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Lichteinschaltquoten am Tag - Erhebung 2011/2012

Seit dem 1. Oktober 2005 wird das Fahren mit Licht am Tag (Abblendlicht oder spezielle Tagfahrleuchten) vom Bundesverkehrsministerium für alle Kraftfahrzeuge empfohlen. Seit der ersten Erfassung der Lichteinschaltquoten am Tag in 2007/2008 soll in regelmäßigen Abständen überprüft werden, inwieweit diese Empfehlung seitens der Kraftfahrer befolgt wird.

Gezeigt wird das Plakat der Kampagne “Sehen und gesehen werden. Licht an. Auch am Tag.” Plakat der Kampagne “Sehen und gesehen werden. Licht an. Auch am Tag.” im Jahr 2006 (Bild: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V., Bonn)

Erhebungsmethode

Die Erhebungen werden in sechs Gebieten in Deutschland durchgeführt. Die Auswahl berücksichtigt die regionale Verteilung der Erhebungsgebiete, welche für die Untersuchungen zum Sicherungsverhalten von Pkw-Insassen (seit 1975) festgelegt wurden.

Die Erhebungen finden in allen Gebieten getrennt für die Ortslagen Autobahn, Landstraße und Innerortsstraße in den Jahreszeiten Winter (November bis Februar), Sommer (Mai bis August) und der Zwischenzeit (März, April, September, Oktober) statt.

Es werden die folgenden Zeiten mit Tageslicht definiert:

  • Winterzeit: 10:00 bis 15:00 Uhr (5 Stunden)
  • Zwischenzeit: 09:00 bis 17:00 Uhr (8 Stunden)
  • Sommerzeit: 08:00 bis 16:00 Uhr (8 Stunden)

Durch diese Intervalle wird gewährleistet, dass an allen Orten bereits Tageslicht herrscht, das heißt die Sonne aufgegangen oder noch nicht untergegangen ist. Dabei werden mögliche Dämmerlichtzustände (kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang) nicht einbezogen.

Den aktuellen Ergebnissen liegen insgesamt knapp 2.300 Zählstunden zugrunde. Dabei wurden fast eine Million Fahrzeuge (817.809 Pkw und 114.482 Lkw) gezählt.

Da das Fahren mit Licht am Tag stark von den Witterungsverhältnissen abhängt, wurden bei der Hochrechnung der Quoten die Daten des Deutschen Wetterdienstes berücksichtigt. Für die Hochrechnung werden die Angaben zur Sonnenscheindauer pro Stunde und die Stunden mit Regen berücksichtigt.
Zusätzlich wurden Auswertungen für alle Stunden mit Sonnenscheindauer = 60 min/Std durchgeführt, um festzustellen, wie groß der Anteil der Fahrer ist, die immer mit Licht fahren.

Hochrechnung der Zählwerte

Die Hochrechnung der Quoten auf ein Jahr erfolgt über die Fahrleistung bei Tageslicht.

Die berechneten Quoten für die jeweilige Erhebungsperiode gelten für die Witterungsverhältnisse in dem jeweiligen Jahr. Die Witterungsverhältnisse können jedoch in den Erhebungsperioden unterschiedlich sein. Mit den Quoten lässt sich deshalb nicht ohne weiteres erkennen, ob sich das Verhalten der Fahrer in Bezug auf das Fahren mit Licht geändert hat.

Deshalb werden für jede Erhebungsperiode auch Quoten für gleiche Witterungsverhältnisse, das heißt mit einer standardisierten Verteilung der Stunden in den Witterungsklassen, berechnet.

Als standardisierte Verteilung wird diejenige aus der ersten Erhebung (2007/2008) gewählt (Bild 1).

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Lichteinschaltquoten für Pkw und Lkw Bild 1: Entwicklung der Lichteinschaltquoten für Pkw und Lkw (Witterungsverhältnissen standardisiert auf das Basisjahr)

Mit den Ergebnissen aus den Sommermonaten werden außerdem folgende Quoten für zwei Witterungsklassen berechnet (nur Pkw):
Quoten bei sonnigem Wetter (Sonnenscheindauer = 60 min/Std),
Quoten bei Wetter ohne oder sehr wenig Sonne (Sonnenscheindauer < 10 min/Std aber kein Regen).

Aus der Entwicklung dieser Quoten kann im Vergleich mit der Entwicklung der Gesamtquoten beurteilt werden, ob sich das Verhalten für das Fahren mit Licht bei allen Witterungen oder zum Beispiel nur während der Zeiten ohne Sonne geändert hat (Bild 2).

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Lichteinschaltquoten für Pkw im Sommer bei Sonnenscheindauer = 60 min/h und bei Sonnenscheindauer < 10 min/h Bild 2: Entwicklung der Lichteinschaltquoten für Pkw im Sommer bei Sonnenscheindauer = 60 min/h und bei Sonnenscheindauer < 10 min/h

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Angaben für diese beiden Witterungsklassen nicht über die Fahrleistung hochgerechnet wurden, da die nach Witterungsklassen gegliederte Fahrleistung nicht bekannt ist.

Ergebnisse

Bild 1 zeigt die Entwicklung der Lichteinschaltquoten seit 2007/2008 für die verschiedenen Ortslagen. Dargestellt sind hier die auf das Wetter im Basisjahr 2007/2008 normierten Quoten, wobei die tatsächlich gezählten Quoten im Erhebungsjahr 2011/2012 nur geringfügig (maximal +/- ein Prozent) von den normierten Quoten abweichen. Am höchsten sind die Lichteinschaltquoten auf der Autobahn, wobei die Quoten auf Landstraßen und im Innerortsbereich in den vergangenen Jahren stärker zugenommen haben. Es fällt auf, dass vor allem auf Autobahnen die Quoten bei Pkw deutlich höher liegen als bei Lkw.

In der Entwicklung der Einschaltquoten ist zu erkennen, dass die Anteile der Fahrzeuge mit Licht am Tag von der ersten Erhebung 2007/2008 bis zur aktuellen Erhebung 2011/2012 in allen Ortslagen zugenommen haben. So steigt die Gesamteinschaltquote bei Pkw von 37,9 Prozent auf 48,7 Prozent, bei Lkw von 39,6 Prozent auf 48,2 Prozent.

Zusätzlich wurden die Einschaltquoten im Sommer bei sonnigem Wetter (Sonnenscheindauer = 60 min/h) und bei Wetter ohne Sonne (Sonnenscheindauer < 10 min/h) ausgewertet. Hierbei erfolgte die Berechnung des Querschnitts ohne Gewichtung, da die Fahrleistungen in Abhängigkeit von der Witterung nicht bekannt sind. Die zugehörigen Ergebnisse sind in Bild 2 dargestellt. Auch hier ist zu erkennen, dass die Lichteinschaltquoten im Vergleich zu den vorhergehenden Erhebungen leicht zugenommen haben. Der Vergleich macht jedoch deutlich, dass die Lichteinschaltquoten stark von der Sonnenscheindauer je Stunde abhängen. Während die Lichteinschaltquote 2011/2012 bei Sonnenschein bei etwa 33 Prozent lag, war sie bei Sonnenscheindauern < 10 min/h mit über 50 Prozent deutlich höher

Forschung kompakt als Download: 07/2014 (PDF, 658KB)

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