GSB 7.0 Standardlösung

Standardisierungsprozess für offene Systeme der Straßenverkehrstelematik

Der Straßenverkehr der Zukunft stellt hohe Anforderungen an Intelligente Verkehrssysteme (IVS). Durch das Zusammenwachsen der vormals abgegrenzten Branchen Telekommunikation, Medien und Informationstechnologie ergibt sich im Bereich der Schnittstellenlösungen ein wachsender Bedarf an nachhaltigen Standardisierungsprozessen. Vor dem Hintergrund ansteigenden Datenaufkommens und sich verkürzender Innovationszyklen untersuchte die SSP Consult Beratende Ingenieure GmbH im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) die Wirksamkeit der Standardisierung von offenen Systemen des Verkehrsmanagements und der Verkehrstelematik. Die Ergebnisse erlauben der öffentlichen Hand die Festlegung eines Bewertungsmaßstabs für künftige Aktivitäten.

Gezeigt wird die hierarchische Gliederung des Interoperabilitätsbegriffs Hierarchische Gliederung des Interoperabilitätsbegriffs (Bild: SSP Consult Beratende Ingenieure GmbH Stuttgart)

Aufgabenstellung

In der Verkehrstelematik besteht ein wachsender Bedarf an nachhaltigen Standard-Schnittstellenlösungen, um das reibungslose Zusammenspiel der Systeme und deren Komponenten sicherzustellen. Ansteigende Datenaufkommen und technologisch kürzer werdende Innovationszyklen führen zu neuen Fragen und Herausforderungen bezüglich der Organisation eines geeigneten Standardisierungsprozesses. Untersucht werden sollten sowohl die bislang in den Standardisierungsprozessen OCIT (Open Communication Interface for Road Traffic Control Systems) und OTS (Open Traffic Systems) erzielten, aber auch bei weitergehender Standardisierung zu erwartenden Nutzwirkungen und Risiken. Dabei sollten die Anforderungen des 2011 gegründeten Standardisierungsverbundes OCTS (Open Communication Standards for Traffic Systems) berücksichtigt werden.

Untersuchungsmethode

Eine umfassende Literatur- und Datenrecherche ermöglichte eine zusammenfassende Bestandsaufnahme zur Organisation von Standardisierungsprozessen auf nationaler und internationaler Ebene. Auf dieser Grundlage erfolgte eine Einordnung der Standardisierungsprozesse OCIT und OTS, wobei Initiativen zu kooperativen Straßenverkehrs-Telematiksystemen mit kommunalem Einwirkungsbereich besondere Beachtung fanden. Durch die Analyse des Forschungsbestandes zu Standardisierungsprozessen offener Systeme fand zudem eine Ermittlung der Schwerpunkte künftiger Untersuchungen statt. Daneben ergab sich die koordinierende und moderierende Beteiligung der am Standardisierungsprozess für offene Systeme der Straßenverkehrstelematik beteiligten Interessenparteien. Unterstützt wurde zudem der Abgleich von OCIT und OTS zu affinen Standardisierungen wie DATEX II.

Ergebnisse

Die vorliegende Untersuchung erlaubt im Hinblick auf die Wirksamkeit der Standardisierung von offenen Systemen des Verkehrsmanagements und der Verkehrstelematik die Festlegung eines Bewertungsmaßstabs für künftige Aktivitäten der öffentlichen Hand. Mit der neu eingeführten Methode des “Morphologischen Kastens” wurde ein Bezugsrahmen für Standardisierungsprozesse geschaffen. An einem ausgewählten Fallbeispiel konnte nicht nur eine Abschätzung der Wirkung offener Standards im Bereich der Intelligenten Verkehrssysteme vorgenommen, sondern auch Trends für die Zukunft bestimmt werden. Im laufenden Standardisierungsprozess OCIT und OTS ergab sich jedoch eine anfangs nicht absehbare organisatorische Restrukturierung. Die Gründung des Harmonisierungsgremiums OCTS unter Einbeziehung von DATEX II bewirkte eine zunehmend internationale Ausrichtung der Ziele der Standardisierung, deren Nutzwirkungen im Rahmen der vorliegenden Untersuchungen nicht beachtet werden konnten.

Folgerungen

Der exemplarisch untersuchte Standardisierungsprozess für offene Systeme der Straßenverkehrstelematik stellt ein wichtiges Element der Rahmenbedingungen für Intelligente Verkehrssysteme (IVS) in Deutschland dar. Der weitere Abgleich der Standardisierungsaktivitäten liegt im besonderen Interesse der Betreiber von IVS. Die Ergebnisse legen eine künftige Beteiligung des Bundes an dem Standardisierungsprozess nahe. Als empfehlenswert erscheint die Einbettung der OCTS-Standardisierung in die deutsche IVS-Rahmenarchitektur sowie die Weiterführung der koordinierenden und moderierenden Aktivitäten des Bundes im weiteren Verlauf des Prozesses.

Forschung kompakt als Download: 09/2014 (PDF, 207KB)

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