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Verbesserung der visuellen Aufmerksamkeit im Straßenverkehr mithilfe eines „Sehfeldassistenten“

In vorangegangenen Laboruntersuchungen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wurden die Ursachen der Fahrfehler Älterer anhand fahrähnlicher Aufgaben zu visuell-räumlichen Aufmerksamkeitsprozessen untersucht. Es zeigte sich, dass Fahrfehler älterer Verkehrsteilnehmer häufig auf altersspezifischen kognitiven Leistungseinschränkungen beruhen. Zudem wurde erkennbar, dass ältere Menschen im Vergleich zu Jüngeren Schwierigkeiten in der visuell-räumlichen Informationsverarbeitung aufweisen, jedoch vergleichbar gute Leistungen erbringen, wenn ihnen die peripheren Informationen möglichst nahe am zentralen Gesichtsfeld dargeboten werden (Sehfeldassistent). Im Auftrag der BASt wurde nun untersucht, inwieweit eine technische Unterstützung in Form eines Sehfeldassistenten zu einer Verbesserung der visuellen Aufmerksamkeit im Straßenverkehr beitragen kann.

Das Bild zeigt eine Straße in der Computersimulation Simulation des Sehfeldassistenten mit eingeblendetem Warnhinweis “ACHTUNG!“ (Bild: EEG- und Eyetrackingstudie)

Aufgabenstellung

In der Untersuchung, die aus zwei Fahrsimulatorstudien bestand, wurde untersucht, ob ältere Fahrer auf Fahrzeuge, die in der Peripherie erscheinen, besser und schneller reagieren, wenn ihnen ein Warnhinweis nahe dem zentralen Gesichtsfeld dargeboten wird. Durch diesen Warnhinweis sollten Fahrer ihre Aufmerksamkeit in die angezeigte Richtung lenken, wodurch sich die Zeit bis zu einer angemessenen Reaktion verkürzen sowie die Reaktionsbereitschaft erhöhen sollte.

Untersuchungsmethode

In beiden Studien wurden zwei Altersgruppen miteinander verglichen. Die eine Gruppe setzte sich aus älteren Probanden (Altersstufe 65+), die andere Kontrollgruppe aus jüngeren Probanden (Alter bis 45 Jahren) zusammen. In der einen Studie wurden Verhaltensdaten wie Bremsreaktionszeiten und Blickbewegungen unter verschiedenen Verkehrsbedingungen erhoben, in der anderen Studie wurden zusätzlich zu den Verhaltensdaten auch Elektro-Enzephalogramm-Daten (EEG-Daten) aufgezeichnet. Dies diente dazu, den neuronalen Informationsverarbeitungsprozess bei älteren und jüngeren Probanden während der Durchführung der Aufgabe abzubilden.

Von besonderem Interesse waren die Reaktionen auf peripher erscheinende, vorfahrtsberechtigte Fahrzeuge, während jeweils eine Warnung in einem Head-up Display, also nahe dem zentralen Gesichtsfeld, eingeblendet wurde.

Ergebnisse

Sowohl bei den Senioren als auch bei der Kontrollgruppe zeigen die Ergebnisse in beiden Studien positive Effekte einer zentral eingeblendeten Warnung: Die Reaktion auf die peripher erscheinenden Fahrzeuge durch Einleitung einer Bremsung erfolgte in allen Altersklassen deutlich schneller. Die Senioren reagierten in beiden experimentellen Bedingungen (mit und ohne EEG-Messung) langsamer als die jüngeren Probanden. Die Blickbewegungsdaten lassen in Kombination mit dem Bremsverhalten darauf schließen, dass in beiden Experimenten sowohl die peripher erscheinenden Fahrzeuge als auch die visuellen Warnungen im Head-up Display nicht direkt fixiert wurden. Damit ist eine Ablenkung von der eigentlichen Fahraufgabe durch den Warnhinweis auszuschließen. Die Ergebnisse der EEG-Analysen belegen, dass durch die zentrale Präsentation von Warnhinweisen eine konstante und frühere Verarbeitung der visuellen Reize einsetzt.

Folgerungen

In beiden Studien zeigten sich für die Probandengruppen positive Effekte einer zentral eingeblendeten Warnung vor peripher erscheinenden Fahrzeugen. Sowohl die Alters-, als auch die Interaktionseffekte deuten darauf hin, dass alle Fahrer von einem solchen System profitieren. Vor allem für ältere Fahrer weist ein derartiges zentrales Warnsystem ein gesteigertes Potenzial auf, die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Forschung kompakt als Download: 04/2019

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    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
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    Fax: 02204 43-2550
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