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Fahranfängerbefragung 2014: 17-jährige Teilnehmer und 18-jährige Nichtteilnehmer am Begleiteten Fahren

Junge Fahranfänger verunfallen in der Zeit nach dem Führerscheinerwerb besonders häufig. Die Teilnahme am Begleiteten Fahren ab 17 (BF17) senkt das Risiko. In einer breit angelegten Fahranfängerbefragung untersuchte die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) die Erfahrungen und Verhaltensweisen von Beteiligten am BF17 und verglich sie mit denen von 18-jährigen Fahranfängern. Ziel war die Ermittlung von Ansätzen zur weiteren Optimierung der Maßnahme Begleitetes Fahren.

Das Bild zeigt einen jungen Mann in einem Auto Fahrerfahrung gibt Sicherheit (Bild: Dreet Production/MITO images/Getty Images)

Aufgabenstellung

Junge Fahranfänger weisen ein besonders hohes Verkehrsunfallrisiko auf. Als sehr kritisch erweist sich die Zeit unmittelbar nach dem Erwerb der Fahrerlaubnis. Bei Teilnehmern der Maßnahme Begleitetes Fahren ab 17 ist jedoch zu beobachten, dass das initiale Unfallrisiko sinkt. Drei Jahre nach der dauerhaften Einführung beauftragte die BASt das Institut für empirische Soziologie, Nürnberg, mit einer Evaluation des Begleiteten Fahrens. Die „Fahranfängerbefragung 2014“ zielte darauf ab, eine Optimierung des Maßnahmenansatzes BF17 zu erzielen. Zu diesem Zweck wurden sowohl BF17-Teilnehmer befragt als auch 18-jährige Fahranfänger, die nach ihrem Führerscheinerwerb unbegleitet am Verkehr teilnahmen.

Untersuchungsmethode

Grundlage der Untersuchung war eine Literaturstudie, die auf die Erfahrungen in Ländern abzielte, in denen die Fahranfängervorbereitung in einen mehrstufigen Prozess unterteilt wird. Zusätzlich wurde eine Online-Befragung internationaler, wissenschaftlicher Experten konzipiert, an der insgesamt 40 Fachleute teilnahmen. Ab März 2014 wurden bundesweit 2.478 Teilnehmer am Begleiteten Fahren ab 17 Jahre kurz nach Beginn ihrer Begleitphase befragt. 834 dieser 17-Jährigen beteiligten sich an der Wiederholungsbefragung gegen Ende der BF17-Teilnahme. Zudem füllten 783 Begleiter einen Fragebogen aus. Parallel wurden bundesweit 925 18-jährige Fahranfänger in den ersten drei Monaten ihres Fahrerlaubnisbesitzes einmalig befragt. Auch zu diesen Fahranfängern lagen zuordenbare Antworten von 373 Eltern vor.

Ergebnisse

BF17-Teilnehmer beginnen ihre Fahrausbildung etwa 1,8 Monate vor dem 17. Geburtstag. Durchschnittlich verbringen die Jugendlichen 8,4 Monate im BF17 und fahren dabei etwa 2.500 km. Fast ein Viertel nutzt die maximal mögliche Dauer von zwölf Monaten aus und erbringt dabei eine Fahrleistung von über 3.600 km.

Die Fahrausbildung der 18-Jährigen beginnt etwa 2,8 Monate vor dem 18. Geburtstag. Aus Sicht der 18-jährigen Fahranfänger sprach am häufigsten die fehlende Zeit gegen die Teilnahme am BF17. Die Befunde verweisen ferner auf ein Wissensdefizit unter jungen Erwachsenen hinsichtlich des Wirkmodells des Fahrerfahrungsaufbaus unter Begleitung. Dies deutet auf ein Kommunikationsdefizit im Rahmen der Fahranfängervorbereitung hin. Für 18-Jährige lässt sich eine jährliche Fahrleistung von circa 5.300 km errechnen.

Fahrzeughalter des am häufigsten genutzten Pkw sind bei neun von zehn BF17-Teilnehmern die Eltern, das durchschnittliche Fahrzeugalter liegt bei 8,0 Jahren. Unter den 18-Jährigen besitzt knapp ein Viertel der Fahranfänger bereits ein eigenes Auto, das Durchschnittsalter liegt hier bei 10,4 Jahren. Knapp zwei Drittel fahren meist mit dem Wagen der Eltern. Die von BF17-Teilnehmern genutzten Pkw sind häufiger stärker motorisiert und mit sicherheitsrelevanten Fahrerassistenzsystemen ausgestattet als die von den 18-jährigen, selbstständigen Fahranfängern bewegten Autos. 18-jährige Fahranfänger berichten häufiger von vorübergehenden Regelverstößen aus den letzten vier Wochen als begleitet fahrende 17-Jährige. Während fast die Hälfte der BF17-Teilnehmer auch Interesse an einem Begleiteten Fahren ab dem Alter von 16 Jahren gehabt hätte, lehnen über zwei Drittel der Eltern ein solches Modell ab.

Folgerungen

Mehr als 80 Prozent der 17-Jährigen empfehlen das Begleitete Fahren uneingeschränkt, der Rest „im Großen und Ganzen“. Hervorgehoben werden die positiven Wirkungen auf das subjektive Sicherheitsempfinden sowie auf den Fahrerfahrungsaufbau in der Begleitzeit. Zur Weiterentwicklung des Begleiteten Fahrens ist das bestehende Wissensdefizit in Bezug auf das Wirkmodell von großer Bedeutung. Zielgruppenorientierte Kampagnen sollen deshalb die Sicherheitskommunikation diesbezüglich verstärken. Bei Überlegungen zur Weiterentwicklung fahrpraxisbezogener Maßnahmenansätze sollen die Untersuchungsergebnisse Berücksichtigung finden.

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