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Unfallstatistik, Unfallanalyse

Unfallgeschehen von Pedelecs (4217008 und 4217014)
Durch neue technische Entwicklungen, insbesondere im Bereich neuer Antriebsformen, haben sich in den letzten Jahren neue Arten der Mobilität ergeben. Dadurch konnten neue Nutzer für den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel gewonnen werden. Ein Beispiel dafür ist das Pedelec 25 (Pedal Electric Cycle), ein Zweirad das den Benutzer mit Elektromotor beim Treten unterstützt. Dadurch wird das Zweirad für zusätzliche Nutzergruppen attraktiv und erhöht den Aktivitätsradius gegenüber dem konventionellen Fahrrad. Das Unfallgeschehen von Pedelecs 25 in Deutschland wurde bislang allerdings noch wenig erforscht. Bis 2013 wurden Unfälle von Fahrrädern und Pedelecs 25 in der amtlichen Unfallstatistik nicht explizit differenziert.
Ziel des Projekts Strukturanalyse der Pedelec 25- und Fahrradunfälle in Deutschland (4217014) ist es, anhand einer quantitativen Analyse der Gesamtheit aller Unfälle mit Pedelecs (25) und konventionellen Fahrrädern in Deutschland erstmalig einen vollständigen Statusbericht grundlegender Merkmale von Unfällen mit Pedelecs 25 zu geben und diese mit dem Unfallgeschehen konventioneller Fahrräder zu vergleichen.
Neben den Merkmalen in der amtlichen Unfallstatistik nimmt die unfallaufnehmende Polizei weitere Informationen zum Unfall auf. Dazu gehört unter anderem die Beschreibung des Unfallhergangs, in der die Polizei als Freitext und gegebenenfalls mit Skizze den Ablauf, mögliche Unfallursachen – die nicht im Unfallursachenkatalog enthalten sind – sowie weitere unfallbegünstigende Faktoren beschreiben kann. Ziel des Projekts Unfallgeschehen von Pedelecs (4217008) ist es, diese Informationen zu erfassen, zu systematisieren und zu analysieren, um Besonderheiten des Unfallgeschehens mit Pedelecs zu identifizieren.

InDeV (4115005) 
Im Rahmen des EU-Förderprogramms „Horizon 2020" befasst sich InDeV (In-depth Understanding of Accident Causation for Vulnerable Road Users) mit den Unfallursachen von schwächeren Verkehrsteilnehmern im Straßenverkehr. Hierbei wird der Fokus der Betrachtungen auf den Unfallhergang gelegt. Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung eines Instrumentariums (InDeV Handbook) zur tiefergehenden Analyse von Unfallursachen für schwächere Verkehrsteilnehmer. Dabei wird auf eine Kombination von Analysemethoden gesetzt: unter anderem Unfalldaten, detaillierte Unfalluntersuchungen, Ersatzindikatoren für den Bereich Verkehrssicherheit, Selbstauskünfte von Unfallbeteiligten sowie wirklichkeitsgetreue Verhaltensdaten durch Videobeobachtung. Das Handbuch soll Praktiker dabei unterstützten, die für sie geeignete Analysmethode zu wählen und eine Verbindung zwischen den Einflüssen der Unfallverursachung und dem Unfallrisiko der schwächeren Verkehrsteilnehmer herzustellen. Darüber hinaus soll so eine solide Basis für die Entwicklung präventiver Gegenmaßnahmen geschaffen werden.  Das Konsortium des EU-Projekts steht unter der Federführung der Universität Lund in Schweden. Die BASt ist als Projektpartner beteiligt (www.indev-project.eu).

Unfallgeschehen von Motorrädern (4216013)
Die fahrleistungsbezogene Unfallbeteiligtenrate für Motorräder lag 2014 etwa viermal höher als die für Pkw. Außerdem handelt es sich bei Motorradnutzern um ungeschützte Verkehrsteilnehmer, die jedoch ähnliche oder sogar höhere Geschwindigkeiten erreichen als Fahrzeuge mit höherem passivem Schutz für die Fahrzeugnutzer. Daraus resultiert für Motorradnutzer im Mittel ein deutlich höheres Verletzungsrisiko im Falle eines Unfalls. Die fahrleistungsbezogene Getötetenrate für Motorräder war 2014 sogar etwa zehnmal höher als für Pkw. Insgesamt waren im Jahr 2015 etwa 18,5 Prozent aller getöteten Verkehrsteilnehmer Motorradnutzer. Die Unfall- und Verunglücktenzahlen der jüngeren Vergangenheit zeigen außerdem eine stagnierende Entwicklung. Nicht zuletzt deshalb wurde das Unfallgeschehen von Motorrädern auf Landstraßen in der Halbzeitbilanz zum Verkehrssicherheitsprogramm 2011 als eines der vier Kernthemen für die zweite Hälfte des laufenden Verkehrssicherheitsprogrammes identifiziert. Im vorliegenden Projekt soll das Unfallgeschehen von Motorrädern auf der Grundlage der amtlichen Unfallstatistik analysiert werden. Ziel ist die Darstellung der aktuellen Unfall- und Verunglücktenstruktur sowie der zeitlichen Entwicklung in den vergangenen Jahren.

Streckenbezogene Unfallanalysen auf BAB (4288004)
Für die Erkennung von besonders gefährdeten Autobahnabschnitten sind streckenbezogene Unfallanalysen – auch im zeitlichen Vergleich – erforderlich. Streckenbezogene Unfallanalysen bilden eine wichtige Grundlage für die Verkehrssicherheitsarbeit des Bundes und der Länder und dienen der Erfüllung der Berichtspflicht für Straßen des Transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-T) gegenüber der EU. Die BASt schreibt die Analysen jährlich fort.

Alternative Antriebstechnologien: Marktdurchdringung und Konsequenzen (4288003)
Um die zukünftige Entwicklung von Fahrzeugen mit alternativem Antrieb in Deutschland beurteilen zu können, initiierte die BASt im Jahr 2010 die Einrichtung einer langfristigen Beobachtung des Fahrzeugmarktes und des Unfallgeschehens von Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten. Ziel ist, die tatsächliche Umsetzung des technologischen Fortschritts in marktgängige Produkte zu verfolgen, frühzeitig Kenntnis über die Bestandsentwicklung zu erhalten sowie mögliche Fehlentwicklungen zu identifizieren – insbesondere mit Blick auf die Verkehrssicherheit. Vor allem die Betrachtung des letzten Punktes soll die Möglichkeit schaffen, Vorschläge für eine sinnvolle Steuerung der Entwicklung leisten zu können.