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Gurte, Kindersitze, Helme und Schutzkleidung - 2017

Die Sicherungsquoten erwachsener Pkw-Insassen bleiben auch im Jahr 2017 auf dem Höchststand. Die altersgerechte Sicherung von Kindern ab sechs Jahren hat sich gegenüber dem Vorjahr ebenso verbessert wie das Schutzverhalten der motorisierten Zweirad-Fahrenden. Die Helmtragequoten von Fahrrad-Fahrenden haben sich insgesamt leicht erhöht, bei Kindern bis zehn Jahren ist die Helmtragequote leicht gesunken. Die Sicherungsquoten im Güterkraftverkehr haben sich verringert.

Das Foto zeigt die Entwicklung der Gurtanlegequoten von erwachsenen Pkw-Insassen (bis 1996: nur westliche Bundesländer, ab 1997: gesamtes Bundesgebiet) Bild 1: Entwicklung der Gurtanlegequoten von erwachsenen Pkw-Insassen (bis 1996: nur westliche Bundesländer, ab 1997: gesamtes Bundesgebiet)

Erhebungsmethode

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) führt seit Mitte der 70er Jahre kontinuierlich repräsentative Verkehrsbeobachtungen im gesamten Bundesgebiet durch, bei denen die Sicherungsquoten von Pkw-Insassen und das Tragen von Schutzhelmen und Schutzkleidung auf Zweirädern erfasst werden. Das standardisierte Erhebungsverfahren ermöglicht verallgemeinerbare Aussagen zur Entwicklung des Schutzverhaltens. Von 1997 an werden die bis dahin gesonderten Ost-West-Erhebungen zusammen durchgeführt. Seit 2002 erfasst die BASt die Sicherungsquoten im Zweiradverkehr in jährlichem Rhythmus und seit 2003 zudem, ebenfalls jährlich, die Sicherungsquoten im Güterkraftverkehr.

Den aktuellen Ergebnissen liegen Beobachtungen von 18.569 Pkw mit 25.562 erwachsenen Pkw-Insassen zugrunde, ergänzt um eine Zusatz-Stichprobe von 2.508 erwachsenen Fondinsassen und 3.912 kindersitzpflichtigen Kindern (bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres).

Die Beobachtungen des Zweiradverkehrs des Jahres 2017 umfassen 15.600 Rad-Fahrende sowie 4.529 motorisierte Zweirad-Fahrende innerorts.

Die Erhebungen im Güterkraftverkehr umfassen 4.477 Fahrzeuge.

Ergebnisse

Dargestellt sind die Ergebnisse für das Jahr 2017. Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Jahr 2016.

Sicherung von Pkw-Insassen

Erwachsene Pkw-Insassen

Die Gesamtsicherungsquote von erwachsenen Pkw-Insassen (Fahrende, Beifahrende und Fondinsassen) lag im Querschnitt aller Straßen wie in den Vorjahren bei 98 Prozent. Damit bleibt die Gurtanlegequote auf dem Höchststand. Auf Autobahnen waren 98 Prozent (99), auf Landstraßen 99 Prozent (98) und im Innerortsbereich 98 Prozent (98) aller erwachsenen Pkw-Insassen mit einem Gurt gesichert.

Bezogen auf die Fahrenden lag die Sicherungsquote im Querschnitt aller Straßenarten im Jahr 2017 bei 98 Prozent (99). Auf Autobahnen sicherten sich 98 Prozent (99) sowie jeweils wie im Vorjahr auf Landstraßen 99 Prozent und im Innerortsbereich 98 Prozent aller Fahrenden mit einem Gurt (Bild 1).
Für die erwachsenen Personen auf dem Beifahrersitz im Pkw vorne lag die Sicherungsquote im Querschnitt aller Straßenarten bei 99 Prozent (98): Auf Autobahnen waren 98 Prozent (99), auf Landstraßen 99 Prozent (97) und auf Innerortsstraßen wie im Vorjahr 98 Prozent gesichert.

Für erwachsene Fondinsassen lag die Sicherungsquote im Querschnitt aller Straßenarten im Jahr 2017 bei 97 Prozent (99). Auf Autobahnen waren 97 Prozent (99), auf Landstraßen 98 Prozent (99) und innerorts 96 Prozent (97) der erwachsenen Fondinsassen mit einem Gurt gesichert (Bild 1).

Kinder

Die Gesamtsicherungsquote von Kindern im Pkw lag 2017 im Querschnitt aller Straßenarten bei 97 Prozent (99). Auf Autobahnen waren 99 Prozent (100), auf Landstraßen 97 Prozent (99) und im Innerortsbereich 96 Prozent (97) der Kinder im Pkw gesichert (Bild 2).
Der Anteil der Verwendung von Kinderrückhaltesystemen lag auf Landstraßen (87) und innerorts (83) jeweils bei 88 Prozent (Bild 2).

Das Foto zeigt die Sicherung von Kindern im Pkw – innerorts (bis 1996: westliche Bundesländer, ab 1997: gesamtes Bundesgebiet) Bild 2: Sicherung von Kindern im Pkw – innerorts (bis 1996: westliche Bundesländer, ab 1997: gesamtes Bundesgebiet)

Kinder ab sechs Jahren waren im Jahr 2017 auf Landstraßen zu 83 Prozent (81) mit Kindersitzen gesichert. Auf Innerortsstraßen ist die Benutzung von Kindersitzen in dieser Altersgruppe auf 85 Prozent gestiegen (73). Auf Landstraßen wurden 14 Prozent (18) und auf Innerortsstraßen zwölf Prozent (23) der Kinder ab sechs Jahren mit Erwachsenengurten und damit nicht altersgerecht gesichert. Auf Landstraßen waren drei Prozent, auf Innerortsstraßen vier Prozent dieser Altersgruppe völlig ungesichert. Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil altersgerecht gesicherter Kinder ab sechs Jahren insbesondere im Innerortsbereich wieder angestiegen.

In der Altersgruppe bis fünf Jahren wurden in 2017 auf Landstraßen 92 Prozent (93), auf Innerortsstraßen 93 Prozent (91) mit Kinderrückhaltesystemen gesichert. Auf Landstraßen
waren zwei Prozent, innerorts drei Prozent dieser Altersgruppe völlig ungesichert.

Helm und Schutzkleidung auf dem Motorrad (innerorts)

Tragen des Schutzhelms

Im Jahr 2017 trugen wie im Vorjahr 99 Prozent der Fahrenden und 100 Prozent der Mitfahrenden von motorisierten Zweirädern einen Schutzhelm.

Tragen von Schutzkleidung

Der Anteil motorisierter Zweirad-Fahrender, die ergänzend zum Helm Schutzbekleidung trugen, lag bei 59 Prozent (49). 29 Prozent (17) aller Personen motorisierten Zweirädern trugen eine komplette Schutzkleidung.

47 Prozent (40) der Mitfahrenden motorisierter Zweiräder trugen neben dem Helm weitere Schutzbekleidung, elf Prozent (17) trugen eine komplette Schutzkleidung (Bild 3).

Das Foto zeigt das Tragen von Schutzhelm und –bekleidung bei motorisierten Zweiradnutzern – innerorts  (bis 1995: westliche Bundesländer, ab 1997: gesamtes Bundesgebiet) Bild 3: Tragen von Schutzhelm und –bekleidung bei motorisierten Zweiradnutzern – innerorts (bis 1995: westliche Bundesländer, ab 1997: gesamtes Bundesgebiet)

Schutzhelm auf dem Fahrrad (innerorts)

Im Jahr 2017 trugen über alle Altersgruppen hinweg 19 Prozent (17) der Fahrradfahrer und Fahrradfahrerinnen einen Schutzhelm.

72 Prozent (76) der Kinder von sechs bis zehn Jahren trugen 2017 einen Fahrradhelm.

Bei den elf- bis 16-jährigen Radfahrern und Radfahrerinnenen trugen 31 Prozent (34) einen Helm.

Für Jugendliche und junge Erwachsene ab 17 Jahren lagen die Helmtragequoten in den jeweiligen Altersgruppen zwischen acht und 27 Prozent, wobei die Fahrenden bis 30 Jahre die niedrigsten Quoten aufweisen (Bild 4).

Das Foto zeigt die Fahrradhelmnutzung nach Altersgruppen – innerorts Bild 4: Fahrradhelmnutzung nach Altersgruppen – innerorts

Sicherung von Fahrern im Güterkraftverkehr 2017

Die Gesamtsicherungsquote von Fahrern und Fahrerinnen im Güterkraftverkehr lag im Verkehrsquerschnitt (Autobahn, Landstraße) bei 82 Prozent (88). Auf Autobahnen waren 84 Prozent (90) und auf Landstraßen 80 Prozent (86) der Fahrenden durch einen Gurt gesichert.

Fahrer und Fahrerinnen von Lkw mit deutschem Kennzeichen waren im Querschnitt aller Straßen zu 83 Prozent (89) gesichert: Auf Autobahnen waren 85 Prozent (91), auf Landstraßen 80 Prozent (86) gesichert. 79 Prozent (86) der Fahrer und Fahrerinnen mit ausländischem Kennzeichen waren im Querschnitt aller Straßen mit einem Gurt gesichert. Auf Autobahnen waren 80 Prozent (87), auf Landstraßen 76 Prozent (84) gesichert.

Im Verkehrsquerschnitt sicherten sich Fahrer und Fahrerinnen von Lkw bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht zu 87 Prozent (93), Fahrende von Lkw über 3,5 t zu 82 Prozent (84) und Fahrer und Fahrerinnen von Lastzügen zu 79 Prozent (87; siehe Bild 5).

Das Foto zeigt die Gurtanlegequoten von Lkw-Fahrern und Fahrerinnen - Verkehrsquerschnitt Bild 5: Gurtanlegequoten von Lkw-Fahrern und Fahrerinnen - Verkehrsquerschnitt

Demnach hat sich das Sicherungsverhalten im Güterkraftverkehr im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr in allen Kollektiven verringert.

Bibliographische Angaben

Autoren des Berichts:
Thorsten Kathman
Frank Jansen
DTV-Verkehrsconsult GmbH
Aachen

unter Mitarbeit von
Winfried Siegener
Thomas Rödelstab
IS-V Ingenieurbüro Siegener-Verkehrstechnik GmbH
Karlsruhe

Marcus Bäumer
Manfred Pfeiffer
IVT-Research GmbH
Mannheim

Autorin dieses Textes:
Claudia Evers

Daten & Fakten kompakt als Download: 01/2018 (PDF, 544KB)

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    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
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    Fax: 02204 43-2550
    info@bast.de

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