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Leitfaden zur effektiven Lärmminderung in komplexen Situationen mit mehreren Verkehrsträgern

Die Überlagerung unterschiedlicher Verkehrslärmquellen (Kumulation) kann zu deutlichen Lärmbelastungen führen. Wurden solch komplexe Situationen bislang einzelfallbezogen behandelt, gibt es nun einen einheitlichen Ansatz für eine verkehrsträgerübergreifende Betrachtung, der im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) entwickelt wurde. Der erarbeitete Leitfaden zur Lärmminderung bei Kumulation soll künftig dabei unterstützen, Lärmbelastungen aus verschiedenen Quellen zu bewerten und geeignete Minderungsmaßnahmen zu finden.

Zu sehen ist eine Bahnlinie, daneben eine befahrene Straße und dazwischen und daneben Grünflächen Das Zusammentreffen verschiedener Verkehrsträger kann zu komplexer Lärmbelastung führen (Bild: Richard Fairless/Moment Open/Getty Images)

Aufgabenstellung

Bei Lärmbelastungen durch unterschiedliche Verkehrsträger wirkt der Lärm oftmals aus verschiedenen Richtungen und mit deren verkehrsträgertypischen Charakteristika auf die Menschen ein. Die BASt beauftragte das Hamburger Ingenieurbüro Lärmkontor GmbH mit der Entwicklung eines einheitlichen Ansatzes für eine verkehrsträgerübergreifende Betrachtung von komplexen Lärmbelastungen. Dabei sollten vor allem Bündelungslagen betrachtet werden, in denen mindestens 2 Verkehrsträger auf Immissionsorte einwirken. Hierbei sollten Bewertungsmethoden untersucht und Werkzeuge entwickelt werden, mit deren Hilfe geeignete Maßnahmen für eine effektive Lärmminderung gefunden werden können.

Untersuchungsmethode

Es wurde eine systematische Analyse möglicher Szenarien, in denen Lärmkumulation auftreten kann, durchgeführt. Hierzu gehörte insbesondere der Aspekt der Quellendominanz, welche eine sogenannte „echte“ Kumulation ausschließt. Bei der Bewertung der unterschiedlichen Möglichkeiten zur rechnerischen Überlagerung verschiedener Lärmquellen wurde auch die lärmwirkungsgerechte Addition mit einbezogen. Zur Unterstützung der theoretischen Betrachtungen wurden auch Messungen in einem realen Kreuzungsbereich zweier Lärmquellen durchgeführt.

Zur Bewertung von Lärmschutzmaßnahmen wurden verschiedene Methoden zur Ermittlung eines Nutzen-Kosten-Verhältnisses miteinander verglichen sowie verschiedene Methoden zur Kostenaufteilung auf die beteiligten Verkehrsträger. Für die weitere Bearbeitung wurden Lärmminderungsmaßnahmen für die Quellen Straße, Schiene, Luft- und Schiffsverkehr diskutiert und klassifiziert.

Die Wirksamkeit von verkehrsträgerübergreifenden Lärmschutzmaßnahmen ist stark von den jeweiligen örtlichen Begebenheiten abhängig. Dies macht eine Gruppierung und Gleichbehandlung verschiedener Szenarien zur schnelleren Maßnahmenfindung unmöglich. Daher wurde nach einer Möglichkeit gesucht, dieses komplexe Problem durch eine systematische Herangehensweise und mit grafisch aufbereiteten Berechnungsergebnissen zu lösen.

Ergebnisse

Die durchgeführten Erhebungen zeigen, dass in Deutschland kein einheitliches Verfahren zum Umgang mit Gesamtlärmsituationen existiert. Diese werden derzeit einzelfallbezogen behandelt. Das entwickelte Verfahren ist offen für verschiedene Möglichkeiten zur Ermittlung eines Gesamtpegels, von der einfachen energetischen Addition von Gesamtpegeln bis zur Miteinbeziehung der Lästigkeit der einzelnen Verkehrsträger aus der Lärmwirkungsforschung. Als Hilfestellung zur Maßnahmenfindung wurden grafische Werkzeuge entwickelt. Diese Werkzeuge tragen dazu bei, die effizientesten und effektivsten Ansatzpunkte für Lärmschutzmaßnahmen zu bestimmen. Implementiert wurden diese Werkzeuge in ein praktikables Verfahren zur systematischen Erreichung einer wirkungsvollen Lärmminderung bei Lärmkumulation.

Der Leitfaden zur Lärmkumulation prüft in der ersten Stufe eines 2-stufigen Verfahrens zuerst das etwaige Vorliegen einer Dominanz. Die zweite Stufe des Leitfadens beschreibt ein Prüfverfahren für 2 relevant zur Gesamtbelastung beitragende Quellen. Hierin wird anhand der Auswertung von Pegelverteilungen die Ausprägung der Lärmkumulation bestimmt. Diagramme der durch Lärmschutzmaßnahmen erreichten Pegelminderungen helfen bei der Maßnahmenfindung. In einer abschließenden Bewertung liefert der Leitfaden eine Hilfestellung bei der Abwägung verschiedener Maßnahmenvarianten unter den Gesichtspunkten der Effektivität und Effizienz.

Folgerungen

Mit dem im Forschungsprojekt entwickelten Leitfaden steht nun ein Werkzeug für die Praxis zur Verfügung, mit welchem eine Bewertung einer Gesamtlärmsituation angegangen werden kann und systematisch geeignete Lärmminderungsmaßnahmen gefunden werden können. Der Leitfaden soll nun in einem Folgeprojekt in der Praxis erprobt und weiterentwickelt werden.

*Dieses Forschungsvorhaben wurde im Rahmen des BMVI-Expertennetzwerks durchgeführt.

  • Kontakt

    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
    Info-Service
    Telefon: 02204 43-9101
    Fax: 02204 43-2550
    info@bast.de

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