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Smartphone-Nutzung beim Fahren von Pkw

Die Nutzung von Smartphones beim Führen von Kraftfahrzeugen ist untersagt, wird aber dennoch praktiziert. Im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wurde nun erstmals eine breit angelegte Erhebung durchgeführt, um die Häufigkeit des Telefonierens und Tippens während der Fahrt zu ermitteln. Die Ergebnisse des künftig kontinuierlich fortgesetzten Monitorings sollen als Grundlage dienen, Verkehrssicherheitsmaßnahmen zielgruppengerecht zu gestalten.

Das Foto zeigt 2 junge Frauen im Auto, die Fahrerin hat ein Smartphone in der Hand. Entweder Fahren oder Tippen – beides zusammen ist verboten (Bild: fstop123/E+/Getty Images)

Aufgabenstellung

Obwohl die Nutzung von Smartphones während der Fahrt mit einem Bußgeld und einem Punkt im Flensburger Fahreignungsregister belegt ist, kommt es häufig zu einer Missachtung dieses Verbots. Kenntnisse über das Nutzerverhalten beim Fahren stellen deshalb eine wichtige Grundlageninformation dar, um verkehrssicherheitsrelevante Fragen beantworten zu können. Im Auftrag der BASt führte die DTV-Verkehrsconsult GmbH, Aachen, eine eingehende Erhebung durch, in der das Nutzerverhalten von Pkw-Fahrern unter Berücksichtigung möglicher Einflussparameter untersucht wurde. Erfasst wurden unter anderem Faktoren wie das Alter von Fahrer oder Fahrerin, die Verkehrsbedingungen sowie die Art der Strecke. Durch das regelmäßige Monitoring sollen Hinweise gewonnen werden, welche Auswirkungen Kampagnen oder verstärkte Kontrollen und Sanktionen haben.

Untersuchungsmethode

Die Erhebung zur Nutzungshäufigkeit von Smartphones beim Fahren erfolgte an 8 Standorten in Deutschland. Die Beobachtung des Verhaltens der Fahrzeugführer wurde sowohl im innerörtlichen Bereich als auch an Landstraßen und Autobahnen durchgeführt. Als Standard wurde der fließende Verkehr außerhalb der Ferienzeiten und bei normaler Witterung und Helligkeit an jeweils 3 Werktagen über mehrere Zeitfenster erfasst. Zusätzlich wurden an 2 Standorten gleichartige Erhebungen auch an Wochenenden durchgeführt. Insgesamt konnten so rund 145.000 Beobachtungen aufgezeichnet werden. Zur Übertragung der Ergebnisse auf den Gesamtverkehr wurde eine Gewichtung anhand der aktuellen Fahrleistungserhebung aus dem Jahr 2014 und der Erhebung der Mobilität in Deutschland aus dem Jahr 2017 vorgenommen.

Ergebnisse

Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass etwa 3 Prozent der Pkw-Fahrer zu einem zufälligen Beobachtungszeitpunkt ihr Smartphone nutzen. 2 Drittel von ihnen tippen auf dem Smartphone. Dabei ist mindestens eine Hand vom Steuer entfernt, und der Blick ist nicht auf die Straße gerichtet. Ein Drittel der Smartphone-Nutzer telefoniert, von diesen haben ungefähr die Hälfte das Handy am Ohr. Für als Referenz beobachtete Nebentätigkeiten ergab sich, dass 0,9 Prozent der Fahrer beim Fahren aßen oder tranken und 1,3 Prozent rauchten. Besonders häufig tippen junge und allein fahrende Männer innerorts auf dem Smartphone. Das Telefonieren mit dem Handy am Ohr, mit Freisprechanlage oder Headset ist vergleichbar häufig feststellbar. Männer und Frauen verhalten sich hier in ähnlicher Weise, wobei Männer vor allem allein, mittags und auf der Autobahn häufiger telefonieren. Junge Fahrer und Fahrerinnen telefonieren innerorts und außerorts deutlich häufiger als auf Autobahnen und dort auch besonders häufig im Vergleich zu mittelalten und älteren Fahrern. Für entsprechende Verkehrssicherheitsmaßnahmen, die auf beide Arten dieser Nebentätigkeiten eingehen, bedeutet dies, dass junge Fahrerinnen und vor allem Fahrer eine besonders relevante Zielgruppe darstellen.

Folgerungen

Mit den vorliegenden Ergebnissen liegt erstmals eine breite Datenbasis zur Smartphone-Nutzung bei Pkw-Fahrern vor. Die Verkehrsbeobachtung hat sich im Rahmen der Untersuchung als effiziente Möglichkeit der Datenerhebung erwiesen. Die Fokussierung auf den zentralen zeitlichen Bereich der Wochentage Dienstag bis Donnerstag zwischen 7 und 14 Uhr erscheint sinnvoll, um eine hohe Anzahl von Beobachtungen zu erreichen. Gleichermaßen haben sich die eingeführten Kategorien der Nebentätigkeiten mit dem Smartphone und denen der Referenztätigkeiten bewährt. Zur Ermittlung der Handy-Nutzung im Zeitverlauf wird eine kontinuierliche Fortschreibung der Daten als sinnvoll angesehen.

  • Kontakt

    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
    Info-Service
    Telefon: 02204 43-9101
    Fax: 02204 43-2550
    info@bast.de

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