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Handlungsleitfaden für den Prüfprozess von Lang-Lkw-Routen

Für den Betrieb von Lang-Lkw wird ein geprüftes Streckennetz vorausgesetzt. Der Prüfprozess für ein entsprechendes Positivnetz wird derzeit in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Zur Vereinheitlichung und Vereinfachung der Anforderungen wurde deshalb im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ein Handlungsleitfaden erstellt. Den zuständigen Verwaltungen wird damit eine Grundlage für Freigabeprüfungen von Lang-Lkw-Routen an die Hand gegeben.

In der Grafik sind die 5 Typen von Lang-Lkw dargestellt. Mögliche Fahrzeugkombinationen nach der Verordnung über Ausnahmen von straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften für Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen mit Überlänge (LKWÜberlStVAusnV) (Bild:BASt)

Aufgabenstellung

Seit Anfang 2017 sind Lang-Lkw für den streckenbezogenen Dauerbetrieb zugelassen. Der Betrieb findet auf Grundlage einer Ausnahmeverordnung statt. Lang-Lkw dürfen nur ein geprüftes Streckennetz befahren. Wegen der abweichenden Fahrzeugabmessungen entsprechen die realen Fahrverläufe eines Lang-Lkw allerdings nicht immer denen eines konventionellen Lkw. In den Prüfprozess einer Streckenfreigabe müssen deshalb alle Verkehrsanlagen im Zuge einer Route einbezogen werden. Die Prüfung und Freigabe von Strecken für das Positivnetz stellen die Straßenbauverwaltungen und Verkehrsbehörden der Länder somit vor besondere Herausforderungen. Im Auftrag der BASt entwickelte die Technische Universität Dresden einen strukturierten Leitfaden, der den Anforderungen der Praxis gerecht werden soll. Straßenverkehrs- und Straßenbauverwaltungen soll damit eine widerspruchsfreie und einheitliche Hilfestellung zur Freigabeprüfung von Routen für Lang-Lkw zur Verfügung gestellt werden.

Untersuchungsmethode

Eine Befragung der zuständigen Behörden von 15 Bundesländern diente der Recherche der bisherigen Erfahrungen bei der Streckenprüfung für Lang-Lkw. Dabei wurden Sachverhalte der fahrgeometrischen Überprüfung und Verkehrssicherheitsfragen im Zusammenhang mit Lang-Lkw ebenso abgefragt wie relevante Verkehrsanlagen für eine Streckenprüfung.

Als Referenz für Simulationen und Feldversuch wurden zwei maßgebende Bemessungsfahrzeuge bestimmt. Stellvertretend für alle Lang-Lkw (Typ 1 bis 5) wurde ein Bemessungsfahrzeug vom Typ 2 definiert. Typ 2 wurde wegen seiner größeren Kreisringbreite ausgewählt, was in Kreisverkehren und an Einmündungen zu Einschränkungen führen kann. Aufgrund seiner Ausnahmestellung wurde zudem ein Bemessungsfahrzeug für den Lang-Lkw vom Typ 1, das verlängerte Sattelkraftfahrzeug, bestimmt. Für beide Bemessungsfahrzeuge wurden Schleppkurvenschablonen für verschiedene Fahrweisen erarbeitet. Mit den Bemessungsfahrzeugen wurden ausgewählte Verkehrsanlagen im Zuge von Autobahnen, Landstraßen und Stadtstraßen mit Mindestmaßen nach den gültigen Richtlinien konstruiert und fahrgeometrisch überprüft. Neben den Lang-Lkw wurden die Verkehrsanlagen zudem mit einem konventionellen Lkw auf derselben Fahrlinie simuliert. Abschließend wurden die behördlichen Erfahrungen mit den wissenschaftlichen Ergebnissen aus dem Feldversuch zusammengeführt.

Ergebnisse

Die Befragung der Bundesländer ergab eine übereinstimmende Forderung nach einheitlichen Regelungen im Umgang mit Streckenprüfungen bei Lang-Lkw. Daraus resultiert unter anderem die Erfordernis von Bemessungsfahrzeugen, Empfehlungen der Bewertung von zu querenden Bahnanlagen und die Aufklärung über die Straßenbeanspruchung durch Lang-Lkw.

Maßgebend für die Untersuchungen war die Bestimmung von repräsentativen Bemessungsfahrzeugen. Das verlängerte Sattelkraftfahrzeug (Typ 1) ist zwar kürzer als ein konventioneller Gliederzug, weist aber durch die großen Überhänge größere Schleppkurven auf als konventionelle Lkw. Bereits heute kann er in den meisten Bundesländern flächendeckend eingesetzt werden. Typ 2 deckt mit seiner Vorkommenshäufigkeit und seinen Schleppkurven auch die übrigen Typen von Lang-Lkw ab. Beide Bemessungsfahrzeuge können mit speziellen Schleppkurvenprogrammen, aber auch mit einfachen Entwurfsprogrammen simuliert werden. Die Gegenüberstellung mit einem konventionellen Lkw bescheinigt, dass bei bestimmten Entwurfsparametern eine Verkehrsanlage mit einem Lang-Lkw nur eingeschränkt oder gar nicht befahren werden kann. Aus diesem Grund sind für Lang-Lkw alle Verkehrsanlagen im Zuge einer Route in den Prüfprozess einzubeziehen. Überdies wird damit die Notwendigkeit der vorgegebenen Einschränkung auf ein Positivnetz bestätigt. Die inzwischen erfolgte Anhebung der zulässigen Länge von Typ 1-Fahrzeugen um 8 Zentimeter dürfte nicht zu erheblichen Abweichungen von den Untersuchungsergebnissen führen.

Folgerungen

Der erarbeitete Handlungsleitfaden ist eine praxisgerechte Arbeitshilfe, in der die Kriterien für die Überprüfung von Lang-Lkw-Routen zusammengefasst sind. Den zuständigen Behörden wird eine Anwendung empfohlen. Die Empfehlungen zur geometrischen Gestaltung von ausgewählten Verkehrsanlagen sollten bei der Fortschreibung der Entwurfsregelwerke berücksichtigt werden.

Die praxisgerechte Arbeitshilfe finden Sie hier: Leitfaden für die Streckenfreigabe für den Einsatz von Lang-Lkw (praxisgerechte Arbeitshilfe) (PDF, 1MB)

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    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
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    Telefon: 02204 43-9101
    Fax: 02204 43-2550
    info@bast.de

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