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StrUK: Straßenbauwerk - Umweltschutz - Kreislaufwirtschaft

Das Bild zeigt das Logo StrUK

Planung, Bau und Betrieb von Straßen unterliegen vielfältigen Anforderungen. Recycling-Baustoffe, industrielle Nebenprodukte und aufbereitetes Bodenmaterial sind mengenmäßig der bedeutsamste Strom für die Kreislaufwirtschaft. Diese können und sollen auch vor dem Hintergrund der Ressourcenschonung und als Beitrag zum Klimaschutz im Straßenbauwerk als Alternative zu natürlichen Baustoffen eingesetzt werden. Schwerpunkt aufgrund der möglichen einsetzbaren Mengen sind hier die ungebundenen Schichten und der Erdbau. Durch Sickerwasser können aus Baustoffen Schadstoffe gelöst und in Boden und Grundwasser eingetragen werden. Es gilt, Boden und Grundwasser zu schützen.

Um den Anforderungen an Boden und Grundwasserschutz gerecht zu werden ist die vertiefende Kenntnis der Durchsickerungsvorgänge in den technischen Bauwerken des Straßenbaus notwendig. Hierzu betreibt und vergibt die Bundesanstalt für Straßenwesen umfangreiche Forschungsvorhaben.

In nationalen und internationalen Gremien wird außerdem für Straßenbauwerke auf die Übertragung der Anforderungen des Umweltschutzes hingewirkt. Hier gilt es Lösungswege zu finden, durch die bautechnische und umweltrelevante Erfordernisse praxisorientiert umgesetzt werden können.

Themenpunkt Abfall - Baustoff

Von den in Deutschland anfallenden Abfallmengen sind mehr als 50 Prozent Bau- und Abbruchabfälle. Von dieser Menge sind wiederum mehr als 50 Prozent Boden und Steine. Diese Abfälle können zu großen Teilen genutzt werden. Der Begriff Abfall ist in diesem Zusammenhang eine rein juristische Definition. Ein Teil der Bau- und Abbruchabfälle wird zu Recycling-Baustoffen aufbereitet. Auch industrielle Nebenprodukte können als Baustoffe eingesetzt werden. Hierdurch kann in Deutschland ein Bedarf von 15 bis 20 Prozent der benötigten Gesteinskörnung eingespart werden. Regional betrachtet können Transportwege von Baustoffen minimiert werden. Ein wesentlicher Vorteil der Nutzung dieser Baustoffe besteht zusätzlich in der Einsparung von Deponiekapazitäten. Die Deponierung der gesamten Menge an Bau- und Abbruchabfälle ist derzeit nicht möglich.

Bautechnisch sind Recycling-Baustoffe und industrielle Nebenprodukte sowohl in internationalen, als auch in nationalen Regelwerken bereits fester Bestandteil. Auch hinsichtlich eines effizienten Stoffstrommanagements werden für Böden und Steine die Straßenbauregelwerke weiter konkretisiert. Diese Nutzung der genannten Baustoffe hat sich in den letzten Jahrzehnten sowohl bautechnisch als auch aus Sicht der Umweltbelange als sinnvoll erwiesen.

Themenpunkt Durchsickerung von Straßenböschungen

Das Foto zeigt die Lysimeteranlage in Augsburg

Bei Straßenbaumaßnahmen werden im Erdbau große Massen bewegt. Das grundsätzliche Prinzip des Massenausgleichs findet dabei heute immer weniger Anwendung. Gründe hierfür sind unter anderem weniger Neubau, mehr Erhaltung und Erweiterung von Bundesfernstraßen sowie der Umstand, dass bei Trassenverlegungen das Prinzip des geringsten Eingriffs in Natur- und Landschaft (anstelle des Massenausgleichs) verfolgt wird. Daher werden Baustoffe zur Herstellung von Erdbauwerken benötigt. Hierfür können auch Recycling-Baustoffe, Bodenmaterial oder industrielle Nebenprodukte verwendet werden. Ebenso kann Boden aus anderen Baustellen der Umgebung eingesetzt werden (Stoffstrommanagement). Neben der bautechnischen Eignung spielt der Schutz von Boden und Grundwasser bei der Auswahl der Baustoffe eine wesentliche Rolle. Um diesen zu gewährleisten, ist zu belegen, dass keine umweltrelevante Inhaltsstoffe in relevanten Mengen mit dem Sickerwasser in Boden und Grundwasser ausgetragen werden können.

2 Bilder der Lysimeteranlage der BASt Lysimeteranlage mit Mengenerfassung

Ziel der Forschungsarbeiten zum Thema Durchsickerung von Straßenböschungen ist es, auf Grundlage belastbarer Daten, Sickerwassermengen in Straßenböschungen zuverlässig abschätzen zu können. Hiermit werden Instrumente entwickelt, um die Wirksamkeit unterschiedlicher technischer Sicherungsmaßnahmen zur Minimierung von Sickerwassermengen zu beurteilen. Durch die ökonomisch und ökologisch optimierten Bauweisen soll das Potenzial für den Einsatz von Ersatzbaustoffe im Erdbau des Straßenbaus erhöht werden.

Da die Durchsickerung von Straßenböschungen und der damit verbundene Transport umweltrelevanter Inhaltsstoffe ein sehr komplexes Thema ist, erfordert die Bearbeitung die interdisziplinäre Zusammenarbeit unter anderem von Straßenbauern, Hydrogeologen, Geoökologen, Mathematikern und Chemikern, um die vielfältigen Fragestellungen zu lösen.