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Seitenairbag und Kinderrückhaltesysteme

Seitenairbags schützen erwachsene Pkw-Insassen bei einem seitlichen Aufprall vor Verletzungen. Nicht selten sitzen auf den Fahrzeugrücksitzen aber auch Kinder. In einem Forschungsprojekt wurde der Einfluß der Seitenairbags auf Kinder untersucht, die mit Kinderrückhaltesystemen korrekt im Fahrzeug gesichert sind. Die Ergebnisse wurden in der Reihe "Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen" veröffentlicht.

Aufprallversuch mit Auslösung des Seitenairbag Aufprallversuch mit Auslösung des Seitenairbag

Problem

Viele neue Fahrzeugmodelle sind inzwischen mit Airbags zum Schutz bei einem Seitenaufprall ausgestattet. Sie senken das Verletzungsrisiko für erwachsene Pkw-Insassen. Weitgehend ungeklärt war bislang der Einfluß der Seitenairbagsysteme auf Kinder, die mit Kinderrückhaltesystemen auf den hinteren Fahrzeugsitzplätzen richtig gesichert sind.

Untersuchungsmethode

Ausgehend von einer Literaturrecherche wurden in Deutschland gesammelte Daten zu Unfällen mit Seitenairbag und Kinderrückhaltesystemen ausgewertet. In einem nächsten Schritt erfolgte eine Marktanalyse von Seitenairbags, ihrer Verbreitung und den Entwicklungstendenzen. Daran schloss sich eine Analyse relevanter Sitzpositionen von Kindern in gebräuchlichen Kinderrückhaltesystemen an.

In den experimentellen Untersuchungen wurde die Sitzposition von Kinder-Dummys in gebräuchlichen Kinderrückhaltesystemen betrachtet. Das Hauptaugenmerk lag auf so genannten Risiko-Out-of-Position-Situationen. Das sind Situationen, in denen sich das richtig gesicherte Kind, im Rahmen seiner Bewegungsmöglichkeiten, in der Nähe des Airbag-Moduls befindet. Unberücksichtigt blieben so genannte Misuse-Situationen, in denen das Kind aufgrund falsch installierter Rückhaltesysteme bei Auslösung des Seiten-Airbags in den direkten Entfaltungsbereich des Airbags gelangen kann.

Die fünf gefährlichsten Kombinationen wurden in Fahrzeugen des Typs Mitsubishi SpaceStar und Renault Twingo näher untersucht. Es erfolgten Stand- und Aufprallversuche mit ganzen Fahrzeugen (full-scale-Versuche) mit verschiedenen Dummys der Hybrid-III-Serie und Kinderrückhaltesystemen. In den full-scale-Versuchen wurden die Systeme mit dem vermeintlich geringsten Schutzpotential sowie der am meisten gefährdete Kinder-Dummy mit verschiedenen Seitenairbags kombiniert. Von jedem Fahrzeugmodell wurden zwei Fahrzeuge des gleichen Baujahres sowie mit gleicher Ausstattung beschafft. Jeweils ein Fahrzeug wurde mit Seiten-Airbag und das andere ohne Seiten-Airbag getestet. So konnten positive oder negative Effekte des Airbags im Seitenaufprall überprüft werden. Zur Beurteilung der Meßwerte wurden die Belastungsgrenzen und Schutzkriterien der "Side Airbag Out-of-Position Injury Technical Working Group" verwendet.

Ergebnisse

Ausgehend von den Ergebnissen der Marktanalyse wurde abgeschätzt, dass im Jahr 2000 in Deutschland 3,6 Millionen Pkw zugelassen waren, bei denen ein Kinderrückhaltesystem mit Seiten-Airbag kombiniert werden konnte. Die Analyse der Unfalldaten erbrachte keinen Hinweis auf Unfälle, bei denen ein Seitenairbag auf einem Sitzplatz mit installiertem Kinderrückhaltesystem ausgelöst wurde.

Die experimentellen Überprüfungen zeigten, dass die ermittelten Dummy-Belastungen in den Standversuchen zum Teil deutlich unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten blieben. In den full-scale-Versuchen konnte der Seitenairbag die Kopf- und Brustkorbbelastungen teilweise reduzieren. Jedoch führt der Seiten-Airbag zu einer starken Drehung des Dummy-Kopfes um die Körper-Längs-Achse. Der Grenzwert von 17 Newtonmeter wurde dabei überschritten.

Folgerungen

Die experimentellen Untersuchungen zeigen, dass Seiten-Airbags für korrekt gesicherte Kinder in den meisten Fällen ein zusätzlicher Schutz sind. Allerdings wurde auch nachgewiesen, dass unter besonders ungünstigen Umständen ein Verletzungsrisiko im Halsbereich besteht. Um das Verletzungsrisiko für Kinder zu reduzieren, wurden im Forschungsbericht konkrete Vorschläge gemacht. Das betrifft insbesondere eine Reduktion der Wölbung des Airbags auf der den Insassen zugewandten Seite. Außerdem wurde empfohlen, bei der Konstruktion von Schalensitzen darauf zu achten, dass sich der Seitenairbag nicht am Sitz verfangen kann und sich dadurch nur unvollständig entfaltet. Dieses Risiko besteht hauptsächlich bei einer Kombination von breiten vorwärtsgerichteten Sitzschalen und sitzintegrierten Airbags.

Side airbags and child restraint systems

By analysis of current vehicles on the German market and the most common CRS, the five obvious most critical geometrical configurations of side airbags and child restraints were investigated in static deployment tests. Additionally two pairs of these vehicles were tested in full-scale crash tests according to the ECE-R95 regulation with and without side airbag. There was no risk for the restrained children in the static deployment tests and the full-scale crash test by deployment of the side airbag. In conclusion the test series indicated that a side airbag can help to reduce the loads on a proper restrained child.

  • Kontakt

    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
    Info-Service
    Telefon: 02204 43-9101
    Fax: 02204 43-2550
    info@bast.de