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Psychologische Wirkungen von Arbeitsstellenlängen, -staffelung und -gestaltung auf die Verkehrsteilnehmer

BASt-Bericht V 303

Christian Scotti, Dirk Kemper, Markus Oeser, Institut für Straßenwesen Aachen, RWTH Aachen
Max Haberstroh, Florian Welter, Sabina Jeschke, Lehrstuhl für Informationsmanagement im Maschinenbau, RWTH Aachen
Eva-Maria Skottke, CBM Aachen
101 Seiten
Erscheinungsjahr: 2018
Preis: 18,50 €

Bestellung eines gedruckten Exemplars beim Carl Schünemann Verlag GmbH

Dieser Bericht steht auch kostenfrei im elektronischen BASt-Archiv ELBA zur Verfügung.

In diesem Forschungsvorhaben sollten die psychologischen Wirkungen der Gestaltung, der Länge und der Staffelung von Arbeitsstellen längerer Dauer auf Bundesautobahnen empirisch untersucht werden. Trotz einiger Studien wurde bisher der Einfluss von Arbeitsstellen sowohl aus verkehrstechnischer als auch aus psychologischer Sicht sowie der dichten Arbeitsstellenfolge auf den Verkehrsteilnehmer nicht hinreichend untersucht. Ziel des Projekts ist es daher, diesen Einfluss auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Kontexten zu messen und Empfehlungen für die praktische Umsetzung abzuleiten.

Da für die Konzeption und Durchführung der Studie sowie für die zielgerichtete Umsetzung der Ergebnisse sowohl fundierte Kenntnisse der Verkehrspsychologie als auch der Verkehrstechnik benötigt werden, ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fachbereiche Psychologie, Soziologie und Verkehrsingenieurwesen unumgänglich.

Das Ergebnis der vorliegenden Studie ist, dass einige Regelungen beim Einrichten von Arbeitsstellen zumindest überdacht werden sollten.

So kann einem Verkehrsteilnehmer nach vorliegenden Ergebnissen eine Arbeitsstellenlänge von 1520 Kilometern zugemutet werden, sofern die Fahrstreifen eine ausreichende Breite aufweisen. Erst danach konnten in dieser Untersuchung Auffälligkeiten bezüglich der Geschwindigkeitswahl festgestellt werden.

Unter psychologischen Gesichtspunkten sind nach Analyse der Daten zum Fahrverhalten der Probanden im Fahrsimulator keine signifikanten Unterschiede zwischen einer überlangen Arbeitsstelle und gestaffelten Arbeitsstellen nachweisbar. Allerdings ist zu beachten, dass Überleitungen und Verschwenkungen für die Verkehrsteilnehmer grundsätzlich mental beanspruchend sind und bei Arbeitsstellenstaffelungen entsprechend häufiger auftreten. Aus Sicht der Verkehrssicherheit sollte daher die Anzahl der Verschwenkungen möglichst gering gehalten werden.

Auch können die Beruhigungsstrecken einen Großteil der Aggression und des Frustes der Verkehrsteilnehmer kompensieren, indem sie dem Verkehrsteilnehmer immer wieder eine Pause bieten. Zudem können durch längere Beruhigungsstrecken zum Ende der Staffelung die Geschwindigkeiten harmonisiert und somit der Verkehrsfluss stabilisiert werden.

Die Einrichtung von langen Arbeitsstellen oder Arbeittsstellenstaffelungen muss im Einzelfall, je nach örtlichen Randbedingungen, Bauablaufplanung und Einrichtungsdauern, entschieden werden.

Bei den im Simulator untersuchten Geschwindigkeitstrichtern konnte gezeigt werden, dass alle zulässigen Geschwindigkeiten gut eingehalten wurden. Der Grund einer Geschwindigkeitsreduktion sollte erkennbar sein und kommuniziert werden.

Dem Verkehrsteilnehmer sollten mehr Informationen zum Baufortschritt und der aktuellen Situation zur Verfügung gestellt werden. Hierdurch fühlt er sich in den Prozess der Arbeitsstelle integriert und bewertet die Maßnahme besser. Dies führt zu einer entspannteren Fahrt durch die Arbeitsstelle.

Bezogen auf die Möglichkeit einer geänderten farblichen Gestaltung der Mitteltrennung mit der linken Markierung des linken Behelfsfahrstreifens auf der Mitteltrennung ist das Ergebnis der Fahrsimulatorstudie, dass diese Variante den Verkehrsteilnehmer eher dazu verleitet, sich mehr nach links denn nach rechts zu orientieren. Der Verkehrsteilnehmer sieht die Gefahr nicht im ihm entgegenkommenden Verkehr sondern eher bei dem Verkehr der in gleicher Richtung fährt.

Der Rückschluss von der Fahrsimulatorstudie auf die Realität sollte eher vorsichtig vollzogen werden. Die Empfehlungen sollten alle zunächst in Realversuchen getestet und evaluiert werden.

Psychological effects of work-zone length, design and staggered alignment thereof on
traffic participants

This research project aims at empirically analysing psychological effects of longer-term construction sites on German highways on traffic participants with regard to the length, design, and arrangement of work-zones. Despite previously conducted studies, the influences of work-zone lengths and succession on traffic participants have not been analysed sufficiently from both, traffic engineering and psychological perspective. The objective of this project is to measure the effects on various levels and in different contexts to derive recommendations for implementations in practice.

The concept and conducting of the study as well as implementing attained results necessitate a solid foundation on traffic psychology as well as traffic engineering. Therefore an interdisciplinary approach, involving the cooperation with psychologists, sociologists and traffic engineers is indispensable for the analyses.

The result of this research project is the realisation that certain rules for designing work-zones ought to be reconsidered.

The results indicate that lengths of 15-20 kilometres are acceptable, provided that the lane width is sufficient. Only for work-zones exceeding this length the conducted investigations showed a tendency in car drivers to travel at higher speeds.

One cannot generally state that a long work-zone is favourable over staggered work-zones. In this case no notable behavioural changes were observed. Merely the numerous deviations and changed traffic routings can be seen as mentally demanding characteristics. Thus, too many work-zones in close succession should be avoided. Furthermore, longer reassurance route between the staggered workzones may compensate a large proportion of aggression and frustration by repeatedly offering breaks from stressful driving within work-zones. According to the study’s results speed limits should be implemented here as not to force the traffic participant to decelerate excessively before entering the next work-zone segment. In addition, long reassurance routes towards the end of a series of work-zones can harmonise the velocities and thereby stabilise the traffic flow.

At all investigated simulation studies to reduce the speed before a work-zone, good compliance with the speed limit was observed. Merely information on the reason for a reduced speed limit should be made visible to traffic participants.

In general, information on the construction progress and the current situation should be made available to traffic participants. This gives traffic participants a feeling of inclusion with regard to the processes in the work-zone leading to more positive perceptions thereof. A more relaxed driving experience in workzones is another result enforced by this state of mind.

With regard to the possibility of changing the colour design of the median divider with the left demarcation of the auxiliary lane the simulation study resulted in the following finding: The colour design of the median divider tends to lead the traffic participant to use the left side to orientate him/herself rather than the right side. The test persons perceive the right lane to be more of a hazard than oncoming traffic on the other side of the dividing elements.

Conclusions drawn from simulator studies must always be viewed critically and with much caution. All recommendations should be tested under real conditions and evaluated once more.

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    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
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    Fax: 02204 43-2550
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    www.schuenemann-verlag.de

  • Berichte zum Download

    Die Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen stehen ab dem Jahrgang 2003 zum Teil als kostenfreier Download im elektronischen BASt-Archiv ELBA zur Verfügung.