GSB 7.0 Standardlösung

HinweisCookies

Diese Webseite verwendet Cookies. Diese dienen der Zwischenspeicherung bei Bestell- oder Anmeldevorgängen. Nicht erfasst werden Daten wie Nutzungshäufigkeit oder Verhaltensweisen. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Datenschutz.

OK

Blendung vermeiden: Anforderungen an die dynamische Leuchtweitenregelung

Die dynamische Leuchtweitenregelung soll eine Blendung entgegenkommender Verkehrsteilnehmer verhindern. Um sicherzustellen, dass das neue System korrekt und störungsfrei funktioniert, werden derzeit gesetzliche Rahmenbedingungen erarbeitet. Ein im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) erarbeiteter Anforderungskatalog soll dafür als Grundlage dienen. Im gleichen Zuge wurde untersucht, wie genau sich Werkstätten an die Einstellbestimmungen für Scheinwerfer halten und welcher Verbesserungsbedarf sich daraus ergibt.

Das Bild zeigt den Blick aus einem Messfahrzeug auf eine Straße Test-Szenario: Blendung durch ein entgegenkommendes Fahrzeug (Blick in ein Messfahrzeug; Bild: TU Darmstadt)

Aufgabenstellung

Bestimmte Fahr- und Beladungszustände des Fahrzeugs können zu einer Blendung anderer Verkehrsteilnehmer führen. Für die automatische Leuchtweitenregelung wurden deshalb bereits Parameter für den Ausgleich in die Regelwerke aufgenommen. Für die neue Entwicklung der dynamischen Leuchtweitenregelung gab es bislang keine weitergehenden Anforderungen. Im Auftrag der BASt erarbeitete das Fachgebiet Lichttechnik an der Technischen Universität Darmstadt nun Vorschläge zu erforderlichen Anforderungen, welche in die bestehenden Regelungen einfließen sollen. In einem weiteren Schritt wurden die Einstellgenauigkeit von Kfz-Werkstätten sowie die gesetzlich geforderten Einstellbedingungen auf ihre Relevanz und Einhaltung überprüft.

Untersuchungsmethode

Zur Erarbeitung der Anforderungen an die dynamische Leuchtweitenregelung fand eine Untersuchung an sechs repräsentativen Fahrzeugen mit Halogen-, Gasentladungs- und LED-Scheinwerfern statt. Die Fahrzeuge wiesen unterschiedliche Fahrwerkseigenschaften auf und wurden sowohl unbeladen als auch mit einer Zuladung von 250 Kilogramm getestet. Zusätzlich wurde, falls vorhanden, die dynamische Leuchtweitenregelung deaktiviert und mit der Leuchtweitenregelung im aktivierten Zustand verglichen. Um die unterschiedlichen Scheinwerfer, Leuchtweitenregelungen und Beladungszustände analysieren und vergleichen zu können, wurden zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt, um Gegenverkehr zu simulieren. Diese Fahrzeuge waren mit einem Photometer ausgestattet und mit Probanden besetzt, deren Aufgabe darin bestand, die psychologische und physiologische Blendung zu bewerten.

Im zweiten Teil der Untersuchung wurde die Scheinwerfereinstellung in Kfz-Werkstätten überprüft. Hierfür wurden die Halogen- und Gasentladungs-Scheinwerfer von zwei Serienfahrzeugen, sowohl vertikal als auch horizontal, definiert verstellt. Beide Fahrzeuge wurden jeweils in zehn ausgewählte Werkstätten gebracht, um die Einstellung der Scheinwerfer zu überprüfen und bei Bedarf korrekt einzustellen. Nach dem Werkstattaufenthalt wurde die Einstellung der Scheinwerfer erneut überprüft.

Ergebnisse

Bei Scheinwerfersystemen mit aktivierter dynamischer Leuchtweitenregelung wurde im Allgemeinem keine Blendung festgestellt. Grundsätzlich konnte allerdings festgestellt werden, dass die Beladung die Fahrzeugdynamik beeinflusst. Weiche Fahrwerke erzeugen beim Beschleunigen hohe Neigungswinkel, was insbesondere bei Beladung die Möglichkeit einer Blendung erhöht. Harte Fahrwerke können dagegen Bodenunebenheiten nicht ausgleichen und werden wegen der vielen Impulse im Beleuchtungsstärkeverlauf als blendend bewertet. Dies wird durch die Daten des Blendungs-Knopfs bestätigt. Die getesteten mittleren Fahrwerke sind im Allgemeinen in der Lage, Bodenunebenheiten auszugleichen. Bei allen Testfahrzeugen neigte sich die Hell-Dunkel-Grenze beim Beschleunigen über den Horizont. Die Versuche lassen den Schluss zu, dass die Scheinwerferneigung zeitlich später auf die Bodenunebenheiten reagiert als die Fahrzeugneigung. Um die auftretenden Neigungswinkel auszugleichen, empfiehlt es sich, die Reaktionszeit der dynamischen Leuchtweitenregelung zu verkürzen.

Die Ergebnisse des durchgeführten Werkstatt-Tests zur Überprüfung der Scheinwerfereinstellung ergaben weder horizontal noch vertikal signifikante Unterschiede in der Einstellung von Halogen- und Gasentladungs-Scheinwerfern. Auffallend ist die durchgehend konservative Einstellung, durch die der Gegenverkehr zwar nicht geblendet, die Sichtweite des Fahrers jedoch verringert wird. Im Mittel wurden die Scheinwerfer um minus 1,25 Prozent zu tief ausgerichtet. Nur 15 Prozent der Scheinwerfer wurden innerhalb der geltenden Einstelltoleranz eingestellt.

Folgerungen

Die Ergebnisse zeigen, dass die Fahrzeugneigung durch eine Vielzahl von Parametern beeinflusst wird. Blendung kann nur durch eine verpflichtende Anwendung der dynamischen Leuchtweitenregelung reduziert werden. Sichergestellt werden sollte, dass die geforderten Latenzzeiten sowohl im unbeladenen, als auch im beladenen Zustand eingehalten werden. Die nicht immer ausreichende Qualifikation des Werkstatt-Personals führt dazu, dass die gesetzlichen Vorschriften zur Scheinwerfereinstellung kaum Anwendung finden. Die wesentlichen Bedingungen zur korrekten Einstellung sollen in die Regelwerke einfließen.

Forschung kompakt als Download: 10/2019

Bestellung eines gedruckten Exemplars.

  • Kontakt

    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
    Info-Service
    Telefon: 02204 43-9101
    Fax: 02204 43-2550
    info@bast.de

  • Bestellung

    Haben Sie Interesse am regelmäßigen Bezug einer oder mehrerer unserer Veröffentlichungen?
    Mit unserem Bestellformular nehmen wir Sie in unseren kostenfreien Verteiler auf.

    Bestellformular