GSB 7.0 Standardlösung

HinweisCookies

Diese Webseite verwendet Cookies. Diese dienen der Zwischenspeicherung bei Bestell- oder Anmeldevorgängen. Nicht erfasst werden Daten wie Nutzungshäufigkeit oder Verhaltensweisen. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Datenschutz.

OK

Dimensionierung und Straßenaufbau

Erfahrung Anwendung RSO Asphalt (3416002)

Der vorliegende Entwurf der Richtlinien zur Bewertung der strukturellen Substanz des Oberbaus von Verkehrsflächen in Asphaltbauweise (RSO Asphalt) wird zu einem FGSV-Regelwerk ausgearbeitet. Im Rahmen dieses Projektes soll gemeinsam mit den Straßenbauverwaltungen der Länder ein Erfahrungshintergrund zur Anwendung der in den RSO Asphalt beschriebenen Vorgehensweise aufgebaut werden. Hierzu sind von den Straßenbauverwaltungen der Länder, unter Federführung des BMVI, gemeinsam mit der BASt verschiedene Streckenabschnitte im Bundesfernstraßennetz unterschiedlicher Liegedauern gemäß den RSO Asphalt zu betrachten und die jeweiligen Restnutzungsdauern zu bestimmen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse zur theoretischen und praktischen Anwendung der RSO Asphalt werden zur Finalisierung des vorliegenden Entwurfes in den zugeordneten Gremien zur Diskussion gestellt.

Möglichkeiten und Grenzen des Georadarverfahrens (04.284)
Das Georadarverfahren wird weltweit im Rahmen der Substanzbewertung angewendet. Insbesondere aufgrund der jüngsten technischen Weiterentwicklungen, die eine Nutzung des Verfahrens schnellfahrend ermöglicht, wird das Georadarverfahren zunehmend im deutschen Straßennetz eingesetzt. Das Verfahren ermöglicht insbesondere eine zerstörungsfreie Inventarisierung des gebundenen und ungebundenen Oberbaus durch die Bestimmung von Schichtdicken und Schichtfolgen sowie die Feststellung von Schadstellen und Inhomogenitäten. Die Anwendung des Georadarverfahrens wird derzeit insbesondere limitiert durch die aufwendige, weil nahezu vollständig manuell auszuführende Auswertung. Hiermit ist auch die Gefahr der falschen Interpretation gegeben. Ziel des Projektes soll sein, durch die detaillierte Betrachtung der Prozesskette und exemplarischer Anwendungen, die Grenzen und Möglichkeiten des Georadarverfahrens aufzuzeigen und daraus ein durchgehendes angepasstes Verfahren für die Erfassung und Auswertung im Rahmen der Substanzerfassung von Straßen auf Objekt- und Netzebene zu liefern.

HEALROAD (3415004)
Europa sieht sich einem steigenden Erhaltungsaufwand der Straßeninfrastruktur ausgesetzt. Daher werden neue Verfahren gesucht und entwickelt, um diesen Erhaltungsaufwand besser steuern und kosteneffizienter gestalten zu können. Zudem sollte angestrebt werden, dass umfangreiche Eingriffe in die Straßeninfrastruktur durch Erneuerungsmaßnahmen erst deutlich später notwendig werden. Die damit verbundenen Herausforderungen wurden im ERA-NET Plus INFRAVATION Call 2014 des „Horizont 2020“-Programms thematisiert. Dazu zählen unter anderem, dass die Verfügbarkeit relevanter Güterverkehrsstrecken im Straßennetz durch weniger Sperrungen aufgrund von Erhaltungsmaßnahmen erhöht wird und dass die Dauerhaftigkeit verlängert wird. Das Forschungsprojekt HEALROAD (Induction heating asphalt mixes to increase road durability and reduce maintenance costs and disruptions) verfolgt dieses Ziel durch die Konzeption eines selbstheilenden Asphaltmischgutes, das mittels der Einleitung von Induktionswärme die Lebensdauer der Asphaltdeckschicht verlängert, da Schäden wie Risse oder Schlaglöcher nicht entstehen, oder bereits in der Entstehungsphase kontaktlos repariert werden. Das Forschungskonsortium besteht aus Universitäten, Forschungseinrichtungen sowie Industriepartner. Die BASt wird mit zeitraffenden Belastungsversuchen im Realmaßstab das Bindeglied zwischen Laborforschung und Feldversuchen darstellen. Mit dem BASt eigenen Pave®MLS30 sollen in sehr kurzer Zeit Schäden in der Deckschicht erzeugt werden. Hierzu wird die BASt im Vorfeld eigene Versuche durchführen, um eine optimale Versuchskonstruktion für die Untersuchungen in den Niederlanden zu entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt der BASt-Aktivitäten im EU-Projekt sind Lebenszyklusbetrachtungen der Projektergebnisse (www.healroad.eu).

Weiterentwicklung und Bewertung neuer sowie bekannter Verfahren zur Tragfähigkeitsbewertung anhand von Feldversuchen an Fahrbahnbefestigungen mit definiert eingebrachten Substanzstörungen (89.314)
Im Rahmen von zum Teil noch laufenden Forschungsprojekten kann gezeigt werden, dass mithilfe von FEM-Simulationen und Rückrechnungsverfahren auf Grundlage von künstlich neuronalen Netzen, die Ergebnisse aus zerstörungsfreien Messverfahren hinsichtlich Materialparametern  quantifiziert werden können. Hierdraus kann eine Gesamtaussage über den Substanzverlust abgeleitet werden. Als einer der wichtigsten Indikatoren für den Substanzverlust von Asphaltstraßen gilt vor allem die Rissbildung an der Unterseite der gebundenen Schichten. Dementsprechend ist an ein zerstörungsfreies Prüfverfahren zur Abschätzung der strukturellen Substanz einer Fahrbahnbefestigung insbesondere die Anforderung zu stellen, solche Rissbildungen identifizieren zu können. Diese Fragestellung soll im Rahmen dieses Forschungsvorhabens mit Hilfe eines großmaßstäblichen Versuchsfeldes näher untersucht werden. 

Druckspannungssensor CANopen (3415000)
Informationen über das Verhalten eines Straßenkörpers auf Beanspruchung durch den Schwerlastverkehr erhält man durch Instrumentierung. Die beiden wichtigsten physikalischen Größen sind dabei Druckspannung und Dehnung. Bei den bisher eingesetzten Sensorvarianten wurde die fehlende Kalibriermöglichkeit nach dem Einbau als gravierender Nachteil erkannt, der insbesondere bei den Dehnungssensoren zu hohen Ausfallraten geführt hat. Es soll nun ein produktionsreifer Druckspannungssensor entwickelt werden. Neben der Modernisierung der Schnittstelle sollen Überlegungen aus der „Machbarkeitsstudie zur Entwicklung von Sensoren zur Erfassung des strukturellen Zustandes“ des Fraunhofer Instituts für Physikalische Messtechnik IPM von 2012 derart einfließen, dass durch die Integration von Sensoren für die Umgebung (Temperatur und Feuchte) ein erster Multisensor entsteht.

Innovationsprogramm: Durchführung und Auswertung von Belastungsversuchen mit dem MLS10 (3414002)
Innerhalb der nächsten Jahre wird es immer wichtiger, die vorhandene Infrastruktur funktional zu erhalten und für die steigenden Belastungen durch den Schwerverkehr zu ertüchtigen. Eine frühzeitige Erkennung und Detektion von Schad- und Schwachstellen sind somit elementar. Daher sind Verfahren notwendig, um die strukturelle Substanz von Straßenbefestigungen zerstörungsfrei zu bewerten. Hierfür sollen im Rahmen des Projektes auf der BASt-Modellstraße in Asphaltbauweise zeitraffende Belastungsversuche mit dem MLS10 der BASt durchgeführt werden. Entsprechende Untersuchungen finden zum einen im nationalen Innovationsprogramm Straße mit dem Titel „Innovationen im Straßenbau – Zerstörungsfreie Verfahren zur Bewertung der strukturellen Substanz“ durch externe Partner statt. Zum anderen erfasst die BASt eigene Daten durch entsprechende Untersuchungen. Dazu zählen die kontinuierliche Aufzeichnung der Daten von Dehnungs- und Temperatursensoren, aber auch die Erhebung von Daten mit dem Falling Weight Deflectometer (FWD). Hinzu kommen Messungen von Querebenheiten durch den Einsatz eines Profilometers sowie dem Einsatz von ZEB-Fahrzeugen. Diese Messungen ergänzen die Erkenntnisse aus vorherigen Versuchen und bieten weitere Erfahrung in der Bewertung von Versuchsfeldern hinsichtlich der strukturellen Substanz. Aus den Ergebnissen werden wichtige Erkenntnisse für die Bewertung von belasteten Flächen in zukünftigen Versuchsprogrammen abgeleitet.

Zyklische Untersuchung an einer Versuchsstrecke mit KRK-Schicht (3410002)
Mit dem Kaltrecycling(KRK)-Verfahren können aus ungebundenen und/oder gebundenen Schichten des Oberbaus unter Zugabe von Bindemittel(n) Tragschichten auf der Baustelle hergestellt werden. Dadurch wird eine vollständige Verwertung von Straßenbaustoffen im Sinne des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes ermöglicht. Befestigungen mit KRC-Schichten sind nach dem Merkblatt für Kaltrecycling in situ im Straßenoberbau, Ausgabe 2005, nur bis zur Bauklasse III nach den RStO 01 vorgesehen. Teilabschnitte der B 52 wurden bei der Grunderneuerung als Versuchsstrecke für den Einsatz von KRC-Schichten bei einer die Bauklasse III überschreitenden Verkehrsbelastung ausgeführt. Angesichts erster Erfahrungen an anderen Streckenabschnitten werden die Erfolgsaussichten positiv beurteilt. Mit der Anlage der Versuchsstrecke sollen primär die Kenntnisse zum Einsatz von KRC-Schichten in Befestigungen für Verkehrsbelastungen höher als Bauklasse III erweitert werden. Zudem soll die Versuchsstrecke Aufschlüsse über den Einfluss von verschiedenen bitumenhaltigen Bindemitteln, den Anteil der KRC-Schicht an der Gesamttragfähigkeit der Befestigung sowie die Möglichkeit einer Äquivalenzbeziehung zwischen Asphalttragschichten und KRC-Schicht geben. Im Rahmen des vorliegenden Projekts werden begleitend zerstörungsfreie Messungen mit dem Falling Weight Deflectometer und dem Georadar sowie die Auswertung der Daten durchgeführt. Weiterhin sind Erfahrungen hinsichtlich der Berücksichtigung von KRC- Schichten in der rechnerischen Dimensionierung zu sammeln.