GSB 7.0 Standardlösung

Fahrten unter Drogeneinfluss

Fahrten unter Drogeneinfluss sind ein Unfallrisiko. In einer empirischen Studie wurde unter anderem untersucht, was Menschen dazu veranlasst, sich unter dem Einfluss legaler und illegaler Drogen ans Steuer zu setzen und wie Drogen sich auf die Leistungsfähigkeit von Fahrzeugführern auswirken. Die Ergebnisse wurden in der Reihe "Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen" veröffentlicht.

Grafik zeigt Drogenfahrten getrennt für den Konsum von Cannabis, Amphetamin und Ecstasy Häufigkeit von Drogenfahrten getrennt für Konsum von Cannabis, Amphetamin und Ecstasy. Für verschiedene Klassen von Fahrten pro Monat ist der Prozentsatz von Fahrern (N = 1472) angegeben, die entsprechend viele Fahrten zugeben

Problem

Es bestehen keine Zweifel daran, dass die Einnahme legaler und illegaler Drogen die Fahrtüchtigkeit beeinflussen kann. Für die Verkehrssicherheit sind besonders die Fragen relevant, unter welchen Bedingungen Menschen unter Drogeneinfluss am Straßenverkehr teilnehmen, wie die subjektiven Angaben zum Drogenkonsum und objektive toxikologische Messungen übereinstimmen und inwieweit es dem Drogenkonsumenten möglich ist, eine drogenbedingte Beeinträchtigung durch Selbstbeobachtung zu erkennen. Die vorliegende Forschungsarbeit will Grundlagen für ein bestehendes Präventionspotenzial für Drogenfahrten bereitstellen und die Möglichkeit bieten, Ansatzpunkte für verschiedene Präventionsstrategien aus den Ergebnissen abzuleiten.

Untersuchungsmethode

Im Sommer und Herbst 1998 wurden bei ausgewählten Veranstaltungen in Bayern 2.555 Autofahrer interviewt. Aus diesem Kollektiv wurden in einem zweiten Schritt 503 Personen ausgewählt, die an einer Intensivuntersuchung teilnahmen, bei der unter anderem die drogenbeeinflusste Leistungsfähigkeit mit Hilfe eines Fahrsimulators überprüft wurde. Hierfür wurden nüchterne Kontrollpersonen, alkoholisierte Personen und Personen unter der Wirkung von Cannabis und Amphetamin-/Ecstasy-Konsum in niedriger und hoher Konzentration getestet. Darüber hinaus erfolgten in einer zusätzlichen ärztlichen Untersuchung Analysen von Blut-, Urin- und Speichelproben.

Ergebnisse und Folgerungen

Bei der untersuchten Stichprobe kamen Fahrten mit illegalen Drogen ebenso häufig vor wie Alkoholfahrten über 0,5 Promille. Bei einem hohen Anteil der drogenbeeinflussten Fahrer lag zusätzlich auch noch eine Alkoholisierung vor. Neben diesem Mischkonsum wurde auch häufig die Kombination verschiedener Drogen untereinander festgestellt. Für Amphetamin und Ecstasy in hoher Konzentration sowie für Alkohol ließ sich eine deutliche Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit nachweisen. Eine besonders hohe Gefährdung geht von der Kombination einer Droge mit Alkohol und von der Kombination zweier Drogen miteinander und zusätzlichem Alkoholkonsum aus. Gerade diese Kombinationen ließen sich sehr häufig bei den untersuchten Fahrern feststellen.

Die Konsumenten harter und starker Drogen nehmen auch häufiger unter Drogeneinfluss am Verkehr teil. Drogenfahrer zeichnen sich außerdem durch eine erhöhte Risikobereitschaft aus und sind auch häufiger unter hohem Alkoholeinfluss unterwegs. Alkoholbeeinflusste Fahrer entscheiden sich eher gegen eine gleichzeitige motorisierte Verkehrsteilnahme als drogenbeeinflusste Fahrer. Die Sanktionierung von Fahrten unter Drogen zeigt nur bei denjenigen Menschen Wirkung, die noch wenig Erfahrung mit dem Drogenkonsum haben. Bei längerem Drogenkonsum überwiegt eher der subjektive Eindruck einer nur geringen Leistungsbeeinträchtigung. Insbesondere Fahrten mit Cannabis und diversen Stimulanzien werden dann kaum noch abgelehnt.

Diejenigen Fahrer, die bei einer Polizeikontrolle schon einmal unter Drogeneinfluss entdeckt wurden, schätzen die Verwerflichkeit dieser Tat höher ein, als Drogenfahrer, die bisher unerkannt blieben.

Im Rahmen präventiver Maßnahmen wird eine Kombination von Repression und Aufklärung - insbesonders im Hinblick auf die Gefährlichkeit des Mischkonsums - als sinnvoll angesehen.

Driving under the influence of drugs

In the present project information is gathered about the characteristics of journeys undertaken under the influence of drugs and how far consumption of drugs influences the aspects of the performance of the driver which are of relevance to driving capability. In a large proportion of cases involving illegal drugs, the influence of alcohol was also present. Besides this mixed consumption together with alcohol, a combination of various drugs can very often be found. The different psychoactive substances are associated with different age groups and different sexes and also with different driving behaviour. It is particularly significant here that persons generally do not drive if they have consumed alcohol, whereas consumption of illegal drugs has nearly no effect on the decision as to whether to drive or not. When only one substance is consumed, clear risk can only be demonstrated for amphetamines/ Ecstasy in high concentrations and for alcohol. Particular risk results from the combination of a drug with alcohol and from the combination of two drugs together with alcohol, which could often be found.

In terms of prevention a combination of repression and educational work is thaught to be effective.

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