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Alkoholverbot für Fahranfänger

BASt-Bericht M 211

Hardy Holte, Kai Assing, Martin Pöppel-Decker, Susanne Schönebeck, Bundesanstalt für Straßenwesen
43 Seiten
Erscheinungsjahr: 2010
Preis: 5,00 €

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Für junge Fahranfänger besteht bereits bei niedrigen Alkoholkonzentrationen ein erhöhtes Unfallrisiko. Diese Tatsache begründet die gesetzliche Einführung des Alkoholverbots für Fahranfängerinnen und Fahranfänger in Deutschland. Das seit dem 1.8.2007 gültige Alkoholverbot betrifft alle Fahranfänger in der (regelmäßig) zweijährigen Probezeit und/oder Personen, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Für diesen Personenkreis ist es verboten, im Straßenverkehr alkoholische Getränke zu sich zu nehmen oder die Fahrt anzutreten, obwohl die betreffende Person unter der Wirkung eines solchen Getränks steht.

Evaluation des Alkoholverbots

Im Rahmen dieses BASt-Projekts erfolgte eine Evaluation dieser Verkehrssicherheitsmaßnahme. In diesem Projekt wurde geprüft, wie sich das neue Gesetz auf das Unfallgeschehen sowie auf alkoholbedingte Verkehrsverstöße der Zielgruppe niederschlägt. Hierzu wurden die Daten der amtlichen Unfallstatistik sowie die Daten des Verkehrszentralregisters herangezogen. Für die Analyse und Interpretation der Daten wurden zudem Kenntnisse über den Umgang mit der neuen Regelung im Rahmen der polizeilichen Überwachung und Unfallaufnahme berücksichtigt. Ergänzend wurde zur besseren Beurteilung der Akzeptanz des Alkoholverbots in der Zielgruppe eine repräsentative Befragung von Fahranfängerinnen und Fahranfängern zu Einstellungen, berichteten Verhaltensweisen und Verhaltensabsichten durchgeführt.

Ergebnisse

Die Evaluation des Alkoholverbots für Fahranfänger ergab folgende zentrale Ergebnisse, die den Erfolg dieser Maßnahme in der Zielgruppe belegen:

  • Insgesamt ist die Anzahl der unfallbeteiligten Fahranfänger (Pkw) mit einem BAK-Wert von mindestens 0,3 Promille in den ersten 12 Monaten nach Einführung der Maßnahme im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum vor der Einführung um 15% beziehungsweise 1.210 Personen zurückgegangen.
  • Die Gesamtwirksamkeit der Maßnahme liegt dabei unter Berücksichtigung verschiedener Vergleichsgruppen bei -9%, d.h. allein durch die Maßnahme wurde eine über den generellen Trend hinausgehende Reduzierung um mehr als 700 Personen erreicht.
  • Für den Zeitraum nach Einführung der Gesetzesänderung lässt sich ein deutlich überdurchschnittlicher Rückgang aller festgestellten Alkoholverstöße bei jungen Fahrerinnen und Fahrern unter 21 Jahren um insgesamt 17% feststellen – im Gegensatz zu einem Rückgang von 2,5% bei Personen, die 21 Jahre und älter sind.
  • Es liegt eine hohe Akzeptanz des Alkoholverbots in der Zielgruppe der Fahranfänger (95%) vor. 98% wissen, dass es für alle Fahranfänger verboten ist, Alkohol zu trinken und Auto zu fahren.
  • Es zeigt sich eine deutliche Verhaltensanpassung der Befragten an das Gesetz: Damit bei abendlichen Unternehmungen Alkohol getrunken werden kann, benutzen - häufig oder immer - 41% öffentliche Verkehrsmittel, 21% das Fahrrad, schließen sich 46% einer Fahrgemeinschaft an und gehen 25% zu Fuß; 7% bleiben zu Hause.

Schlussfolgerungen

Nach den Ergebnissen der vorliegenden Evaluationsstudie hat die Einführung des Alkoholverbots für Fahranfängerinnen und Fahranfänger einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in der Zielgruppe geleistet. Dieser deutliche Effekt beruht nach derzeitigen Erkenntnissen nicht auf einem gemeinsamen Effekt verschiedener Verkehrssicherheitsmaßen im Untersuchungszeitraum. Inwieweit der deutliche Rückgang von alkoholisierten Unfallbeteiligten und Alkoholverstößen bei Fahranfängern auch längerfristig greift, bleibt abzuwarten.

The Zero Tolerance Law for novice drivers

Even low blood alcohol concentrations can increase the accident risk for young novice drivers. This fact justifies the introduction of a law that prohibits alcohol for novice drivers in Germany. The alcohol prohibition has been in force since 01/08/2007 and concerns all novice drivers during the probation period of (normally) two years as well as persons who are not yet 21 years old. These persons may not consume alcoholic drinks while participating in road traffic or start driving when they are already under the influence of alcohol.

Evaluation of the alcohol prohibition

This traffic safety measure was evaluated as part of this BASt project. It was investigated how the new law affects the accident events as well as the alcohol-related traffic offences committed by the target group. Data of the official accident statistics as well as data of the central traffic register were used. In addition, information concerning the application of the new regulations as part of police monitoring and accident recording was used in the analysis and interpretation of the data. A representative survey of novice drivers concerning attitudes, reported behaviour and intended behaviour was conducted to improve the evaluation of the acceptance of the alcohol prohibition by the target group.

Results

The evaluation of the alcohol prohibition for novice drivers provided the following key results that determine the success of this measure for the target group:

  • The total number of novice drivers (passenger car) that participated in accidents and had a blood alcohol content of at least 0.03 percent dropped by 15% in the first 12 months after the introduction of the law, id est by 1 210 persons when compared to the same period in the previous year.
  • The total effectiveness of this measure is -9% when the various comparison groups are considered, id est the measure led to a reduction of more than 700 of those accident participants in addition to the general trend.
  • A clear and above-average reduction of 17% of all the registered alcohol offences among young drivers under 21 years of age was found during the period after the introduction of the law. This compares to a reduction of 2.5% for all persons older than 21 years.
  • The acceptance of the alcohol prohibition in the target group of novice drivers is high (95%), and 98% know that novice drivers are not allowed to drink alcohol and drive.
  • A clear adaptation of behaviour to the law can be seen: to allow drinking of alcohol during evening entertainment, 41% frequently or always use public transport, 21% use a bicycle, 46% join a lift club and 25% walk; only 7% stay at home.

Conclusions

The evaluation study shows that the introduction of the alcohol prohibition for novice drivers has made an important contribution to improving traffic safety for the target group. Currently available information indicates that this clear effect is not due to the joint impact of various, other traffic safety measures during the investigation period. It must still be established to what extent the clear reduction of alcoholised accident participants and alcohol offences of novice drivers can be sustained in the long term.

  • Kontakt

    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
    Info-Service
    Telefon: 02204 43-9101
    Fax: 02204 43-2550
    info@bast.de

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  • Berichte zum Download

    Die Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen stehen ab dem Jahrgang 2003 zum Teil als kostenfreier Download im elektronischen BASt-Archiv ELBA zur Verfügung.