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Psychologische Wirkungen von Arbeitsstellenlängen, -staffelung und -gestaltung auf die Verkehrsteilnehmer

Auf Bundesautobahnen eingerichtete Arbeitsstellen stellen für Verkehrsteilnehmer besondere Herausforderungen dar. Im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wurden nun die psychologischen Wirkungen überlanger und dicht gestaffelter Arbeitsstellen untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen in die Gestaltung künftiger Arbeitsstellen einfließen.

Das Bild zeigt links eine Probandin, rechts ein Videobild mit Messpunkten Erfassung der Auswirkung von Arbeitsstellen auf die Verkehrsteilnehmer mittels messtechnikgestützter Feldstudien (Bilder: RWTH Aachen)

Aufgabenstellung

Arbeitsstellen auf Bundesautobahnen bedingen erhöhte Anforderungen an die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer. Vor allem in Arbeitsstellen längerer Dauer erfordern verengte Behelfsfahrstreifen, Verschwenkungen und Überleitungen auf die Gegenfahrbahn eine erhöhte Konzentration auf die Fahraufgabe. Die Entwicklung zu größeren Fahrzeugbreiten verschärft diese Problematik. Im Auftrag der BASt führte das Institut für Straßenwesen an der RWTH Aachen eine empirische Untersuchung der psychologischen Wirkungen der Gestaltung, Länge und Staffelung von Arbeitsstellen längerer Dauer auf Bundesautobahnen durch. Von besonderem Interesse waren dabei die Bedingungen auf überlangen sowie dicht aufeinander folgenden Arbeitsstellen.

Untersuchungsmethode

Im Rahmen einer Grundlagenstudie fand eine Auswertung der bislang existierenden Studien zur psychologischen Wirkung von Arbeitsstellen statt. Daraufhin wurde an verschiedenen Arbeitsstellen längerer Dauer eine Feldstudie durchgeführt, um die Wirkung auf die Verkehrsteilnehmer zu untersuchen. Anhand von 341 Probandenversuchen wurden Daten erhoben, das Verhalten aufgezeichnet und analysiert. Befragungen, die anhand eines zuvor erstellten Fragebogens sowohl an Ort und Stelle als auch online durchgeführt wurden, sollten weitere Rückschlüsse auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer zulassen. Aus den Erkenntnissen der empirischen Untersuchungen wurden Hypothesen erarbeitet, die als Grundlage einer anschließenden Fahrsimulatorstudie dienten. Unter gleichbleibenden Randbedingungen wurde hier eine Überprüfung der als relevant geltenden Einflussgrößen einer Arbeitsstelle oder Arbeitsstellenfolge auf die Probanden vorgenommen.

Ergebnisse

Beim Einrichten von Arbeitsstellen sollten einige Regelungen zumindest überdacht werden. So kann Verkehrsteilnehmern nach den vorliegenden Ergebnissen eine Arbeitsstellenlänge von 15 bis 20 Kilometern zugemutet werden, sofern die Fahrstreifen ausreichende Breiten aufweisen. Auffälligkeiten bezüglich der Geschwindigkeitswahl konnten erst bei Arbeitsstellen größerer Länge festgestellt werden. Die Analyse des Fahrverhaltens der Probanden im Fahrsimulator erbrachte keine signifikanten Unterschiede zwischen einer überlangen Arbeitsstelle und gestaffelten Arbeitsstellen. Zu beachten ist, dass Überleitungen und Verschwenkungen für die Verkehrsteilnehmer grundsätzlich mental beanspruchend sind und bei Arbeitsstellenstaffelungen entsprechend häufiger auftreten. Die Anzahl der Verschwenkungen sollte möglichst gering gehalten werden. Beruhigungsstrecken können durch ihren Pausencharakter einen Großteil der Aggression und des Unmuts der Verkehrsteilnehmer kompensieren. Zudem können durch längere Beruhigungsstrecken zum Ende der Staffelung die Geschwindigkeiten harmonisiert und somit der Verkehrsfluss stabilisiert werden. Die Simulatorversuche ergaben eine gute Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten, jedoch sollte der Grund für eine Temporeduktion erkennbar sein und kommuniziert werden. Zudem sollten mehr Informationen zu Baufortschritt und aktueller Situation den Verkehrsteilnehmern zur Verfügung gestellt werden.

Folgerungen

Für die zukünftige Gestaltung von Arbeitsstellen lassen sich aus der Untersuchung qualitative Empfehlungen ableiten. Die derzeitige Empfehlung einer maximalen Arbeitsstellenlänge von zwölf Kilometern im „Leitfaden Arbeitsstellenmanagement auf Bundesautobahnen“ kann, den Ergebnissen folgend, im Vorgriff auf eine ausstehende Überarbeitung des Leitfadens bereits heute auf 15 bis 20 Kilometer ausgedehnt werden. Die im Simulator getestete Möglichkeit einer geänderten farblichen Gestaltung der Mitteltrennung dagegen führt zu keiner signifikanten Verbesserung bei der Abstandhaltung zur linken Fahrbahnbegrenzung. Bei der Gestaltung digitaler Informationsanzeigen wurde Optimierungsbedarf festgestellt.

Forschung kompakt als Download: 13/2018 (PDF, 359KB)

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    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
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    Telefon: 02204 43-9101
    Fax: 02204 43-2550
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