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Demografischer Wandel – Kenntnisstand und Maßnahmenempfehlungen zur Sicherung der Mobilität älterer Verkehrsteilnehmer

Die steigende Anzahl älterer Verkehrsteilnehmer gab in den vergangenen Jahren Anlass zu Forschungsprojekten in vielen Bereichen. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) veröffentlichte nun eine Übersichtsarbeit, die den aktuellen Stand der Forschung darstellt. Aufgezeigt wurden auch Maßnahmen, die der Verbesserung der Verkehrssicherheit von Senioren dienen können.

Das Bild zeigt zwei Senioren in einem Auto Im Alter sicher unterwegs im Straßenverkehr (Bild: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn)

Aufgabenstellung

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels spielt die verhaltenswissenschaftliche Forschung zur Sicherheit von älteren Verkehrsteilnehmern eine immer bedeutendere Rolle. Hierzu führte die BASt bereits zahlreiche Forschungsprojekte durch, jedoch fehlte bislang eine Zusammenstellung des derzeitigen Kenntnisstands. Um die Herausforderungen für die Verkehrssicherheit durch die steigende Anzahl älterer Verkehrsteilnehmer angemessen zu bewältigen, erstellte die BASt eine Übersichtsarbeit zum aktuellen Stand der Forschung. Als Schwerpunkte sollten sowohl Mobilitätsbedürfnisse als auch altersbegleitende, fahrrelevante Funktionsveränderungen sowie die Kompensationsmechanismen älterer Fahrer umfassend wiedergegeben werden.

Untersuchungsmethode

Als Grundlage der Untersuchung dienten die Ergebnisse der 2014 von der BASt veranstalteten Konferenz „Ageing and Safe Mobility“. Diskutiert wurden dort die Erkenntnisse aus empirischen Untersuchungen zum Verhalten älterer Verkehrsteilnehmer sowie zur Straßeninfrastruktur und Fahrzeugtechnik. Darauf aufbauend fanden Recherche und Aufbereitung relevanter nationaler und internationaler Publikationen statt. Näher beleuchtet wurden unter anderem die Eignung von Testungen zur Vorhersage der Fahrkompetenz sowie fahrerlaubnisrechtliche Regelungen in anderen europäischen Ländern. Zusätzlich wurden die Unfallbeteiligung und das Verhalten von Senioren als Fußgänger und Radfahrer betrachtet. Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Aufzeigen von Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit von Senioren. Dabei wurde überwiegend auf solche eingegangen, die auf eine Veränderung des Verhaltens der Verkehrsteilnehmer abzielen.

Ergebnisse

Mobilität stellt eine der wichtigsten Ressourcen des Menschen dar. Sie entscheidet wesentlich über Selbstständigkeit und Autonomie im Alter und bestimmt über Lebensqualität und Wohlbefinden. Es gibt klare Hinweise darauf, dass sich eine eingeschränkte Mobilität ungünstig auf die körperliche und psychische Entwicklung älterer Personen auswirken kann. Obwohl verschiedene Aspekte der psychophysischen Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter abnehmen, stellen Senioren als Fahrer eines Pkw kein erhöhtes Verkehrsunfallrisiko dar. Sensorische, kognitive und motorische Fähigkeiten lassen zwar nach, werden aber kompensiert. Ein Großteil der älteren Fahrer ist in der Lage, die eigene Fahrfähigkeit adäquat zu bewerten. Es sollten Anstrengungen unternommen werden, die Fahrkompetenz von Senioren möglichst lange aufrechtzuerhalten und so die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Bei den möglichen Maßnahmen sollte es nicht um Einschränkungen, Ausgrenzung oder Verbote gehen, sondern die Schwerpunkte sollten vorrangig in der Aufklärung und der Steigerung des Pro-blembewusstseins liegen. Darüber hinaus bestehen Handlungsmöglichkeiten in der Optimierung und Kompensation kognitiver und motorischer Defizite.

Folgerungen

Das Alter an sich berechtigt zu keiner Überprüfung der Fahreignung. Allerdings sollten die Potenziale älterer Verkehrsteilnehmer besser genutzt werden, um die aktive Teilnahme am Straßenverkehr möglichst lange aufrechtzuerhalten. Zu den infrage kommenden Maßnahmen gehören sowohl gezielte Trainings und Schulungen als auch eine verstärkte Einbindung der Hausärzte. Als sinnvoll wird auch die Einführung eines Kennzeichnungssystems für Medikamente angesehen, das mögliche Beeinträchtigungen des Fahrvermögens deutlich hervorhebt. Auf fahrzeugtechnischer Ebene bieten Assistenzsysteme älteren Fahrern eine gern angenommene Unterstützung. Die Bedienung jedoch muss selbsterklärend sein und darf nicht zu Überforderung führen.

Forschung kompakt als Download: 14/2018

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    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
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    Fax: 02204 43-2550
    info@bast.de

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