GSB 7.0 Standardlösung

Neuentwicklungen im Asphaltstraßenbau

Foto zeigt den Einbau von Porous Mastic Asphalt auf der Autobahn Einbau PMA (Porous Mastic Asphalt) auf der A5 im Rahmen der „Baustelle im 21. Jahrhundert“

Neuentwicklungen im Asphaltstraßenbau sind notwendig. Bei allen Überlegungen stehen dabei Verkehrssicherheit und Fahrkomfort im Vordergrund. Die Fahrbahnoberflächen sollen so ausgebildet sein, dass sie griffig und hell sind und bei Nässe nicht spiegeln. Der Gesamtaufbau muss verformungsbeständig sein. Bevor eine Neuentwicklung zur Regelbauweise wird, muss sie ihre Bewährung unter Beweis stellen. Bis dahin wird sie als Sonderbauweise betrachtet.

Bei der Neu-und Weiterentwicklung der Asphaltbauweise rückt der Aspekt der Lärmminderung zunehmend in den Fokus, da sich etwa 60 Prozent der Bevölkerung in Deutschland durch den Straßenverkehrslärm belästigt fühlen. Eine sehr effektive Methode stellt die Schallreduzierung am Entstehungsort dar, in diesem Falle der Reifen/Fahrbahn-Kontakt. Durch die Verwendung von optimierten Asphaltdeckschichten können die Reifen/Fahrbahn-Geräusche beträchtlich reduziert werden.

Offenporiger Asphalt

Hohe Anforderungen an den Lärmschutz machen oftmals die Verwendung von offenporigem Asphalt notwendig. Deckschichten aus dieser Bauweise bestehen zu etwa einem Viertel aus Hohlräumen, wodurch eine Schallabsorption ermöglicht wird. Dieser guten lärmmindernden Wirkung stehen jedoch ein hoher Aufwand bei Bau und Unterhalt, sowie eine begrenzte Nutzungsdauer gegenüber.

Neuentwicklungen im Asphaltstraßenbau versuchen, bei begrenztem Aufwand, annähernd die lärmmindernde Wirkung von offenporigem Asphalt zu erreichen und die Nutzungsdauer zu verbessern. Zu nennen sind die Bauweisen "Splittmastixasphalt Lärmarm (SMA LA)" und "Lärmoptimierte Asphaltdeckschicht (LOA)". Sie versuchen die Geräuschentstehung am Reifen durch eine optimale Oberflächengestalt (Textur) zu reduzieren.

Eine weitere neue Bauweise ist der "Porous Mastic Asphalt (PMA)", auch als "Gussasphalt mit offenporiger Oberfläche" bezeichnet. Grundidee dieser Bauweise ist, die untere Zone der Deckschicht möglichst dicht, das heißt ähnlich einem Gussasphalt auszubilden, während sich an der Oberfläche eine offene Textur einstellt. Dies bewirkt gemeinsam mit einem kleinen Größtkorn gute akustische Eigenschaften. Erreicht wird dies durch eine spezielle Zusammensetzung des Asphalt-Mischguts.

Erprobungsstadium

Alle drei Bauweisen sind im Erprobungsstadium und derzeit noch nicht im technischen Regelwerk abgebildet, zeigen aber eine vielversprechende akustische Wirksamkeit. Die Langzeit-Erfahrungen reichen für den SMA LA bis 2005 zurück, für LOA bis 2007 und PMA bis 2009. In Anbetracht der gewünschten langen Nutzungsdauer von Asphaltdeckschichten von bis zu 20 Jahren, kann erst in einigen Jahren über die Langzeitbewährung dieser Neuentwicklungen befunden werden.