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Fahrleistungserhebung 2014

Ein von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) initiiertes Forschungsprojekt erbrachte detailliertes statistisches Datenmaterial zu den Fahrleistungen auf deutschen Straßen. Die Erhebung der Inländer-Fahrleistung kennzeichnet Stand und Veränderung der Fahrleistung von in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeugen. Durch die Ermittlung der Inlandsfahrleistung konnte zudem die Fahrleistung aller Kraftfahrzeuge auf dem deutschen Straßennetz nach Nationalität, Ortslage und Fahrzeugart abgeschätzt werden.

Das Bild zeigt die Erhebungstechniken: Fahrleistungsermittlung mittels Methodenmix Erhebungstechnik: Fahrleistungsermittlung mittels Methodenmix (Bild: IVT Research GmbH)

Aufgabenstellung

Fahrleistungserhebungen erlauben eine Beschreibung, in welchem Maße die Straßenverkehrsinfrastruktur in Anspruch genommen werden wird. Die Gesamtfahrleistung stellt aus ökonomischer Sicht die Nachfrage im motorisierten Straßenverkehr dar. In der Verkehrssicherheitsforschung dient sie als Bezugsgröße für Unfallzahlen, in der Verkehrsökologie als Indikator für verkehrsbedingte Umweltbelastungen. Als Weiterführung der letztmalig im Jahr 2002 durchgeführten Fahrleistungserhebung beauftragte die BASt die IVT Research GmbH und das DLR Institut für Verkehrsforschung mit der wissenschaftlichen Begleitung der beiden Datenerhebungen zur Inländer- sowie zur Inlandsfahrleistung und zur Auswertung der aktuellen Werte.

Ziel der 2014 durchgeführten Halterbefragung war es, aktuelle Zahlen zur Inländerfahrleistung (Teil I) zu ermitteln. Von besonderem Interesse waren die zwischenzeitlich eingetretenen Veränderungen im Bereich der Fahrzeugarten sowie des Fahrzeugeinsatzes.

Zeitgleich wurde die Inlandsfahrleistung (Teil II) ermittelt. Die in einem Jahr auf dem deutschen Straßennetz anfallende Fahrleistung aller Kraftfahrzeuge gilt als wesentliche Größe für die Verkehrsplanung, Verkehrssicherheitsforschung und auch für Emissionsberechnungen. Im Rahmen einer bundesweit durchgeführten Verkehrszählung sollten die Gesamtwerte ermittelt und auch eine Untergliederung nach Fahrzeuggruppen, Straßenklasse und Ortslage vorgenommen werden. Neben einer Differenzierung der Fahrleistung nach der Nationalität der Fahrzeuge ging es zudem um eine Berechnung der Unfallrisikokennziffern auf Basis der ermittelten Fahrleistungswerte.

Inländerfahrleistung 2014 gegliedert nach Fahrzeuggruppe und Territorium der Fahrleistungserbringung

Fahrzeuggruppe

Inländerfahrleistung 2014
(in Millionen km)
Mittlere Fahrleistung
pro Kfz und Jahr (in km)
insgesamtdavon
im Ausland
insgesamtdavon
im Ausland
Krafträder12.368,11.015,3
2.982
245
Pkw598.704,717.773,4
13.568
403
Kraftomnibusse3.955,9170,6
51.309
2.213
Lkw63.875,7887,1
23.891
332
Sattelzugmaschinen19.309,5
1.246,6
99.692
6.436
Sonstige Zugmaschinen559,5
3,6
4.209
27
Sonstige Kraftfahrzeuge3.626,5
43,7
11.921
144
Kfz mit Versicherungs-
kennzeichen
4.618,4
106,9
2.532
59
Insgesamt707.018,321.247,313.220397

Inländerfahrleistung (Teil I)

Untersuchungsmethode

Wie schon bei der Vorgängeruntersuchung im Jahr 2002 wurde die Erhebung der Inländerfahrleistung als Halterbefragung in sechs - auf das gesamte Jahr 2014 verteilte - Erhebungswellen angelegt. Erfasst wurde eine aus dem Zentralen Fahrzeugregister des Kraftfahrt-Bundesamts ausgewählte Stichprobe von rund 162.650 zufällig ausgewählten Fahrzeugen. Deren Halter wurden gebeten, innerhalb eines zehnwöchigen Zeitraums den Tachostand ihres Fahrzeugs zu dokumentieren. Ein neu entwickeltes Mixed-Mode-Design ermöglichte sowohl postalische als auch verschiedene Online-Antwortmöglichkeiten. Einbezogen wurden sämtliche Kraftfahrzeugarten, vom Mofa bis zur Sattelzugmaschine.

Auf der Basis der Halterbefragung wurden Eckwerte und Strukturgliederungen der Gesamtfahrleistung empirisch ermittelt. Der große Stichprobenumfang erlaubte die Ableitung tief gegliederter Kennzahlen zum aktuellen Stand, aber auch im Vergleich mit der Erhebung aus dem Jahr 2002 zur Entwicklung der Fahrleistungen der in Deutschland angemeldeten Kraftfahrzeuge. Erstmals wurden auch Fahrleistungskennzahlen zu Fahrzeugen mit alternativen Antrieben ermittelt. Bei der Ergebnisdarstellung wurde die Gesamtfahrleistung im Untersuchungsjahr zusätzlich auf den jahresdurchschnittlichen Bestand angemeldeter Fahrzeuge bezogen.

Gesamtfahrleistung 2014 von Pkw - gegliedert nach Antriebsarten
FahrzeugartFahrleistung
(in Milliarden km)
Fahrzeugbestand*
(in 1.000)
Mittlere Fahrleistung**
(km/Kfz)
Pkw privater Halter489,139.65712.300
Benzin297,028.46010.400
Diesel177,410.18917.400
Flüssiggas8,747518.200
Erdgas1,15818.500
Elektro0,1410.800
Hybrid1,17713.600
Pkw gewerblicher Halter109,64.46924.500
Benzin21,81.42115.300
Diesel86,02.95729.100
Flüssiggas0,52023.000
Erdgas0,52222.500
Elektro0,1117.800
Hybrid0,41922.800
* jahresdurchschnittlicher Bestand berechnet über: (Bestand Erhebungswelle 1 + … + Bestand Erhebungswelle 6) / 6
** Fahrleistung bezogen auf den mittleren Anmeldebestand

Ergebnisse

Die Gesamtrücklaufquote lag bei rund 47 Prozent. Bei einem jahresdurchschnittlichen Kfz-Anmeldebestand von 53,5 Millionen Fahrzeugen betrug die Inländerfahrleistung im Jahr 2014 rund 707 Milliarden Fahrzeugkilometer. Der größte Anteil der Inländerfahrleistung entfällt mit knapp 599 Milliarden Kilometern oder 85 Prozent auf Personenkraftwagen, Wohnmobile inbegriffen. Inländische Güterkraftfahrzeuge erbrachten im Jahr 2014 eine Fahrleistung von rund 84 Milliarden Kilometern, was etwa zwölf Prozent der gesamten Inländerfahrleistung entspricht.

Daraus ergibt sich für 2014 eine mittlere Fahrleistung von 13.220 Kilometern pro Fahrzeug und Jahr. Pkw erbrachten 2014 eine durchschnittliche Fahrleistung von rund 13.600 Kilometern, für Lkw wurden 23.900 Kilometer ermittelt. Die höchsten durchschnittlichen Fahrleistungen erbrachten Sattelzugmaschinen im gewerblichen Verkehr mit 110.600 Kilometern pro Jahr. Fernlinienbusse lagen mit 194.300 Kilometern deutlich darüber. Gering waren die mittleren Jahresfahrleistungen motorisierter Zweiräder mit 3.000 Kilometern.

Der Vergleich der Werte von 2002 und 2014 ergab, dass trotz eines um 13,2 Prozent angestiegenen Bestands angemeldeter Kfz die Gesamtfahrleistung nur um 0,6 Prozent zugenommen hat. Die zurückgelegten Fahrzeugkilometer von 14.880 im Jahr 2002 gingen auf 13.220 im Jahr 2014 zurück. Dies entspricht einem Rückgang um 11,2 Prozent.

Das Bild zeigt Erfassungsgeräte und Autokennzeichen Anhand des spezifischen Musters der Abfolge von Buchstaben, Ziffern, Bindestrichen und Leerzeichen konnte die Nationalität zugeordnet werden. (Bild: DTV, BAS, Siemens)

Inlandsfahrleistung (Teil II)

Untersuchungsmethode

Die Schätzung der Fahrleistung von Kraftfahrzeugen auf dem deutschen Straßennetz 2014 zur Ermittlung der Inlandsfahrleistung basiert auf einer bundesweit durchgeführten Verkehrszählung. Die Erhebung der Werte erfolgte an 520 Straßenabschnitten über je 24 Stunden zu allen Tages- und Jahreszeiten. Zusätzlich wurde die Stichprobe der Straßenabschnitte nach Straßenklasse und Ortslage geschichtet. Die Zählungen fanden mittels automatisierter Beobachtung des fließenden Verkehrs an zufällig ausgewählten Fahrtrichtungsabschnitten und Tagen statt. Dabei wurde die Nationalität des Fahrzeuges per Videokamera erfasst, Seiten- und Überkopfradardetektoren erlaubten die Differenzierung von neun Fahrzeugarten. Somit konnten die Fahrleistungen für neun Fahrzeugarten und 38 Nationalitäten geschätzt werden. Mithilfe der Abschnittslängen wurden die empirisch erhobenen Verkehrsstärkewerte in Fahrleistungen transformiert und auf das komplette Straßennetz und das Gesamtjahr 2014 hochgerechnet.

Inlandsfahrleistung 2014 gegliedert nach Fahrzeugart und Straßenklasse
FahrzeugartBABBundes-
straße
Landes-
straße
Kreis-
straße
Sonstige
Straße
in Millionen Fahrzeugkilometer
Motorisierte Zweiräder1.852,0
2.777,0
4.603,32.546,5
5.697,4
Pkw164.461,6134.403,7115.138,459.998,8112.180,9
Lieferwagen19.088,712.112,88.034,74.228,38.312,8
Pkw mit Anhänger5.239,14.568,02.254,21.075,11.636,8
Busse603,5850,91.017,9547,81.530,0
Lkw ohne Anhänger7.103,25.805,73.097,61.813,44.570,9
Lkw mit Anhänger11.317,52.692,7846,4584,11.181,4
Sattelzüge16.647,24.957,91.723,6961,31.955,1
Sonstige Kfz1.966,3708,7589,4279,1254,4
Summe228.279,2168.877,4137.305,872.034,5137.319,6

Ergebnisse

Für das Jahr 2014 wird die Inlandsfahrleistung auf 743,82 Milliarden Fahrzeugkilometer (Fzgkm) geschätzt. Davon entfallen etwa 601 Milliarden Fzgkm, also rund 81 Prozent, auf Pkw mit und ohne Anhänger. Die zweithöchste Fahrleistung wurde mit 51,8 Milliarden Kilometern bei Lieferwagen ermittelt. Im Schwerverkehr dominieren die Sattelzüge mit 26,2 Milliarden Kilometern.

Der Bezug der amtlichen Unfallzahlen aus dem Jahr 2014 auf die Fahrleistungen von Kraftfahrzeugen ließ die Berechnung von Risikokennziffern zu. Ermittelt wurde sowohl das Risiko der Unfallbeteiligung von Kraftfahrzeugen als auch das Risiko von Kraftfahrzeugbenutzern, bei einem Unfall verletzt oder getötet zu werden. Möglich war eine Differenzierung nach Fahrzeuggruppe und Unfallschwere respektive Verletzungsschwere. Vor allem motorisierte Zweiräder weisen ein besonders hohes Risiko auf.

Folgerungen

Das Grundkonzept der bisherigen Halterbefragungen zur Erhebung der Inländerfahrleistung hat sich bewährt. Durch die Einbeziehung neuer Kommunikationswege konnte einer tendenziell sinkenden Teilnahmebereitschaft erfolgreich entgegen gewirkt werden. Die zeitgleiche Durchführung einer automatischen Verkehrszählung eröffnete erstmals die Möglichkeit, die Fahrleistung auf dem deutschen Straßennetz nach Straßenklasse und Ortslage sowie Zeitabschnitten zu untergliedern. Mit der Verkehrszählung zur Ermittlung der Inlandsfahrleistung 2014 liegt somit zum ersten Mal eine gesamtheitliche Erfassung des Verkehrsgeschehens auf dem deutschen Straßennetz vor.

Bibliographische Angaben

Fahrleistungserhebung 2014 – Inländerfahrleistung

Autoren des Berichts:
Marcus Bäumer
Heinz Hautzinger
Manfred Pfeiffer
Wilfried Stock
IVT Research GmbH, Mannheim

Barbara Lenz
Tobias Kuhnimhof
Katja Köhler
Institut für Verkehrsforschung
DLR, Berlin

Fahrleistungserhebung 2014 – Inlandsfahrleistung und Unfallrisiko

Autoren des Berichts:
Marcus Bäumer
Heinz Hautzinger
Manfred Pfeiffer
Wilfried Stock
IVT Research GmbH, Mannheim

Barbara Lenz
Tobias Kuhnimhof
Katja Köhler
Institut für Verkehrsforschung
DLR, Berlin

Autor dieses Textes:
Markus Lerner
Bundesanstalt für Straßenwesen

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