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Einsatzkriterien für Baubetriebsformen

Staus an Arbeitsstellen auf Autobahnen haben hohe volkswirtschaftliche Kosten zur Folge. Werden Baumaßnahmen an Arbeitsstellen längerer Dauer mit arbeitszeitintensiveren Betriebsformen in Angriff genommen, können die Auswirkungen auf den Verkehr reduziert werden. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) entwarf deshalb Einsatzempfehlungen zur Wahl der wirtschaftlichsten Baubetriebsform. Die Ergebnisse sollen künftig bei der Bauzeitenplanung und bei Ausschreibungen für Arbeitsstellen längerer Dauer auf Autobahnen angewendet werden.

Das Foto zeigt eine Arbeitsstelle auf einer Autobahn Auswirkungen von Arbeitsstellen auf den Verkehr sollen minimiert werden (Bild: BASt)

Aufgabenstellung

Die steigende Verkehrsleistung sowie der zunehmende Erhaltungs- und Ausbaubedarf auf Bundesautobahnen werden auch künftig eine hohe Anzahl von länger andauernden Arbeitsstellen bedingen. Um durch Staus verursachte volkswirtschaftliche Verluste in Grenzen zu halten, sollen die Auswirkungen von Arbeitsstellen längerer Dauer auf den Verkehr minimiert werden. Baumaßnahmen, die in Betriebsformen mit höherer täglicher und wöchentlicher Arbeitszeit durchgeführt werden, gelten als Möglichkeit zur Reduzierung der verkehrlichen Auswirkungen. Im Auftrag der BASt erarbeitete das Institut für Straßenwesen an der RWTH Aachen für die Wahl der Baubetriebsform Einsatzempfehlungen für Baumaßnahmen auf Autobahnen. Im Fokus standen dabei volkswirtschaftliche Gesichtspunkte in Abhängigkeit von Verkehrsstärke und Arbeitsstellenparametern. Die Vorgaben für die Durchführung der Arbeitsstellen sollen in der Zukunft bei der Bauzeitenplanung und Ausschreibungen berücksichtigt werden.

Untersuchungsmethode

Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurden zunächst die maßgebenden Einflussfaktoren auf die Wahl der Betriebsform erarbeitet sowie mögliche Lösungsansätze aufgezeigt und diskutiert. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Befragung von Experten aus den Straßenbauverwaltungen der Länder sowie von Bauunternehmen. Darüber hinaus wurden vorliegende Baubetriebsmeldungen ausgewertet. So konnten Vor- und Nachteile, Chancen und Probleme bei der Durchführung der derzeit vier im Leitfaden zum Arbeitsstellenmanagement auf Bundesautobahnen definierten Betriebsformen aus Sicht aller beteiligten Gruppen aufgezeigt werden.

In einer gesamtwirtschaftlichen Bewertung wurden die durch eine Bauzeitverkürzung eingesparten volkswirtschaftlichen Kosten den aufzubringenden Baulastträgerkosten für diese Beschleunigung gegenübergestellt. Hierzu wurden 13 Standard-Maßnahmen für Arbeitsstellen längerer Dauer auf Bundesautobahnen definiert und mit Bauzeiten und Baukosten für verschiedene Betriebsformen versorgt. Die verkehrliche Bewertung zur Ermittlung der Fahrtzeitverlustkosten erfolgte mittels eines Berechnungsverfahrens, welches bereits in einem früheren Forschungsprojekt entwickelt wurde.

Ergebnisse

In der praktischen Durchführung entsprechen die realisierten Betriebsformen vielfach nicht den ursprünglichen Vorgaben. Identifiziert werden konnten sowohl begünstigende als auch hindernde Faktoren für intensive Betriebsformen. Die Möglichkeiten vertraglich vereinbarter Beschleunigungsvergütungen stoßen zum Teil nur auf geringe Akzeptanz und werden nicht ausgeschöpft. Empfohlen werden deshalb alternative, realistischere Baubetriebsformen. Da nur die Fahrtzeitverluste aus Stauereignissen geeignet monetarisiert werden konnten und diese unmittelbar von der Verkehrsstärke abhängen, wurde entschieden, die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) als Leitgröße zur Wahl der Betriebsform beizubehalten.

Aus der Gegenüberstellung von Nutzen und Kosten bei Wechsel zu einer intensiveren Betriebsform konnten Richtgrößen für Einsatzgrenzen ermittelt werden, die als DTV-Grenzwert in Abhängigkeit verkehrlicher Randbedingungen vorliegen. Die Einsatzgrenzen geben diejenige Verkehrsbelastung wieder, bei der die eingesparten volkswirtschaftlichen Kosten den zusätzlich aufzubringenden Baukosten entsprechen. Die abgeleiteten Einsatzgrenzen gelten für die definierten Standard-Maßnahmen, welche die häufigsten Bauaufgaben auf vierstreifigen Bundesautobahnen abdecken.

Folgerungen

Durch die Untersuchung konnten Richtwerte ermittelt werden, mit denen die Durchführung einer Arbeitsstelle mit einer bestimmten Betriebsform vorgeschlagen werden kann. Mit Verfügbarkeit eines entsprechenden IT-Verfahrens wird in der Zukunft die verkehrliche Bewertung einer konkreten Strecke für die gesamte Einrichtungszeit der Arbeitsstelle möglich sein. Die Modellierung von Kapazitäten und Nachfrageganglinien auf Basis historischer, realer Zähldaten wird dabei eine erhebliche Verbesserung der Prognosegenauigkeit gegenüber dem vorliegenden Verfahren aufweisen. Durch die Bewertung verschiedener baubetrieblicher Szenarien ist auf diesem Wege eine Abschätzung der wirtschaftlichsten Betriebsform möglich.

Forschung kompakt als Download: 19/2016 (PDF, 827KB)

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    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
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    Fax: 02204 43-2550
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