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Fahrzeugsicherheitssysteme in Pkw 2017

In Pkw integrierte Sicherheitssysteme spielen eine bedeutende Rolle, um Verkehrsunfälle zu vermeiden und Unfallfolgen zu mildern. Nach gleichartigen Erhebungen in den Jahren 2013 und 2015 wurde im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) auch 2017 die Marktdurchdringung von Fahrzeugsicherheitssystemen untersucht. Die Ergebnisse belegen, dass sich die Ausstattung mit Fahrzeugsicherheitssystemen positiv entwickelt. Festgestellt wurden allerdings auch deutliche Unterschiede bei der Verbreitung in den verschiedenen Fahrzeugsegmenten.

Die Grafik zeigt Marktdurchdringungsanteile verschiedener Fahrzeugsicherheitssysteme in 2017 Marktdurchdringung von Fahrzeugsicherheitssystemen 2017 (Grafik: BASt)

Aufgabenstellung

Aktive, passive, intelligente und kooperative Fahrzeugsicherheitssysteme tragen dazu bei, Verkehrsunfälle zu vermeiden und Unfallfolgen abzumildern. Seit Jahren sind derartige Systeme als Teil der Fahrzeugausstattung für Pkw verfügbar, werden zum Teil jedoch nur optional angeboten. Nachdem bereits in den Jahren 2013 und 2015 die Marktdurchdringung bei privat genutzten Pkw untersucht wurde, fand im Auftrag der BASt 2017 eine erneute Erhebung statt. Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft, Bonn, und dem Institut für Kraftfahrzeuge an der RWTH Aachen University. Im Fokus stand, zu ausgewählten Fahrzeugsicherheitssystemen zuverlässige Angaben zum aktuellen Stand und zur Veränderung der Marktdurchdringung zu erlangen.

Untersuchungsmethode

Die Untersuchung basierte auf einer Telefonbefragung rund 5.000 privater Haushalte zur Ausstattung eines ihnen zur Verfügung stehenden Fahrzeugs. Die ausgewählten 59 Fahrzeugsicherheitssysteme umfassten ausschließlich Systeme, welche die Sicherheit des Fahrzeugs, der Insassen und von schwächeren Unfallgegnern betreffen. Die Bandbreite reichte von etablierten Systemen wie dem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) und Airbags bis zu neuen Technologien wie Lichtassistenten und Maßnahmen zum Fußgängerschutz. Nach Abschluss der Erhebung fand eine Aufbereitung der Daten statt. Die Disproportionalitäten der Stichprobe wurden durch eine Gewichtung ausgeglichen, um die Grundgesamtheit der Personenkraftfahrzeuge in Deutschland abzubilden.

Ergebnisse

98 Prozent der Fahrzeuge in Deutschland sind mit mindestens einem Airbag ausgestattet. Inzwischen erreichen auch die in der Sitzseite platzierten Seitenairbags mit 93 Prozent eine hohe Marktdurchdringung. Kopfairbags haben seit 2015 um sieben Prozentpunkte auf 63 Prozent zugenommen, was vor allem an der stärkeren Durchsetzung in kleineren Fahrzeugsegmenten liegt. Neuere passive Systeme, insbesondere zum Fußgängerschutz, sind dagegen überwiegend in den aktuellen Modellen der oberen Mittel- und Oberklasse vorhanden. Zur Fahrzeugausstattung gehören zudem aktive Systeme, die Risiken vermeiden oder auch einzelne Fahraufgaben übernehmen. Die häufigsten Vertreter aus dieser Gruppe sind Bremsassistent, ESP und Tempomat. Bereits über 80 Prozent der Fahrzeuge sind mit ESP ausgestattet, das seit 2011 gesetzlich vorgeschrieben ist. Aufgrund einer EU-Richtlinie ist auch die Tagfahrleuchte bereits in fast der Hälfte aller Fahrzeuge verbaut. Systeme wie der erweiterte Abstandsregeltempomat (ACC) oder der Lenkassistent, die bereits dem Automatisierungslevel 1 der Norm SAE J3016 entsprechen, sind aufgrund der teuren und aufwendigen Technik bislang nur bei einem kleinen Teil der oberen Mittel- und Oberklasse sowie in Geländewagen und SUV (Sport Utility Vehicles) zu finden.

In den letzten Jahren nimmt besonders die Ausstattung im Segment SUV stark zu. Fahrzeuge dieses Segments sind bei vielen Systemen ähnlich hoch ausgestattet wie Fahrzeuge der oberen Mittel- und Oberklasse. Dies hängt auch mit der hohen Anzahl der Neuzulassungen in diesem Bereich zusammen. Grundsätzlich nimmt die Anzahl der Sicherheitssysteme mit der jährlichen Fahrleistung und der Nutzungshäufigkeit ebenso zu wie bei jüngeren Fahrzeugen und bei auch privat genutzten Dienstwagen. Betrachtet man die Ausstattungsraten nach Fahrzeugsegmenten zeigt sich ein Muster: Sind Systeme insgesamt selten, unterscheiden sich die Anteile innerhalb der verschiedenen Fahrzeugsegmente teilweise erheblich.

Folgerungen

Durch die Untersuchung konnte ein umfassender Überblick über die Marktdurchdringung von Fahrzeugsicherheitssystemen gewonnen werden. Der Vergleich zwischen 2013 und 2017 zeigt, dass der jüngste Fahrzeugbestand bessere Ausstattungsraten aufweist als vier Jahre zuvor. Das gilt vor allem für das Fahrzeugsegment der Geländewagen und SUV mit einem hohen Anteil von neuen, gut ausgestatteten Fahrzeugen. Minis und Kleinwagen sind dagegen mit deutlich weniger Systemen ausgestattet als Fahrzeuge der oberen Mittelklasse und Oberklasse. Die Fahrzeugsicherheitsausstattung nimmt sowohl mit dem Fahrzeugalter als auch mit sinkender Jahresfahrleistung und seltenerer Nutzung ab.

  • Kontakt

    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
    Info-Service
    Telefon: 02204 43-9101
    Fax: 02204 43-2550
    info@bast.de

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