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Liegedauer von Tausalzen auf Landstraßen

Witterung, Lage der Straße und Verkehr wirken sich gravierend auf die Liegedauer von Tausalzen aus. Zur Sicherstellung eines effektiven Winterdienstes werden deshalb Kenntnisse zur Liegedauer für die jeweils erforderliche Tausalzmenge benötigt. Da die vorliegenden Erfahrungen aus dem Bereich der Autobahnen nicht übertragbar sind, untersuchte die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) die für das Landstraßennetz relevanten Einflussfaktoren. Die Ergebnisse zur Verteilung und Liegedauer von Tausalz auf Landstraßen ermöglichen den Einsatz neuer und effizienter Strategien bei der Einsatzplanung der Winterdienste.

Das Foto zeigt wie der Tuchtest auf nasser Straße durchgeführt wird Nass oder feucht? Mit dem Tuchtest wird es eindeutig festgestellt (Bild: KIT)

Aufgabenstellung

Zu den Abhängigkeiten der Tausalzverteilung und deren Liegedauer auf Autobahnen wurden in der Vergangenheit bereits Erkenntnisse gewonnen. Wegen der abweichenden Verkehrsmengen, Verkehrsverteilung und Fahrzeuggeschwindigkeiten können diese Ergebnisse jedoch nicht auf das Landstraßennetz übertragen werden. Im Auftrag der BASt untersuchte das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Straßen- und Eisenbahnwesen, die unterschiedlichen Einflussgrößen auf den Einsatz auf Landstraßen. Gewonnen werden sollten Erkenntnisse zur zeitlichen Wirkung des ausgebrachten Salzes sowie dessen Liegedauer aufgrund von Verkehrsaufkommen, Lage der Strecke und Witterung.

Untersuchungsmethode

In den Winterperioden 2011/2012 sowie 2012/2013 wurden auf 13 Streckenabschnitten Restsalzmessungen unter Verkehr vorgenommen. Dort, wo Straßenmeistereien keine automatische Streu- und Wegedatenerfassung nutzen, wurden Streudichte und Streubreite vom Fahrer dokumentiert. Die Streckenabschnitte deckten sowohl freies Umfeld als auch Wald- und Höhenlagen ab. Unterschiedlich fiel auch die Höhe des Verkehrsaufkommens aus, die allgemeine Streckencharakteristik variierte in den Faktoren Oberflächenstruktur sowie Längs- und Quergefälle. Als Ausbringmethode kam sowohl die Feuchtsalz-Technologie FS30 als auch reine Sole (FS100) zum Einsatz. Bei der Messung der Tausalzgehalte wurden die Anzahl der Fahrzeugüberrollungen und der Fahrbahnzustand sowie die Fahrbahntemperatur und die relative Luftfeuchtigkeit als Randbedingungen berücksichtigt. Die derart erstellten Messreihen sollten Aufschluss über den Verbleib von Tausalz auf der Fahrbahn unter den verschiedenen Randbedingungen wiedergeben. Zur Auswertung der Ergebnisse standen über 150 Messungen zur Verfügung, die an etwa 70 Messtagen ermittelt wurden.

Ergebnisse

Die stärkste Abnahme der Restsalzgehalte zeigte sich bei durchgehend nasser Fahrbahn. Große Längs- und Querneigungen sowie bei Soleeinsatz geringe Oberflächentexturtiefen beschleunigten ebenfalls die Tausalzabnahme. Bei Solesprühung auf nasser Fahrbahn waren diese Einflüsse besonders groß. Auf feuchter Fahrbahn wurden bei gleichen Streubedingungen mit FS30 etwa drei- bis vierfach längere Liegezeiten von Tausalz im Vergleich zu nasser Fahrbahn ermittelt.

Bei Feuchtsalzstreuung reichten für präventive Einsätze auf trockener oder feuchter Fahrbahn bis minus sieben Grad Fahrbahntemperatur geringe Streudichten aus. Hilfreich war dabei der konsequente Einsatz einer Temperatursteuerung bei der Streustoffausbringung. Je nach Straßenkategorie und Größe der Verkehrsmengen genügten - bei regelmäßigen präventiven Einsätzen - Streubreiten, die etwa einen Meter geringer als die Fahrbahnbreite ausfielen. Abendliche Einsätze zeigten bei der Feuchtsalzstreuung keinen Nachteil im Restsalzgehalt gegenüber morgendlichen Einsätzen, wenn über Nacht nur ein geringes Verkehrsaufkommen vorlag.

Sole bietet bei präventiven Einsätzen auf trockenen oder feuchten Straßen ein Einsparpotenzial an Salz und Kosten. Vom Sprühen von Sole auf nasser Fahrbahn mit abfließendem Wasser wird wegen der negativen Einflüsse auf die Liegedauer jedoch abgeraten. Beim Einsatz von Feuchtsalz- und Solestreuern ist auf deren richtige Justierung zu achten.

Folgerungen

Durch die Untersuchungen stehen nun auch für Landstraßen unterschiedlicher Charakteristik Anhaltswerte zur Verfügung, bis zu welcher Anzahl von Fahrzeugüberrollungen eine wirksame Restmenge an Tausalzen zu erwarten ist. Aus diesen Erkenntnissen könnten sich Strategieänderungen in der Winterdiensteinsatzplanung ergeben: wenn beispielsweise weniger befahrene Strecken bereits abends gestreut werden könnten, wären morgens, kurz vor einem eventuell eintretenden Glätteereignis, größere Kapazitäten frei für Strecken mit höherem Verkehrsaufkommen. Die erarbeiteten Empfehlungen sollen in die Regelwerke zum Winterdienst einfließen.

Forschung kompakt als Download: 26/2016 (PDF, 365KB)

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    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
    Info-Service
    Telefon: 02204 43-9101
    Fax: 02204 43-2550
    info@bast.de

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