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Unfallanalyse und Sicherheitskonzeption, Verkehrsökonomie

Safety Performance Indicators für den Straßenverkehr (4218003)
Das Maß an Verkehrssicherheit im Straßenverkehr in Deutschland wird üblicherweise anhand objektiver Kenngrößen des Unfallgeschehens wie der Anzahl und Schwere von Straßenverkehrsunfällen bestimmt. Unfälle bilden jedoch nur die schwerwiegendsten Konsequenzen eines unsicheren Verkehrssystems ab. Verkehrssicherheit umfasst neben den genannten Kenngrößen auch weitere Aspekte wie Konflikte im Verkehrsablauf. Darüber hinaus werden vielfach Problemfelder, die ursächlich für Unfälle sein können, nicht adäquat durch die Unfallstatistik abgebildet, beispielsweise Ablenkung von der Fahrtätigkeit. Eine Möglichkeit zur Vervollständigung der Einschätzung der Verkehrssicherheit sind Safety Performance Indicators (SPI). Unter SPI werden grundsätzlich alle Kenngrößen subsumiert, welche zusätzlich zu den etablierten Unfall- und Unfallopferzahlen eine Änderung des Sicherheitsniveaus im Verkehrssystem messbar machen. SPI finden bereits in einigen europäischen Ländern und in Australien/Neuseeland Verwendung. Im internationalen Kontext (WHO, EU-Kommission) gibt es darüber hinaus Bestrebungen, gemeinsame einheitliche Standards für die Messung von SPI einzuführen. Ziel des Projekts ist es, methodische Grundlagen und die Entwicklung eines Konzeptes für die Einführung von SPI in der Straßenverkehrssicherheitsarbeit in Deutschland zu erarbeiten.

InDeV (4115005) 
Im Rahmen des EU-Förderprogramms „Horizon 2020" befasst sich InDeV (In-depth Understanding of Accident Causation for Vulnerable Road Users) mit den Unfallursachen von schwächeren Verkehrsteilnehmern im Straßenverkehr. Hierbei wird der Fokus der Betrachtungen auf den Unfallhergang gelegt. Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung eines Instrumentariums (InDeV Handbook) zur tiefergehenden Analyse von Unfallursachen für schwächere Verkehrsteilnehmer. Dabei wird auf eine Kombination von Analysemethoden gesetzt: unter anderem Unfalldaten, detaillierte Unfalluntersuchungen, Ersatzindikatoren für den Bereich Verkehrssicherheit, Selbstauskünfte von Unfallbeteiligten sowie wirklichkeitsgetreue Verhaltensdaten durch Videobeobachtung. Das Handbuch soll Praktiker dabei unterstützten, die für sie geeignete Analysmethode zu wählen und eine Verbindung zwischen den Einflüssen der Unfallverursachung und dem Unfallrisiko der schwächeren Verkehrsteilnehmer herzustellen. Darüber hinaus soll so eine solide Basis für die Entwicklung präventiver Gegenmaßnahmen geschaffen werden.  Das Konsortium des EU-Projekts steht unter der Federführung der Universität Lund in Schweden. Die BASt ist als Projektpartner beteiligt (www.indev-project.eu).

Motorräder – Mobilitätsstrukturen und Expositionsgrößen (82.686)
In der Verkehrssicherheitsarbeit und im Bereich der Unfallverhütung sind Motorradfahrer in zweifacher Hinsicht eine wichtige Gruppe. Motorradnutzer sind ungeschützte Verkehrsteilnehmer und Motorräder erreichen ähnliche oder sogar höhere Geschwindigkeiten als Fahrzeuge mit höherem passivem Schutz für die Fahrzeugnutzer. Daraus resultiert für Motorradnutzer im Mittel ein deutlich höheres Verletzungsrisiko im Falle eines Unfalls. Für die Bewertung der Unfall- und Verunglücktenzahlen spielen Erkenntnisse zu Mobilitätsstrukturen und Expositionsgrößen einer Verkehrsteilnehmergruppe eine bedeutende Rolle. Das Wissen um diese Zusammenhänge ist bei Motorrädern von besonderer Bedeutung, da die Motorradnutzung stark geprägt ist durch Witterungseinflüsse und die Nutzung in der Freizeit. Sowohl zu Fahrleistungen, Fahrzeugbeständen und Fahrerlaubnisinhabern als auch zu Mobilitätsmustern im Motorradverkehr liegen aus verschiedenen Erhebungen oder Statistiken Informationen vor. Bislang fehlt jedoch ein systematischer Überblick über die vorliegenden Erkenntnisse. Im vorliegenden Projekt sollen die vorliegenden Erkenntnisse gesichtet, bewertet und zusammenfassend dargestellt werden. Darüber hinaus sollen vorhandene Datenbestände genutzt werden, um die vorliegenden Erkenntnisse zu Mobilitätsstrukturen und Expositionsgrößen von Motorrädern zu ergänzen und zu vertiefen.

Marktdurchdringung von Fahrzeugsicherheitssystemen – Erhebung 2017 (82.694)
Für die Verkehrssicherheit und Planung politischer Maßnahmen sind fundierte Informationen über die tatsächliche Marktdurchdringung moderner Fahrzeugsicherheitssysteme von großer Bedeutung. Ziel des Projektes ist die Fortführung der Erhebung der Ausstattung von Pkw mit Fahrzeugsicherheitssystemen in Deutschland. Die im Rahmen des Projekts zu erhebenden Daten sollen langfristig zur Abschätzung eines etwaigen Sicherheitspotenzials beitragen. Das Projekt soll der ganzheitlichen Erhebung der Marktdurchdringung von Fahrzeugsicherheitssystemen dienen und durch die angestrebte langfristige Etablierung der Erhebung sollen wissenschaftlich fundierte Maßnahmenempfehlungen auf Grundlage von Marktdaten ermöglicht werden. Zudem gehen die Ergebnisse in den „Unfallverhütungsbericht Straßenverkehr“ ein, den die Bundesregierung alle zwei Jahre dem Bundestag vorlegt.

Fortschreibung der Unfallkostenrechnung (4288006)
Eine aktuelle, differenzierte und im europäischen Raum vergleichbare Unfallkostenbewertung ist die Voraussetzungen für eine effiziente Verkehrssicherheitsarbeit. Die BASt ermittelt deshalb jährlich die Kosten, die infolge von Straßenverkehrsunfällen entstanden sind. Die Bewertung der Unfallkosten in Deutschland bezieht sich auf unterschiedliche Kostenkomponenten, welche die Kosten der Unfallfolgen abdecken. Personenschäden sind die Schäden, die dadurch entstehen, dass Personen bei Verkehrsunfällen verletzt oder getötet werden. Sachschäden resultieren hingegen daraus, dass Gegenstände (Sachen) durch Unfälle beschädigt oder zerstört werden.

Erfassung der Lichteinschaltquoten bei Tag von Kraftfahrzeugen in Deutschland (Erhebung 2017/2018) (83.035)
Seit dem Oktober 2005 wird das Fahren mit Licht am Tag vom Bundesverkehrsministerium empfohlen. Als Auswirkung der europäischen Richtlinie 2008/89/EG müssen seit Februar 2011 alle neuen Fahrzeugtypen der Klassen M1 und N1 mit speziellen Tagfahrleuchten ausgestattet werden. Seit Sommer 2012 gilt dies auch für die neuen Fahrzeugtypen aller übrigen Klassen. Seit 2007/2008 erhebt die BASt im zweijährigen Rhythmus die Lichteinschaltquoten. Ziel des Projekts ist die Fortführung dieser Erhebungen. Es wird davon ausgegangen, dass sich einerseits Verhaltensänderungen bei Kraftfahrern, aber insbesondere auch die oben genannte verpflichtende Ausstattung von Neufahrzeugen mit Tagfahrleuchten auf den Anteil der bei Tag mit Licht fahrenden Kraftfahrzeuge auswirken. Zur Bewertung der Sicherheitsgewinne durch Tagfahrlicht ist eine kontinuierliche Erfassung der Lichteinschaltquoten erforderlich. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ab welcher Quote der Anteil der Fahrzeuge ohne Licht möglicherweise einen Grenzwert erreicht, ab dem eine Verpflichtung zum Tagfahrlicht aus Gründen der Verkehrssicherheit erwogen werden muss. Auch dafür ist ein kontinuierliches Monitoring der Lichteinschaltquoten erforderlich.

Unfallgeschehen von Motorrädern (4216013)
Die fahrleistungsbezogene Unfallbeteiligtenrate für Motorräder lag 2014 etwa viermal höher als die für Pkw. Außerdem handelt es sich bei Motorradnutzern um ungeschützte Verkehrsteilnehmer, die jedoch ähnliche oder sogar höhere Geschwindigkeiten erreichen als Fahrzeuge mit höherem passivem Schutz für die Fahrzeugnutzer. Daraus resultiert für Motorradnutzer im Mittel ein deutlich höheres Verletzungsrisiko im Falle eines Unfalls. Die fahrleistungsbezogene Getötetenrate für Motorräder war 2014 sogar etwa zehnmal höher als für Pkw. Insgesamt waren im Jahr 2015 etwa 18,5 Prozent aller getöteten Verkehrsteilnehmer Motorradnutzer. Die Unfall- und Verunglücktenzahlen der jüngeren Vergangenheit zeigen außerdem eine stagnierende Entwicklung. Nicht zuletzt deshalb wurde das Unfallgeschehen von Motorrädern auf Landstraßen in der Halbzeitbilanz zum Verkehrssicherheitsprogramm 2011 als eines der vier Kernthemen für die zweite Hälfte des laufenden Verkehrssicherheitsprogrammes identifiziert. Im vorliegenden Projekt soll das Unfallgeschehen von Motorrädern auf der Grundlage der amtlichen Unfallstatistik analysiert werden. Ziel ist die Darstellung der aktuellen Unfall- und Verunglücktenstruktur sowie der zeitlichen Entwicklung in den vergangenen Jahren.

Streckenbezogene Unfallanalysen auf BAB (4288004)
Für die Erkennung von besonders gefährdeten Autobahnabschnitten sind streckenbezogene Unfallanalysen – auch im zeitlichen Vergleich – erforderlich. Streckenbezogene Unfallanalysen bilden eine wichtige Grundlage für die Verkehrssicherheitsarbeit des Bundes und der Länder und dienen der Erfüllung der Berichtspflicht für Straßen des Transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-T) gegenüber der EU. Die BASt schreibt die Analysen jährlich fort.

Alternative Antriebstechnologien: Marktdurchdringung und Konsequenzen (4288003)
Um die zukünftige Entwicklung von Fahrzeugen mit alternativem Antrieb in Deutschland beurteilen zu können, initiierte die BASt im Jahr 2010 die Einrichtung einer langfristigen Beobachtung des Fahrzeugmarktes und des Unfallgeschehens von Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten. Ziel ist, die tatsächliche Umsetzung des technologischen Fortschritts in marktgängige Produkte zu verfolgen, frühzeitig Kenntnis über die Bestandsentwicklung zu erhalten sowie mögliche Fehlentwicklungen zu identifizieren – insbesondere mit Blick auf die Verkehrssicherheit. Vor allem die Betrachtung des letzten Punktes soll die Möglichkeit schaffen, Vorschläge für eine sinnvolle Steuerung der Entwicklung leisten zu können.