu senken. Ein wichtiger Baustein ist dabei das Sicherheitsmanagement für die Straßenverkehrsinfrastruktur.

Unfallkommissionen

Unfallkommissionen spielen hierbei eine wichtige Rolle. Sie haben bundesweit die Aufgabe, Unfallhäufungen zu erkennen, sie zu bewerten und Maßnahmen zur Beseitigung zu beschließen. Dies können bauliche oder verkehrsregelnde Maßnahmen sein. Die Unfallkommission muss auch sicherstellen, dass die beschlossenen Maßnahmen umgesetzt werden und eine Wirkungskontrolle erfolgt.

Grundlage für ihre Arbeit ist das Merkblatt zur Örtlichen Unfalluntersuchung in Unfallkommissionen (M Uko 2012). Das M Uko hat den ersten Teil des Merkblatts zur Auswertung von Straßenverkehrsunfällen – Führen und Auswerten von Unfalltypen-Steckkarten (MAS-1, Ausgabe 2003) - abgelöst und kann beim FGSV-Verlag erworben werden.

Nun wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts der BASt der zweite Teil des Merkblatts zur Auswertung von Straßenverkehrsunfällen - Maßnahmen gegen Unfallhäufungen (MAS-2, Ausgabe 2001) - aktualisiert. Dazu wurden die bisher aus dem Merkblatt bekannten Maßnahmen überprüft, aktualisiert und mit Maßnahmensammlungen aus jüngerer Zeit in einem webbasierten Maßnahmenkatalog gegen Unfallhäufungen – kurz MaKaU - zusammengeführt.

Offener und geschlossener Bereich

Wie im bisherigen Blätterkatalog (MAS-2), enthält auch MaKaU eine Aufstellung von möglichen Maßnahmen zur Bekämpfung von Unfallhäufungen. Dieser Bereich kann von der Öffentlichkeit eingesehen werden. Weitergehende Funktionen für die Arbeit der Unfallkommissionen sind erst nach einer Registrierung als Nutzer möglich, beispielsweise eine Analyse des Unfallgeschehens an einer konkreten Örtlichkeit mit EDV-gestützter Maßnahmenempfehlung und abschließender Wirksamkeitsüberprüfung.

Innovatives Werkzeug

Das Bild zeigt den Maßnahmenkatalog gegen Unfallhäufungen

Die innovative Arbeitshilfe für Unfallkommissionen ist dabei als lernendes System konzipiert. Neue Maßnahmen können einfach hinzugefügt und die Wirksamkeit alter und neuer Maßnahmen auf Basis der Ergebnisse der von MaKaU unterstützen Wirksamkeitsüberprüfungen laufend aktualisiert werden. Bei einer weit verbreiteten Anwendung würden nach einer Qualitätsüberprüfung durch einen Administrator so dem Nutzer in regelmäßigen Abständen aktuelle – und im weiteren zeitlichen Verlauf valide – Maßnahmen zur Verfügung stehen.

Pilotphase

MakaU befindet sich derzeit in der Übergangsphase zwischen der Entwicklung eines anwendungsreifen Prototyps hin zu einer vollwertigen Arbeitshilfe. In einer gerade gestarteten Pilotphase testen ausgewählte Nutzer/Unfallkommissionen MaKaU und liefern Hinweise auf mögliche Fehler sowie Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge. Eine darüberhinausgehende Registrierung als Nutzer ist daher aktuell noch nicht möglich.

Ausblick

Nach Abschluss der Pilotphase und eventuell notwendigen Anpassungen der Webapplikation soll MaKaU den Ländern zur Verfügung gestellt werden. Diese können dann die Unfallkommissionen ihres Landes für die Benutzung freischalten.
Auch und gerade innovative Verfahren erzielen nur einen optimalen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, sofern sie in der Praxis hinreichend Anwendung finden. Mit dem nun entwickelten Web-Tool für die Arbeit der Unfallkommissionen ließe sich bei einer weiten Verbreitung in Deutschland mittel- bis langfristig eine hilfreiche Unterstützung für das Sicherheitsmanagement des in Betrieb befindlichen Straßennetzes erreichen.