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Neuberechnung der Beschleunigungsvergütungen für Baumaßnahmen an Autobahnbaustellen

Da sich die bislang in den Regelwerken vorgegebenen Werte als nicht mehr zeitgemäß erwiesen, initiierte das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zusammen mit der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) eine Überarbeitung der zugrundeliegenden Tabellen. Die Ergebnisse wurden in das Handbuch für die Vergabe und Ausführung von Bauleistungen im Straßen- und Brückenbau (HVA B-StB) übernommen und bilden die Basis für die Berechnung der aktuellen Bonus-Malus-Regelungen in Bauverträgen.

Das Foto zeigt eine Autobahnbaustelle mit Autoverkehr. Von kürzeren Bauzeiten profitieren sowohl Bauunternehmen als auch Verkehrsteilnehmer (Bild: BASt)

Aufgabenstellung

Zur Verkürzung der Bauzeiten an Arbeitsstellen auf Bundesautobahnen kann als vertragliches Instrument eine Beschleunigungsvergütung (Bonusregelung) vereinbart werden, wenn die Fertigstellung der Baumaßnahme vor Ablauf der Vertragsfristen erhebliche Vorteile bringt. Die im HVA B-StB angegebenen Werte entsprechen jedoch nicht mehr den aktuellen Bedingungen und bedurften einer Überarbeitung. Die BASt beauftragte deshalb den Lehrstuhl für Verkehrswesen an der Ruhr-Universität Bochum mit der Überarbeitung der zugrundeliegenden Nutzungsausfallkostentabelle. In diesem Rahmen sollten zudem die maßgebenden geometrischen und verkehrlichen Randbedingungen überprüft sowie die verschiedenen Bewertungsgrößen zur Ermittlung der volkswirtschaftlichen Kosten von Arbeitsstellen analysiert werden. Durch die neuen Rahmenbedingungen sollen stärkere Anreize zur beschleunigten Durchführung von Straßenbaumaßnahmen ermöglicht werden.

Untersuchungsmethode

Ausgangspunkt war eine Dokumentation des Kenntnisstands zur volkswirtschaftlichen Bewertung der verkehrlichen Wirkungen von Arbeitsstellen. Durch Expertengespräche mit Vertretern von Bauunternehmen und Straßenbauverwaltungen flossen zudem Erfahrungen mit der Anwendung von Bonus-Malus-Regelungen in der Praxis ein. Zur Erweiterung und Aktualisierung der Nutzungsausfallkostentabelle wurden die arbeitsstellenbedingten Kostenveränderungen der Fahrtzeiten im fließenden Verkehr und der Fahrtzeitverluste aufgrund von Überlastungen der Kapazität erhoben. Gleichermaßen fand eine modellbasierte Ermittlung der Zuverlässigkeit des Verkehrsablaufs und des Unfallgeschehens sowie des Kraftstoffverbrauchs und der Schadstoffbelastung statt. Daraufhin wurden die täglichen volkswirtschaftlichen Kosten sowie Kosten mit und ohne Arbeitsstelle für verschiedene Szenarien für typische Verkehrsführungen auf Autobahnen berechnet. Anhand der Ergebnisse wurde der Einfluss der maßgebenden Randbedingungen hinsichtlich der Verkehrsnachfrage und der Kapazität mit und ohne Arbeitsstelle analysiert. Auf der Grundlage dieser Werte wurden Bezugsrandbedingungen zur Ermittlung aktualisierter Nutzungsausfallkosten festgelegt, mit denen ein möglichst großer Teil der Strecken des deutschen Autobahnnetzes abgedeckt werden sollte.

Ergebnisse

Im Verlauf der Expertengespräche wurde deutlich, dass eine vertragliche Vereinbarung einer Beschleunigungsvergütung zur Bauzeitverkürzung in der Regel als sinnvoll erachtet, bisher aber nicht verbreitet angewendet wird. Die während der Baustelleneinrichtung bestehende Verkehrsnachfrage und Kapazität beeinflussen die Höhe der Nutzungsausfallkosten erheblich. Daher entstehen ab einem bestimmten durchschnittlichen täglichen Verkehr (DTVR) infolge der Arbeitsstelle erst geringe und dann mit zunehmender Verkehrsstärke immer stärker ansteigende Mehrkosten gegenüber dem Zustand ohne Arbeitsstelle. Mit dem erarbeiteten Bewertungsmodell wurden Nutzungsausfallkosten für 32 typische Verkehrsführungen von Arbeitsstellen auf 4-, 6- und 8-streifigen Autobahnen ermittelt und für jede Randbedingung 2 Varianten hinsichtlich der zeitlichen Verteilung der Verkehrsnachfrage sowie der mittleren Schwerverkehrsanteile von 10 und 20 Prozent betrachtet. Weiterhin wurden die Werte für Strecken innerhalb und außerhalb von Ballungsräumen sowie Strecken mit und ohne Geschwindigkeitsbeschränkung im Fall ohne Arbeitsstelle einbezogen.

Auf diese Weise wurden Nutzungsausfallkosten für typische, im Hinblick auf das Staugeschehen an Arbeitsstellen auf Autobahnen eher kritische Konstellationen ermittelt.

Folgerungen

Mit den Ergebnissen der Untersuchung liegen aktualisierte Nutzungsausfallkostentabellen für Arbeitsstellen auf 4-, 6- und 8-streifigen Autobahnen vor. Im Vergleich mit den bisherigen Werten des HVA V-StB ergeben sich insbesondere für Arbeitsstellen auf hoch belasteten, besonders staugefährdeten Autobahnen deutlich höhere Nutzungsausfallkosten. Damit tragen die Untersuchungsergebnisse dazu bei, die Wirksamkeit von Bonus-Malus-Regelungen als Instrument zur Bauzeitverkürzung bei verkehrlich besonders kritischen Maßnahmen zu verbessern.

  • Kontakt

    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
    Info-Service
    Telefon: 02204 43-9101
    Fax: 02204 43-2550
    info@bast.de

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