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Sicherheitswirksamkeit des Begleiteten Fahrens ab 17. Summative Evaluation

BASt-Bericht M 218

Franz-Dieter Schade, Hans-Jürgen Heinzmann, Kraftfahrt-Bundesamt, Flensburg
129 Seiten
Erscheinungsjahr: 2011
Preis: 5,00 €

Bestellung eines gedruckten Exemplars beim Carl Schünemann Verlag GmbH

Zur Frage, ob das "Begleitete Fahren ab 17" (BF17) zur Verkehrssicherheit junger Fahrer beiträgt, wurden zwei große Zufallsstichproben von Fahranfängern aus dem im Kraftfahrt-Bundesamt geführten Zentralen Fahrerlaubnisregister hinsichtlich ihrer Verkehrsauffälligkeit am Beginn ihres selbstständigen Fahrens verglichen: ehemalige BF17-Teilnehmer und gleichaltrige Fahranfänger mit herkömmlichem Erwerb eines Pkw-Führerscheins unmittelbar nach ihrem 18. Geburtstag. Beide Untersuchungsgruppen wurden postalisch um Teilnahme an Internet-Befragungen gebeten. 19.000 Pkw-Fahrer berichteten von ihrem ersten Jahr des selbstständigen Fahrens, dazu von Verkehrsverstößen und Verkehrsunfällen. Wiederholt wurde die Untersuchung an zwei "stillen" Untersuchungsgruppen mit zusammen 75.000 Fahrern durch Abfrage ihrer Verkehrsverstöße im Verkehrszentralregister (VZR), getrennt nach solchen mit Unfällen und ohne Unfälle.

Das BF17-Modell wurde zwischen April 2004 und Januar 2008 in allen 16 Bundesländern in Deutschland eingeführt. Bis Ende 2009 hatten fast eine Million Fahranfänger an ihm teilgenommen. Zu diesem Zeitpunkt entschieden sich fast drei Viertel der Zielgruppe – sogenannte Früheinsteiger, die das selbstständige Fahren unmittelbar mit dem Erreichen von 18 Jahren anstreben - für das BF17. Dabei ist es in der Einführungsphase des BF17 zu einer temporären etwa fünfprozentigen Nachfragesteigerung nach Pkw-Führerscheinen bei den unter 19-Jährigen gekommen.

Im ersten Jahr des selbstständigen Fahrens zeigen BF17-Absolventen 19 Prozent weniger Unfallbeteiligungen und 18 Prozent weniger Verkehrsverstöße im Vergleich zu gleichaltrigen Fahrern mit herkömmlichem Führerscheinerwerb. Nach Berücksichtigung konfundierender Faktoren (unter anderem Geschlechtszugehörigkeit, Fahrzeugverfügbarkeit) verbleibt eine maßnahmenbedingte Verringerung der Unfälle um 17 Prozent und der Verkehrsverstöße um 15 Prozent. Bei Berücksichtigung der Fahrleistung verringern sich die Unfälle um 22 Prozent und die Verkehrsverstöße um 20 Prozent. Die Ergebnisse sind statistisch signifikant und gelten für Männer wie Frauen. Dies bestätigt sich in der Wiederholungsuntersuchung auf Basis der VZR-Daten mit einer Ausnahme: Für die ehemaligen BF17-Fahrerinnen und hier allein für die VZR-Verstöße ohne Unfall ist keine signifikante Reduktion festzustellen. Allerdings liegt deren Zahl ohnehin schon um drei Viertel niedriger als bei den Männern.

Rein rechnerisch gesehen, verhinderte das BF17 im Jahr 2009 rund 1.700 Unfälle mit Personenschaden.

Der gedruckten Berichtsfassung ist eine CD mit den im Forschungsprojekt verwendeten Befragungsinstrumenten und einer englischsprachigen Übersetzung des Schlussberichts beigefügt.

Safety effects of accompanied driving from 17. Summary evaluation

Two large random samples of beginner drivers were taken from the central driving permit register of the federal motoring agency and compared with regard to their conspicuous driving behaviour at the beginning of their independent driving period in order to determine whether "accompanied driving from 17" (BF17) contributes to the traffic safety of young drivers. Previous BF17 participants were compared with beginner drivers of the same age who obtained their driving licence in a conventional way immediately after their 18th birthday. Members of both groups were asked by mail whether they wanted to participate in an internet survey. 19 000 passenger car drivers reported on their first year of independent driving and on related traffic offences and accidents. The survey was repeated with two "silent" investigation groups that included a total of 75 000 drivers by consulting their traffic offences in the central traffic register (VZR). Entries with and without accidents were separately treated.

The BF17 model was introduced in all 16 federal states of Germany between April 2004 and January 2008. By the end of 2009, nearly a million beginner drivers had participated. At this time, nearly three quarters of the target group - the early starters who aim at independent driving immediately after reaching 18 years of age - opted for BF17. The BF17 model led to a temporary five percent increase in the demand for driving licences among persons under the age of 19 years.

During their first year of driving, the BF17 group showed 19 percent less involvements in accidents and 18 percent fewer traffic offences when compared to drivers of equal age who obtained their driving licences the conventional way. After considering confounding factors (exempli gratia gender, vehicle availability), BF17 appeared to reduce accidents by 17 percent and traffic offences by 15 percent. When driving distance was considered, accidents were reduced by 22 percent and traffic offences by 20 percent. The results are statistically significant and apply to both men and women. This was confirmed by a repeat investigation based on VZR data with one exception: Female BF17 drivers did not show a significant reduction of VZR offences without accidents. However, the frequency for females in this area is already three quarters lower than that for males.

This calculation indicates that BF17 prevented approx. 1 700 accidents with injuries in 2009.

The printed version of the report was supplemented with a CD that contains the survey tools used in the research project as well an English translation of the final report.

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