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Untersuchungen und Entwicklung von Fahrzeug-Rückhaltesystemen und Nachrüstlösungen

An Bundesstraßen und Autobahnen stellen Fahrzeug-Rückhaltesysteme im Fall eines Unfalls einen wichtigen Sicherheitsfaktor dar. Nicht alle Systeme aber wurden in der Vergangenheit mittels Anprallversuchen überprüft; überdies offenbarten sich bei einigen Systemen Schwächen. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat deshalb im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Anprallversuche durchführen lassen, die auch der Entwicklung von Nachrüstlösungen dienen sollten. Auf der Basis der nun vorliegenden Ergebnisse können unter anderem künftig Weiterentwicklungen oder Zertifizierungen vorgenommen werden.

Das Bild zeigt ein Fahrzeug-Rückhaltesystem Positiv in der Aufhaltestufe N2 getestet wurde auch die kurzESP 2.0 BW, die insbesondere für den Einsatz auf kurzen Brückenbauwerken im Zuge von Landstraßen geeignet ist (Bild: BASt)

Aufgabenstellung

Fahrzeug-Rückhaltesysteme sollen ein von der Fahrbahn abkommendes Fahrzeug aufhalten. Ihren Leistungseigenschaften entsprechend werden sie in verschiedenen Bereichen an Bundesfernstraßen installiert. Einige der in Deutschland installierten (älteren) Systeme wurden bisher jedoch keiner Anprallprüfung unterzogen oder lediglich auf der Grundlage von Normentwürfen geprüft. Des Weiteren zeigten sich in der Praxis Schwächen, beispielsweise in Form von sich beim Anprall lösender Pfosten oder korrodierter Bewehrung bei Betonschutzwänden in Ortbetonbauweise. Die BASt hat deshalb im Auftrag des BMVI Anprallversuche durchführen lassen, die neben den Anprallversuchen an bisher ungeprüften und als Sonderlösung eingesetzten Fahrzeug-Rückhaltesystemen Nachrüstlösungen für bestehende und neu entwickelte Systeme umfassten. Ein Ziel war die Aufhaltefähigkeit der untersuchten oder entwickelten Systeme zu gewährleisten oder wiederherzustellen, ein weiteres Ziel war es, geprüfte Systeme für die Stellen in der Praxis zu haben, wo es bisher noch keine gab.

Untersuchungsmethode

Die Grundlagen, welche Anprallprüfungen an welchen Systemen durchgeführt werden sollten, bildeten unter anderem die europäische Prüfnorm DIN EN 1317 und die Richtlinien für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme (RPS 2009). Das Versuchsprogamm wurde jeweils auf die erforderliche Zielstellung hin angepasst. Im Vordergrund standen dabei 3 Hauptbewertungskriterien: Welche Fahrzeugarten werden entsprechend des Rückhaltevermögens des Systems typischerweise aufgehalten? Welche Belastungen und eventuelle Verletzungsrisiken sind für die Insassen eines anprallenden Pkw zu erwarten? Welchen Raum benötigt die Schutzeinrichtung neben der Fahrbahn, um die jeweilige Fahrzeugart aufzuhalten? Zu diesem Zweck wurden auf 2 Prüfgeländen insgesamt 19 Anprallversuche an 12 verschiedenen Systemen durchgeführt.

Ergebnisse

Für das aufgetretene Praxis-Problem sich lösender Pfosten vor allem für Schutzeinrichtungen in Mittelstreifenüberfahrten und auf Bauwerken wurden verschiedene Alternativen der Nachrüstung entwickelt und mittels Anprallversuchen überprüft. So wurden die bislang vorhandenen 2 Sollbruchstellen der Pfosten am Holm und an der Einspannung mit einer Zusatzschraube entschärft und es stehen nun folgende Nachrüstlösungen zur Verfügung: EDSP 2.0 und DDSP 4.0+ jeweils mit Rohrhülsen und gesicherten Steckpfosten sowie EDSP 1.33 BW+ mit Geländer und Zusatzschraube.

Für Betonschutzwände in Ortbetonbauweise mit durch Korrosion geschädigter Bewehrung und für die Übergangskonstruktion nach ARS 17/1996 zur Verbindung von Betonschutzwänden mit Standard-Stahlschutzeinrichtungen der TL-SP 99 wurde jeweils eine Sanierungslösung entwickelt. Unter anderem können damit die erwarteten Aufhaltestufen der Systeme wiederhergestellt werden.

Für ausgewählte Fälle, für die in der Praxis bisher keine geprüften Schutzeinrichtungen zur Verfügung standen, wurden ebenfalls Lösungen aus den Standard-Schutzeinrichtungen der TL-SP 99 erarbeitet und deren Leistungsfähigkeit in positiven Anprallversuchen überprüft. Dadurch stehen nun folgende verschiedene kurze Schutzeinrichtungen für Strecke und Bauwerk, insbesondere für den Einsatz auf Landstraßen, zur Verfügung: 20 m-kurzESP 2.0, 32 m-kurzEDSP 2.0 und 12 m-kurzESP 2.0 BW.

Folgerungen

Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung gelten als wesentlicher Beitrag, die Sicherheit von Fahrzeugzeug-Rückhaltesystemen nachhaltig zu verbessern. Die Prüfberichte der Versuche sind auf der Homepage der BASt veröffentlicht und können von allen interessierten Kreisen abgerufen werden. Sie bilden unter anderen eine fundierte Grundlage für eigene Weiterentwicklungen oder Zertifizierungen.

Forschung kompakt als Download: 10/2020

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    Fax: 02204 43-2550
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