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Fahrverhaltensbeobachtung mit Senioren im Fahrsimulator der BASt – Machbarkeitsstudie

Zur Überprüfung der Fahrkompetenz gilt eine Fahrverhaltensbeobachtung im Realverkehr als erste Wahl. Wegen des damit verbundenen Aufwands und aus sicherheitskritischen Überlegungen stellt sich jedoch die Frage, ob Fahrverhaltensbeobachtungen auch in einem Fahrsimulator absolviert werden können. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) untersuchte deshalb die Fahrkompetenz von älteren und jüngeren Fahrern in ihrem Fahrsimulator.

Das Bild zeigt eine Seniorin im Fahrsimulator Testszenario (Bild: BASt)

Aufgabenstellung

Mit zunehmendem Alter kommt es häufig zu sensorischen, kognitiven und motorischen Leistungsveränderungen. Ansteigend ist zudem die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer Erkrankung sowie für die Einnahme von Medikamenten. Die Fahrkompetenz im Alter kann durch diese Faktoren beeinflusst werden. Zur Erfassung der Fahrkompetenz gilt eine Fahrverhaltensbeobachtung im Realverkehr als der „Goldstandard“; sie ist jedoch auch mit Nachteilen verbunden. Als kritische Faktoren gelten etwa die Abhängigkeit von Wetter und Verkehrsbedingungen sowie das mögliche Auftreten von Gefahrensituationen. Zur Klärung der Frage, ob sich eine Fahrverhaltensbeobachtung im Fahrsimulator als Alternative anbietet, stellte die BASt Untersuchungen im eigenen Fahrsimulator an. Geprüft wurde, wie sich die Fahrkompetenz einer Gruppe älterer Fahrer mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren von Leistungen der jüngeren Fahrer unterscheidet.

Untersuchungsmethode

Die Fahrverhaltensbeobachtungen wurden im Fahrsimulator der BASt durchgeführt. Auf die Simulatorfahrt wurden 31 Fahrer über 60 Jahre, die noch regelmäßig selbst fahren, sowie 25 jüngere Fahrer zwischen 24 und 55 Jahren mit einem speziellen Training zur Gewöhnung an das Fahren im Fahrsimulator vorbereitet. Nach dem Ausscheiden einiger Fahrer wegen auftretender Simulatorunverträglichkeit verblieben in der Gruppe der Senioren 26 Teilnehmer, in der der jüngeren Fahrer 24 Probanden. In beiden Gruppen betrug der Anteil der weiblichen Probanden etwa ein Drittel.

Die Strecke, auf der die Verhaltensbeobachtung durchgeführt wurde, beinhaltete alle wesentlichen Verkehrssituationen, mit denen Fahrer beim Befahren von Autobahnen, Überlandstrecken und im Stadtverkehr üblicherweise konfrontiert werden. Bei der Entwicklung dieser Strecke wurden die einschlägigen Vorgaben für Fahrverhaltensbeobachtungen im Realverkehr berücksichtigt. Die Bewertung der Fahrkompetenz erfolgte durch geschulte Beobachter, die eine Bewertung anhand eines standardisierten Verfahrens vornahmen, das verschiedene Ebenen der Fahraufgabe und verschiedene Auflösungsgrade umfasst. Bei diesem Verfahren wurde eine Tabletanwendung genutzt, die in die Software integriert ist, mit der der Fahrsimulator betrieben wird.

Ergebnisse

Nur ein geringer Anteil der Fahrer, der das Training zur Gewöhnung an das Fahren im Simulator absolviert hatte, brach die Fahrverhaltensbeobachtung aufgrund von Unverträglichkeit ab. In die Auswertung flossen die Ergebnisse von Fragebogendaten, Daten aus der computerbasierten Testung mit dem Test-Set FEV des Wiener Testsystems sowie Daten aus der Fahrverhaltensbeobachtung ein. In der computerbasierten Testung schnitten die Senioren etwas schlechter ab als die Fahrer der Vergleichsgruppe. Gleiches gilt für die Fahrverhaltensbeobachtung. Die Unterschiede in der individuellen Leistung waren bei den Senioren stärker ausgeprägt als in der Vergleichsgruppe.

Es konnte gezeigt werden, dass nach einer entsprechenden Vorbereitung durch ein Gewöhnungstraining auch mit Senioren Fahrverhaltensbeobachtungen in einem Simulator durchgeführt werden können. Das chronologische Alter erwies sich hierbei nicht als geeigneter Faktor für die Vorhersage der Fahrkompetenz von Senioren. Eine Bewertung sollte daher immer auf individueller Basis erfolgen.

Folgerungen

Die aus einer Fahrstrecke mit repräsentativen Fahraufgaben und einem Konzept zur Bewertung der Fahrkompetenz anhand von Beobachtungen bestehende Untersuchungsanordnung hat sich für die Durchführung im Fahrsimulator bewährt. Auch bei älteren Fahrern wird mittels eines Gewöhnungstrainings eine ausreichende Verträglichkeit erzielt, sodass eine simulatorbasierte Fahrverhaltensbeobachtung erfolgreich durchgeführt werden kann.

Forschung kompakt als Download: 12/2018 (PDF, 259KB)

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    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
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    Fax: 02204 43-2550
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