GSB 7.0 Standardlösung

Neue Technik für den Straßenbetriebsdienst

Obwohl Informations- und Kommunikationstechniken (IuK) im deutschen Straßenbetriebsdienst einen wesentlichen technologischen Grundpfeiler darstellen, werden ihre Möglichkeiten oftmals nicht vollständig ausgeschöpft. Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) untersuchte das Institut für Immobilienökonomie und Projektmanagement an der Universität Biberach (IIP) den derzeitigen Stand sowie Potenziale und Anwendbarkeit moderner IuK-Technologien im Straßenbetriebsdienst. Ergänzend erforschte das IIP in Kooperation mit dem Institut für Regelungstechnik an der Technischen Universität Braunschweig die Möglichkeit des Einsatzes autonom fahrender Fahrzeuge für die Sicherung von Arbeitsfahrzeugen auf Autobahnen.

Das Foto zeigt in einem Diagramm den möglichen Datenfluss der AEDE Möglicher Datenfluss der AEDE (Bild: Prof. Dr. Christian Holldorb, Hochschule Karlsruhe)

Aufgabenstellung

Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK-Technologien) im deutschen Straßenbetriebsdienst dient neben der leichteren und sichereren Gestaltung von Arbeitsabläufen auch der Qualitätssteigerung sowie der Bereitstellung von Daten und Informationen. Da die Potenziale der IuK-Technologien bislang häufig nur unvollständig genutzt werden, stellt sich die Frage, inwieweit eine Übertragbarkeit und der Einsatz von weitergehenden Technologien anderer Branchen möglich erscheinen. Eine systematische Aufbereitung von Anforderungen und Möglichkeiten sollte neben der derzeitigen Praxis auch künftige Entwicklungen berücksichtigen.

Untersuchungsmethode

Die genaue Analyse des Ist-Standes zum Einsatz der IuK-Technologien in den Straßenbauverwaltungen wurde anhand einer bundesweiten Umfrage sowie von Interviews ermittelt, die sich mit den Schwerpunktthemen Sprach- und Datenkommunikation, automatische Einsatzdatenerfassung, Straßenzustands- und Wetter-informationssysteme sowie der Kosten-Nutzen-Rechnung auseinandersetzten. Auf dieser Basis erfolgte eine umfassende Auswertung, die zudem eine Beschreibung der vorhandenen Technik enthält. Die Herausarbeitung der allgemeinen Anforderungen an moderne Iuk-Technik sollte sowohl eine Bewertung der vorhandenen Technik erlauben, als auch Kriterien festlegen, die bei künftigen Planungen und Ausschreibungen zu beachten sind. Als Ergänzung des Forschungsvorhabens wurde das Thema “Autonomes Fahren für den Straßenbetriebsdienst” untersucht. Dafür fand neben einer Erhebung der entsprechenden Unfallzahlen eine Auswertung der vorhandenen aktuellen Forschungsarbeiten statt.

Ergebnisse

Iuk-Technologien werden für den Straßenbetriebsdienst in Deutschland in vielfältiger Weise eingesetzt. Unterschiede von Art und Umfang sind auf differierende organisatorische Randbedingungen zurückzuführen. Eine Einführung der automatisierten Einsatzdatenerfassung als Grundlage der Kosten- und Leistungsrechnung ist ebenso wie ein umfassendes Bestandsdatenmanagement von vielen Bundesländern geplant, wurde jedoch noch nicht überall eingeführt. Während für den Winterdienst an den Bundesautobahnen flächendeckend Glättemeldeanlagen zur Verfügung stehen, ist das nachgeordnete Netz nur in geringem Umfang damit ausgestattet. Eine Analyse ausgewählter neuer und innovativer IuK-Technologien verweist auf bereits in anderen Bereichen zum Einsatz kommende Lösungen, die in ähnlicher Form auch für den Straßenbetriebsdienst genutzt werden könnten. Darüber hinaus werden die neuen Merkmale der Technik dargestellt, die derzeit in Pilotprojekten zum Einsatz kommt. Der im Rahmen der Zusatzuntersuchung erwiesenen überdurchschnittlichen Gefährdung bei Betriebsdienstarbeiten mit Arbeitsfahrzeugen im Bereich der Seitenstreifen sollte durch den Einsatz autonom fahrender Sicherungsfahrzeuge entgegengewirkt werden.

Folgerungen

Der Forschungsbericht stellt eine umfassende Ausarbeitung zum gegenwärtigen und zukünftig möglichen Einsatz der Iuk-Technik im Straßenbetriebsdienst dar. Straßenbauverwaltungen werden damit in die Lage versetzt, den eigenen Stand bei der Nutzung derartiger Technologien zu erkennen und bestehende Unterschiede auszugleichen. Der Bericht offenbart allerdings auch weiteren Forschungsbedarf zur Verbesserung der Vorhersage von Glätte. Zudem weisen die Interviews auf einen deutlich höheren Informations- und Schulungsbedarf zur Nutzung des Straßenzustands- und Wetterinformationssystems SWIS hin. Vorhandene Softwarelösungen sollten vereinfacht und Insellösungen vernetzt werden. IuK-Technik kann darüber hinaus zur Erhöhung der Arbeitssicherheit des Straßenbetriebsdienstpersonals eingesetzt werden.

Forschung kompakt als Download: 06/2014 (PDF, 244KB)

Bestellung eines gedruckten Exemplars.

  • Kontakt

    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
    Info-Service
    Telefon: 02204 43-9101
    Fax: 02204 43-2550
    info@bast.de

  • Bestellung

    Haben Sie Interesse am regelmäßigen Bezug einer oder mehrerer unserer Veröffentlichungen?
    Mit unserem Bestellformular nehmen wir Sie in unseren kostenfreien Verteiler auf.

    Bestellformular