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Leistungen des Rettungsdienstes 2012/2013

Die Entwicklung des öffentlichen Rettungsdienstes bedarf der regelmäßigen Überprüfung. Durch die Erfassung und Analyse repräsentativer Einsatzdaten lassen sich Entwicklungen ableiten und künftige Herausforderungen bestimmen. Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) stellt die Ergebnisse der Leistungsanalyse aus den Jahren 2012 und 2013 vor.

Das Foto zeigt einen Rettungseinsatz der Feuerwehr nach einem Versuchscrach in der BASt Gut drei Prozent aller Notfall-Rettungseinsätze erfolgen nach einem Verkehrsunfall (Bild: Thomas Bieling)

Aufgabenstellung

Seit Beginn der 80er-Jahre findet bundesweit in regelmäßigen Abständen eine Überprüfung des Leistungsniveaus des öffentlichen Rettungswesens statt. Die erfassten Kenngrößen sollen Aufschluss über die Entwicklung des Einsatzaufkommens geben und gleichzeitig einen Überblick zu Bedienschnelligkeit und -qualität ermöglichen. Die BASt beauftragte eine Leistungsanalyse für den Zeitraum 2012 und 2013. Durch die repräsentative Darstellung von ausgewählten Einsatzmerkmalen sollten sowohl die aktuelle Situation als auch das Potenzial für mögliche Veränderungen abgebildet werden.

Untersuchungsmethode

Die Analyse des Leistungsniveaus im Rettungsdienst basiert auf dokumentierten Einsatzfahrten ausgewählter Rettungsleitstellen in den alten und neuen Bundesländern. Die Erfassung der empirischen Realdaten erfolgte im Rahmen von vier Erhebungswellen von jeweils einem Monat. Die Darstellung von 17 Merkmalen pro Einsatzfahrt erlaubte eine umfangreiche Dokumentation jedes Einsatzablaufs in seiner spezifischen Struktur. Die ermittelten Daten umfassten sowohl die Dispositions- und Alarmierungszeit als auch die Dauer des Transports und des gesamten Einsatzes. Die untersuchte Fläche respektive Einwohnerzahl entspricht fast einem Fünftel Deutschlands also annähernd einem Viertel der Bevölkerung. Hochrechnungen erlaubten die Übertragung der Realdaten auf das gesamte Bundesgebiet. Anhand einer exemplarischen Stichprobe wurde zudem eine nicht repräsentative Untersuchung zur Verletzungsschwere von Verkehrsunfallopfern durchgeführt.

Ergebnisse

Bundesweit wurden im öffentlichen Rettungsdienst im Zeitraum 2012/13 jährlich im Mittel zwölf Millionen Einsätze mit insgesamt 14,3 Millionen Einsatzfahrten durchgeführt. Dies entspricht 147 Einsätzen pro 1.000 Einwohner und Jahr. Über die Hälfte (52,5 Prozent) aller Einsätze wurden vom Leitstellenpersonal als Notfall eingestuft, 47,5 Prozent entfallen auf Krankentransporte. Bei 44 Prozent aller Notfalleinsätze wurde ein Notarzt hinzugezogen. Nur bei 1,9 Prozent des Gesamteinsatzgeschehens oder etwa 228.000 Einsätzen handelt es sich um Verkehrsunfälle. 90 Prozent davon werden als Notfall eingestuft, in etwa 29 Prozent der Notfälle kommt ein Notarzt hinzu. Fast jeder fünfte Einsatz erfolgt wegen eines internistischen Notfalls. Sonstige Notfälle wie Verbrechen, Suizid oder Blut- und Organtransporte haben einen Anteil von 35 Prozent. Sonstige Unfälle wie Haus-, Schul- und Sportunfälle machen sieben Prozent aller Einsätze aus, Arbeitsunfälle nur 0,3 Prozent. Für jährlich 8,4 Millionen Einsatzfahrten (59,2 Prozent) wurden Sonderrechte bei der Anfahrt in Anspruch genommen. Errechnet nach dem zuerst eingetroffenen Einsatzfahrzeug beträgt die mittlere Hilfsfrist 8,4 Minuten, 95 Prozent der Notfälle werden innerhalb von 16,9 Minuten bedient. Bei Verkehrsunfällen liegt die Hilfsfrist mit durchschnittlich 8,9 Minuten etwas höher. Bei 95 Prozent der Verkehrsunfälle kommt Hilfe binnen 19,3 Minuten. Ereignet sich ein Verkehrsunfall in einer städtischen Region, liegt die mittlere Hilfsfrist bei 8,33 Minuten, in ländlichen Regionen bei zwölf Minuten. Die Tageszeit, zu der sich ein Verkehrsunfall ereignet, hat offenbar keinen Einfluss auf die Hilfsfrist.

Die Dispositions- und Alarmierungszeit bei Einsatzfahrten mit Sonderrechten bei der Anfahrt beträgt durchschnittlich 2,5 Minuten. Die Transportzeit liegt im Mittel bei 13,7 Minuten, die Verweilzeit am Transportziel konnte mit durchschnittlich 18,2 Minuten beziffert werden. Bei Einsatzfahrten ohne Sonderrechte bei der Anfahrt beträgt die Dispositions- und Alarmierungszeit 14,5 Minuten. Die Transportzeit liegt bei 18,1 Minuten, als Verweilzeit am Transportziel wurden 16,2 Minuten ermittelt. Der Anteil an Fehlfahrten stieg im Vergleich zu 2008/09 auf über eine Million (7,4 Prozent) an. Bei Notfalleinsätzen liegt er höher als bei Krankentransporten. Die Ergebnisse der zusätzlichen Pilotstudie belegen die Machbarkeit einer Datenerhebung und -analyse zur Ermittlung der Verletzungsschwere bei Verkehrsunfallopfern. Zur Klassifikation der Einsatzorte nach Straßentypen und Lage mittels Geodaten wurde eine EDV-Routine entwickelt, die eine bundesweit vergleichende Auswertebasis ermöglicht.

Folgerungen

Den Trends folgend zeigte sich sowohl ein Anstieg des einwohnerbezogenen Einsatzaufkommens als auch des Anteils der Notfalleinsätze. Verschlechterungen bei der Hilfsfrist und der Eintreffzeit des Notarztes weisen ebenso wie der hohe Anteil von Fehlfahrten darauf hin, dass die Effizienz im Rettungsdienst noch ausbaufähig ist. In diesem Zusammenhang liefert die Untersuchung Hinweise auf bestehende und zukünftige Herausforderungen.

Forschung kompakt als Download: 15/2015 (PDF, 540KB)

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Zusatzinformationen

Forschung kompakt 15/15

Bericht

Leistungen des Rettungsdienstes 2012/13
Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Heft M 260, 2015

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