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Abweichungen von der akzeptierten Fahrleistungsschwelle in automatisierten Fahrsituationen

BASt-Bericht F 135

Gudrun Voß, Maximilian Schwalm, Institut Kraftfahrzeuge (ika) RWTH Aachen University
101 Seiten
Erscheinungsjahr: 2020
Projektnummer: 82.0685
Preis: 18,00 €

Bestellung eines gedruckten Exemplars beim Carl Schünemann Verlag GmbH

Dieser Bericht steht auch kostenfrei im elektronischen BASt-Archiv ELBA zur Verfügung.

Seit vielen Jahren wird unter dem Begriff der Fahrerablenkung (driver distraction) diskutiert, welche Einschränkungen und Probleme durch die Bearbeitung zusätzlicher fahrfremder Tätigkeiten während des Fahrens in der Leistungsfähigkeit von Fahrern entstehen. Parallel zu dieser Debatte erwuchs in den vergangenen Jahren allerdings auch das Wissen, dass Fahrer trotz oftmals hoher Mehrfachbelastungen beim Fahren in der Lage sind, Unfälle zu vermeiden. Arbeiten im nicht-automatisierten Fahren zeigten, dass Fahrer bestimmte Fähigkeiten oder Eigenschaften besitzen, die es ihnen erlauben, die hohen Belastungen der Fahraufgabe und zusätzlicher fahrfremder Tätigkeiten zu regulieren und somit eine sichere Fahrleistung zu garantieren. Aufbauend hierauf konnte das abgeschlossene Projekt FE 82.0614/2014 zeigen, dass Fahrer vergleichbare Strategien zur Ressourcenregulierung in Übernahmesituationen des automatisierten Fahrens besitzen sowie dass sich Trajektorienbereiche auf der Straße definieren lassen, die Fahrer subjektiv als angemessen bewerten. Das aktuelle Projekt ist bestrebt, diese zwei Forschungsstränge zu kombinieren. Es wurde im automatisierten Fahren die Handlungsrelevanz der subjektiven Fahrleistungsschwellen im Sinne der Aktivierung von Fahrerstrategien untersucht. Dazu wurden die bereits bekannten Schwellenwerte im Rahmen einer Online-Studie um zusätzliche Situationsfaktoren erweitert und anschließend im Fahrsimulator überprüft. Des Weiteren wurde die Handlungsrelevanz dieser Schwellen sowohl im Fahrsimulator als auch im Realversuch untersucht. Ausgehend von den Ergebnissen wurden Empfehlungen für automatisierte Fahrfunktionen im Sinne adaptiver Mechanismen in der Trajektorienplanung abgeleitet.

Deviations from the accepted driving performance threshold in automated driving situations

For many years, researchers use the term driver distraction to discuss the limitations and problems that arise from processing non-driving related tasks while driving on drivers’ performance. Simultaneously to this debate, the knowledge arose that drivers are able to avoid accidents while driving despite the increased workload in multi-tasking situations. Research in non-automated driving shows that drivers own certain abilities or characteristics, which allow them to regulate the workload of driving and additional non-driving related tasks and, therefore, to guarantee a safe driving performance. Building on these findings the completed project FE 82.0614/2014 showed that drivers have similar strategies of regulating their resources in takeover situations of automated driving and that there are trajectory ranges on the road, which drivers estimate as comfortable. The current project aims to combine these research strands. The action relevance of subjectively accepted driving thresholds in terms of the activation of driver strategies was investigated in automated driving. For this purpose, the known thresholds were extended by additional situation factors within an online study. Subsequently, they were verified in the driving simulator. In addition, the action relevance of these thresholds was investigated in a driving simulator and a test track study. Based on the results, recommendations for automated driving functions in sense of adaptive mechanisms in the planning of trajectories were derived.

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