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Rettungsdienst: Untersuchung des Leistungsniveaus für die Jahre 2016/2017

Eine funktionierende Rettungskette kann Leben retten. Dies gilt sowohl für Einsätze, die auf Verkehrsunfälle zurückgehen, als auch für durch andere Anlässe bedingte Notfälle. In regelmäßigen Abständen wird deshalb eine Analyse des Leistungsniveaus im öffentlichen Rettungsdienst vorgenommen. Im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wurden Einsatzaufkommen und Einsatzfahrten aus dem Zeitraum 2016/2017 ausgewertet.

Das Bild zeigt ein rettungsfahrzeug auf dem Weg zum Einsatz. Auf dem Weg zum Einsatz (Bild: ollo/Getty Images)

Aufgabenstellung

Turnusmäßig wird das Leistungsniveau im deutschen Rettungsdienst einer Analyse unterzogen. Die für den Einsatzablauf ausgewählten Kenngrößen beziehen sich auf Bedienschnelligkeit und Bedienqualität. Zur Ermittlung, wie sich das Rettungswesen entwickelt, werden zudem beispielsweise hinsichtlich des Einsatzaufkommens Veränderungen gegenüber den Werten der Vorjahre untersucht. Im Auftrag der BASt analysierte die FORPLAN DR. SCHMIEDEL GmbH, Bonn, die Werte für den Zeitraum 2016 bis 2017.

Untersuchungsmethode

Als Grundlage der Untersuchung diente eine Auswertung dokumentierter Einsatzfahrten. Für jede Einsatzfahrt wurden 15 Merkmale erfasst, die den Einsatzablauf in seiner zeitlichen und räumlichen Dimension beschreiben, sowie die spezifische Einsatzstruktur angeben. Zur Erstellung der Leistungsanalyse wurden Erfassungsstellen in den alten und neuen Bundesländern berücksichtigt. Insgesamt entsprach die Erfassungsdichte einem Anteil an der Bevölkerung von 25 Prozent und 22 Prozent der Bundesfläche. Die Hochrechnung erfolgte auf Basis der Regionstypen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung. Der Korrekturfaktor wurde für die alten und neuen Länder getrennt berechnet. Ergänzend wurden anhand einer exemplarischen, bundesweit nicht repräsentativen, Stichprobe Untersuchungen zur Verletzungsschwere von Verkehrsunfallopfern durchgeführt.

Ergebnisse

Bundesweit wurden im öffentlichen Rettungsdienst im Zeitraum 2016/17 rund 13,9 Millionen Einsätze mit 16,4 Mio. Einsatzfahrten durchgeführt. Pro 1.000 Einwohnern und Jahr entspricht dies etwa 169 Einsätzen. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012/13 bedeutet dies einen Anstieg um 22 Einsätze pro 1.000 Einwohner. Das einwohnerbezogene Notfallaufkommen betrug 87 Notfälle pro 1.000 Einwohner und Jahr und wuchs gegenüber 2012/13 um 12 Einsätze. Die Anzahl der Notarztalarmierungen pro 1.000 Einwohner stieg von 32 auf 35 Alarmierungen. Die entsprechende Anzahl an Krankentransporten hat einen Anstieg von 71 auf über 81 Alarmierungen.

Während an einem mittleren Werktag bundesweit rund 41.000 Hilfeersuchen in den Rettungsleitstellen eingingen, sank deren Zahl auf etwa 31.800 an einem mittleren Samstag und sonntags auf rund 29.700. 52,5 Prozent des Einsatzaufkommens wurden als Notfall eingestuft, die anderen 47,5 Prozent entfielen auf Krankentransporte. Der Anteil der Notfalleinsätze an der Gesamteinsatzleistung erhöhte sich von 29 Prozent im Jahr 1985 auf 52,5 Prozent im Erhebungszeitraum 2016/17. An über 41 Prozent der Notfalleinsätze war ein Notarzt beteiligt. Rund 2 Prozent aller Notfalleinsätze und etwa 1,2 Prozent der Notarztalarmierungen galten einem Verkehrsunfall. Internistische Notfälle machten etwa 29 Prozent aller Notfälle aus, bei jedem dritten wurde ein Notarzt alarmiert.

Im bundesweiten Einsatzfahrtaufkommen sind unterschiedliche Rettungsmitteltypen zum Einsatz gekommen. In 3 von 5 Fällen kam ein Rettungswagen zum Einsatz, 21 Prozent der Einsatzfahrten wurden mit einem Krankenwagen absolviert. Zu 18 Prozent wurden Notarzt-Einsatzfahrzeuge genutzt. Bei einem Prozent der Einsätze wurden Notarztwagen oder Hubschrauber eingesetzt. Bei etwa 3 von 5 Einsätzen, also etwa 9,67 Millionen Fahrten, wurden auf der Anfahrt Sonderrechte genutzt. Rund 884.000 Einsätze (5,4 %) erwiesen sich als Fehlfahrten.

Die Dispositions- und Alarmierungszeit bei Einsatzfahrten mit Sonderrechten auf Anfahrt betrug im Mittel 2,8 Minuten, bei Einsatzfahrten ohne Sonderrechte durchschnittlich 17,5 Minuten. Bei Einsätzen mit Sonderrechten errechnete sich eine mittlere Hilfsfrist von 9 Minuten bis zum Eintreffen des ersten Rettungsmittels am Einsatzort. 95 Prozent der Notfälle wurden binnen 17,7 Minuten mit einem Rettungsmittel bedient. Die Transportzeit bei Einsatzfahrten mit Sonderrechten betrug im Mittel 14,1 Minuten. Bei Einsatzfahrten ohne Sonderrechte lag sie bei durchschnittlich 18,9 Minuten. Die Verweilzeit am Transportziel bei Einsatzfahrten mit Sonderrechten betrug im Mittel 19,5 Minuten, während bei Einsatzfahrten ohne Sonderrechte der Vergleichswert bei 17,6 Minuten lag.

Folgerungen

Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung spiegeln umfassend den gegenwärtigen Stand der Leistungsmerkmale im öffentlichen Rettungswesen wider. Darüber hinaus lassen sich langfristige Trends und Entwicklungen ableiten. Die aktuelle Untersuchung wird den entsprechenden Ausschüssen zur Vorlage gebracht. Eine Weiterführung der Analysen ist für den Zeitraum 2020/2021 vorgesehen.

  • Kontakt

    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
    Info-Service
    Telefon: 02204 43-9101
    Fax: 02204 43-2550
    info@bast.de

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