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Wirkungsvolle Risikokommunikation für junge Fahrerinnen und Fahrer

Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall verletzt oder getötet zu werden, ist für die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen am höchsten. Im Rahmen der BASt-Untersuchung “Bedingungen einer wirkungsvollen Risikokommunikation für junge Fahrerinnen und Fahrer” wurden besonders stark gefährdete Subgruppen identifiziert. Das Wissen um verkehrssicherheitsrelevante Personenmerkmale, Werthaltungen und Mediennutzung dieser Gruppen erweitert die Grundlagen künftiger Verkehrssicherheitsarbeit und verbessert damit eine zielgerichtete Ansprache.

Das Bild zeigt eine Grafik über die täglich verbrachte Zeit in sozialen Netzwerken im Internet für 9 Lebensstilgruppen Täglich verbrachte Zeit in sozialen Netzwerken im Internet für 9 Lebensstilgruppen (Bild: BASt)

Aufgabenstellung

Die 18- bis 24-Jährigen haben gegenüber allen anderen Altersgruppen noch immer das deutlich größte Risiko, bei einem Verkehrsunfall verletzt oder getötet zu werden. Daher besteht auch weiterhin der dringende Bedarf, die Verkehrssicherheit dieser Altersgruppe zu verbessern. Um junge Fahrerinnen und Fahrer für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren und eine längerfristige Veränderung ihrer Einstellungen und Verhaltensweisen zu bewirken, ist ein maßgeschneiderter Zuschnitt unterschiedlichster Anspracheformen (Kampagnen, personale Kommunikation und lnternetkommunikation) erforderlich. Das wiederum setzt die genaue Kenntnis voraus, auf welchen Kommunikationskanälen und mit welchen Botschaften welcher Typ junger Fahrer und junge Fahrerin erreicht werden kann. Eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) liefert hierzu neue Erkenntnisse.

Untersuchungsmethode

Die neue RISCOM-Studie knüpft unmittelbar an die JUFA-Studie der BASt aus dem Jahr 2012 an (“Einflussfaktoren auf das Fahrverhalten und Unfallrisiko junger Fahrerinnen und Fahrer”), die umfassende Beschreibungen mehr oder weniger gefährdeter Lebensstilgruppen junger Fahrerinnen und Fahrer erbrachte. ln der aktuellen Studie wurde durch die Hinzunahme von Werthaltungen eine stärkere Differenzierung der Lebensstilgruppen vorgenommen. Zudem wurde eine differenzierte Charakterisierung der Mediennutzung als Grundlage für die Entwicklung zielgruppenspezifischer Anspracheformen berücksichtigt. Die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Persönlichkeitsmerkmalen, Lebensstilen, verkehrssicherheitsrelevanten Erwartungen und verschiedenen Formen der Mediennutzung bildete den dritten Schwerpunkt. Zu diesem Zweck wurden im Rahmen einer Repräsentativbefragung 1.995 Personen in der Zielgruppe der 15- bis 24-Jährigen in standardisierten persönlich-mündlichen Interviews befragt. Durch die Berücksichtigung der 15- und 16-Jährigen erweitern sich die Ansprachemöglichkeiten von Verkehrssicherheitskampagnen künftig auf junge Menschen, die noch keinen Führerschein besitzen.

Ergebnisse

Die Erweiterung der Lebensstildefinition um die Werthaltungen führte zur Identifikation von neun Gruppen, die sich hinsichtlich der Gefährdung im Straßenverkehr deutlich voneinander unterscheiden. Durch die Ausdifferenzierung der Lebensstilgruppen kristallisierten sich zwei unterschiedliche autozentrierte Typen heraus. Die höchste Unfallgefährdung besteht für den “autozentrierten Typ A”, der große Ähnlichkeit mit dem gleichnamigen Lebensstiltyp aus der JUFA-Studie besitzt. Abgesehen von den klassischen Medien, die unterhaltsam über Autothemen berichten, sind Personen dieser Lebensstilgruppe prinzipiell sehr gut über Mobiltelefone, App-Anwendungen oder soziale Netzwerke erreichbar. Ihr relativ geringes Interesse an Verkehrssicherheit macht es jedoch erforderlich, sich in der Risikokommunikation spezifischer Botschaftsstrategien und Vermittlungswege im Sinne einer angemessenen “Verpackung” zu bedienen, um diese Zielgruppe erreichen zu können.

Folgerungen

Der hohe Differenzierungsgrad der Beschreibungen der neun Lebensstilgruppen eröffnet neue Möglichkeiten einer Optimierung künftiger Verkehrssicherheitsmaßnahmen, die primär auf den Einsatz von Risikokommunikation im Bereich der personalen Kommunikation und Massenkommunikation ausgerichtet sind. Die konkreten Empfehlungen zur Umsetzung der Ergebnisse ermöglichen eine fein differenzierte Ansprache besonders gefährdeter Risikogruppen.

Forschung kompakt als Download: 24/2014 (PDF, 278KB)

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    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
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    Fax: 02204 43-2550
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