GSB 7.0 Standardlösung

Straßenausstattung

Kriterien für die Beurteilung des Gefährdungspotenzials für Motorradfahrer durch scharfkantige Konstruktionsteile in Fahrzeug-Rückhaltesystemen (03.514)
Gefährliche Kurven an Motorradstrecken sind in der Regel mit speziellen Unterfahrschutzsystemen ausgestattet. Schutzeinrichtungen ohne Unterfahrschutzsystem sollten auch möglichst motorradfahrerfreundlich gestaltet sein und auf scharfkantige Konstruktionsteile verzichtet werden. So wurden bereits in den 1980er Jahren scharfkantige Pfosten von Schutzeinrichtungen durch abgerundete Pfosten ausgetauscht, um das Gefährdungspotenzial der Schutzeinrichtungen für gestürzte Zweiradfahrer zu vermindern. Diesem Grundgedanken der Gefahrenvermeidung folgen auch die Technischen Kriterien für den Einsatz von Fahrzeug-Rückhaltesysteme in Deutschland sowie auch die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Fahrzeug-Rückhaltesysteme (ZTV FRS 2013). Derzeit fehlt jedoch eine für die Bewertung von Schutzeinrichtungen erforderliche, durch Forschung belegte Definition der Scharfkantigkeit. Im vorliegenden Projekt sollen mittels Unfallanalyse und Gefährdungseinstufung bekannter Systeme ein Versuchsprogramm an Komponenten von Schutzeinrichtungen entwickelt und durchgeführt werden. Als Ergebnis sollen Kriterien für die Beurteilung scharfkantiger Konstruktionsteile in Fahrzeug-Rückhaltesystemen und deren Einfluss auf die Gefährdung von Motorradfahrern beim Anprall formuliert werden, mit denen Fahrzeug-Rückhaltesysteme bei der Ausschreibung bewertet werden können.

Lebenszykluskostenbewertung von Schutzeinrichtungen (03.512)
Heute werden Investitionsentscheidungen bei Ausschreibungen von Schutzeinrichtungen ausschließlich auf Basis der Beschaffungskosten getroffen. Die Nachhaltigkeit und die Lebenszykluskosten der Systeme werden bei Entscheidungen nicht berücksichtigt. Aus volkswirtschaftlicher Sicht sind jedoch weitere Aspekte für den langfristigen Investitionserfolg mitentscheidend, unter anderem: Kosten für Reparatur- und Lagerhaltung, Wartung, Instandhaltung, Recycling, Ausbau, Umbau und Nachrüstung sowie die Öko-/CO2-Bilanz der Schutzeinrichtung. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Nachhaltigkeit für Schutzeinrichtungen zu ermitteln und langfristige Folgeeffekte von Investitionen unter besonderer Berücksichtigung der Betriebs- und Reparaturkosten monetär zu bewerten. Diese sollen bei Ausschreibungen künftig bereits zum Investitionszeitpunkt berücksichtigt werden können. Das Konzept der Lebenszykluskostenanalyse soll erstmalig für den Bereich der Schutzeinrichtungen umgesetzt werden. Damit sollen die notwendigen Grundlagen geschaffen werden, um für typische Schutzeinrichtungen in Deutschland entsprechende Bewertungen durchführen zu können.

Wirkung von Markierungen auf die Verkehrssicherheit (82.609)
Ziel des Projekts ist die Quantifizierung des Einflusses von Längsmarkierungen auf Landstraßen auf die Verkehrssicherheit außerorts am Tag und bei Nacht. Hierzu ist die Wirkung der Fahrbahnmarkierung auf sicherheitsrelevante Verhaltensweisen zu ermitteln. Es soll untersucht werden, welche Auswirkungen fehlende Markierungen auf die Verkehrssicherheit haben können. Der Einfluss verschiedener Straßentypen, Querschnitte, Markierungszeichen, Witterungsbedingungen und umfeldbezogener Randbedingungen ist dabei zu berücksichtigen. Innerhalb der von den Richtlinien für die Markierung von Straßen gegebenen Randbedingungen soll das Potenzial für weitere Sicherheitsverbesserungen aufgrund eines zielgerichteten Einsatzes von Markierungen ermittelt werden. Zudem soll beurteilt werden, inwieweit die Bereitstellung und Erhaltung qualitativ hochwertiger Fahrbahnmarkierungen volkswirtschaftlich generell vorteilhaft ist, und ob die Markierung im Hinblick auf die demografische Entwicklung des Fahrerkollektivs und die zunehmende Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen künftig besondere Bedeutung erlangt.

Qualifizierung der in Deutschland verwendeten Fahrzeug-Rückhaltesysteme mit verbesserten Schutz für Motorradfahrer nach den aktuellen europäischen Spezifikationen (03.516)
Mit dem Ziel der Verbesserung der Verkehrssicherheit für Motorradfahrer wurden in Deutschland verschiedene motorradfahrerfreundliche Schutzeinrichtungen entwickelt, die insbesondere an Strecken mit hohem Motorradfahreraufkommen eingesetzt werden (BASt-Berichte V157 und V193). Im Jahre 2012 wurde die Technische Spezifikation CEN/TS 1317-8:2012 „Rückhaltesysteme für Motorräder, die die Anprallheftigkeit an Schutzplanken für Motorradfahrer reduzieren, veröffentlicht. Die darin veröffentlichten Bewertungskriterien weichen von den deutschen Annahmen zum Teil ab, die man als Grundlage für die bisherigen Versuche genommen hatte. In der Folge könnten die in Deutschland eingesetzten Systeme möglicherweise die europäischen Bedingungen nicht erfüllen. Das soll im Rahmen dieses Vorhabens überprüft und mögliche Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.