GSB 7.0 Standardlösung

Automatisiertes Fahren

EuroNCAP HMI-AD (5417004)
Die Sicherheit des automatisierten Fahrens wird heute wie auch in Zukunft zu einem hohen Maße von einer sicheren Interaktion des Fahrers mit seinem automatisierten Fahrzeug abhängen. Im Rahmen der Euro NCAP Roadmap 2020 bis 2025 wurde deshalb entschieden, den Aspekt der Mensch-Maschine-Interaktion in den Bewertungsprozess aufzunehmen. Ziel ist es, unter Einsatz von aktuellen Human Factors Forschungsmethoden eine sichere Interaktion zwischen dem Fahrer und der automatisierten Fahrfunktion bewertbar zu machen. In Anbetracht bisher fehlenden Methodik wurde entschieden, sich dem Bewertungsgegenstand über eine Best-Practice-Betrachtung zu nähern. Dazu werden standardisierte Bewertungsmethoden entwickelt, die neben einer Expertenbetrachtung auch Probandenuntersuchungen einschließen. Use Case spezifisch sollen auf dem Markt verfügbare kontinuierliche Automatisierungsfunktionen, beginnend bei SAE Level 2, berücksichtigt werden.

EU-Projekt L3Pilot (5417006)
Ziel dieses im Rahmen des EU-Förderprogramms Horizon 2020 geförderten Projekts ist es, die Funktionsfähigkeit des automatisierten Fahrens in Pkw als ein sicheres und effizientes Verkehrsmittel zu testen und neue, auf dem automatisierten Fahren basierende Servicekonzepte für eine umfassende Mobilität zu erforschen und zu fördern. Aus dem übergreifenden Ziel wurden vier Teilziele abgeleitet: Schaffung einer harmonisierten europäischen Test-Umgebung für Pilotstudien zum automatisierten Fahren, Koordinierung von Vorbereitungen zur Datenerfassung, Durchführung und Auswertung von Pilotstudien zu automatisierten Fahrfunktionen und zum kooperativen automatisierten Fahren sowie Initiierung und Förderung der Markteinführung des automatisierten Fahrens. Koordinator des EU-Projekts ist die Volkswagen AG, Deutschland. Die BASt führt im Rahmen des Projekts eine Studie zur Untersuchung des Langzeiteinflusses von automatisiertem Fahren auf die Nutzerakzeptanz durch und wirkt bei der Abschätzung der Sicherheitswirkungen mit, die vom automatisierten Fahren ausgehen.

Kamera-Monitor-Systeme als Fahrerinformationsquelle (82.669)
Kamera-Monitor-Systeme (KMS) können bei Kraftfahrzeugen dazu verwendet werden, die rückwärtige Sicht für den Fahrer auf einem oder mehreren im Fahrzeuginnenraum integrierten Monitoren darzustellen. Dies bietet unter anderem die Möglichkeit, herkömmliche Außenspiegel durch geeignete KMS zu ersetzen. Somit kann aus technischer Sicht die zwingend benötigte Information über den rückwärtigen Straßenverkehr an einer beliebigen Position im Sichtfeld des Fahrers präsentiert werden. Des Weiteren könnte ein einzelner Monitor dazu genutzt werden, das rückwärtige Bild mehrerer Kameras fusioniert darzustellen. Im vorliegenden Projekt sind unterschiedliche Monitorpositionen als rückwärtige Informationsquelle für den Fahrer genau zu beschreiben und die Wahrnehmungsgeschwindigkeit, die Diskriminationsleistung und das Blickverhalten zur linken und rechten Fahrzeugseite exemplarisch empirisch zu untersuchen. Darauf aufbauend soll eine systematische Abschätzung der Auswirkung von fusionierter rückwärtiger Information auf die Wahrnehmungsleistung erfolgen und diese entsprechend empirisch geprüft werden. Anschließend soll die Distanz- und Geschwindigkeitswahrnehmung auch bei hohen Differenzgeschwindigkeiten in einer Realfahrt empirisch untersucht und mit herkömmlichen Außenspiegeln verglichen werden. Als Ergebnis sollen mögliche Anforderungen für zukünftige KMS aufgezeigt werden.

PEGASUS FAT Projekt (5416002)
Mit Hilfe des Projektes PEGASUS (Projekt zur Etablierung von generell akzeptierten Gütekriterien, Werkzeugen und Methoden sowie Szenarien und Situationen zur Freigabe hochautomatisierter Fahrfunktionen) sollen wesentliche Lücken im Bereich des Testens bis hin zur Freigabe hochautomatisierter Fahrfunktionen geschlossen werden. Ziel ist es, ein Vorgehen für das Testen automatisierter Fahrfunktionen zu entwickeln, um die zügige Einführung des automatisierten Fahrens in der Praxis zu ermöglichen. Die BASt beteiligt sich mit einer "Evaluation von Automationsrisiken einer hochautomatisierten Fahrfunktion" als assoziierter Partner an dem Projekt und wird durch die FAT gefördert. Ziel der BASt ist die Identifizierung von Automationsrisiken, welche bei der Interaktion zwischen einem hochautomatisiert fahrenden Fahrzeug und dem Fahrer entstehen können. In einem Feldversuch wird hierbei zunächst der Einfluss der Verkehrsdichte auf die Übernahmeleistung des Fahrers betrachtet werden. Die Fahrversuche sollen mögliche Sicherheitsrisiken während Transitionen aufdecken und eine erste Einschätzung bezüglich des Einflusses der Verkehrssituation ermöglichen. In einem weiteren Schritt erfolgt in Abstimmung mit dem PEGASUS-Konsortium und der FAT die Definition eines erweiterten Anwendungsszenarios, welches ebenfalls im Feld untersucht werden soll. Bei den empirischen Feldversuchen wird das BASt-eigene Versuchsfahrzeug eingesetzt, welches ein realitätsnahes Abbild einer automatisierten Fahrfunktion gewährleisten kann.

AdaptIVe (5413020)
Ziel des europäischen Forschungsprojekts AdaptIVe ist die Verbesserung der Effizienz und Sicherheit des Straßenverkehrs. AdaptIVe strebt ein gutes Zusammenspiel zwischen Fahrer und Fahrerassistenzsystemen unter Zuhilfenahme von erweiterter Sensorik, kooperativen Fahrzeugtechnologien und integrativen Strategien an. Dabei stellt sich der Automatisierungsgrad auf die Verkehrssituation und die Fähigkeiten des Fahrers dynamisch ein. Um automatisiertes Fahren Wirklichkeit werden zu lassen, bleibt der Fokus nicht auf die technologischen Aspekte beschränkt, sondern bezieht auch rechtliche Aspekte mit ein, um eine erfolgreiche Markteinführung zu unterstützen. Betrachtet werden sowohl automatisierte Fahrfunktionen für Autobahnen und für den Stadtverkehr, darüber hinaus auch spezielle Anwendungsfelder wie das vollautomatische Parken. Die BASt ist in mehreren Teilprojekten engagiert, beispielsweise bei der rechtlichen Bewertung der Vereinbarkeit von Fahrerassistenzsystemen mit europäischem Straßenverkehrs-, Produkthaftungs- und Datenschutzrecht. Daneben wird auch an der Entwicklung eines gemeinsamen Bewertungsrahmens für automatisierte Applikationen gearbeitet. Dabei steht die Entwicklung neuer Methoden zur Bewertung einer Sicherheitssteigerung durch automatisierte Fahrfunktionen im Mittelpunkt.

Grundlagenprojekt: Infrastrukturbedarf automatisierten Fahrens (82.623)
Soweit eine Fahrzeugautomatisierung betrachtet wird, die den Fahrer aus dem Fahrer-Fahrzeug-Regelkreis entlässt, ist bislang weitgehend unklar, ob und welche Anforderungen eine Umsetzung automatisierten Fahrens an die Infrastruktur voraussetzt. Das vorliegende Grundlagenprojekt soll deshalb unter Berücksichtigung technischer Funktionsanforderungen von hochautomatisierten Systemen Anforderungen an die Infrastruktur ableiten. Betrachtet werden sollen Systeme, die im heute prognostizierbaren Zeitraum realistisch auf der Straße zu erwarten sind.

aFAS (5414003)
Nach kontinuierlicher Einführung der verschiedensten Assistenzsysteme in Kraftfahrzeugen ist das hoch- und vollautomatisierte Fahren der nächste bedeutsame Schritt in der technologischen Entwicklung der Kraftfahrzeugtechnik. Vor diesem Hintergrund wird ein Zusammenschluss von acht Partnern aus Industrie, Forschung und einem Straßeninfrastrukturbetreiber mit dem Projekt "aFAS" ein automatisch fahrendes Absicherungsfahrzeug, welches vollautomatisch langsam hinter Wanderbaustellen her fährt, entwickeln und im Straßenbetrieb unter realen Bedingungen testen. aFAS steht dabei für "automatisch fahrerlos fahrendes Absicherungsfahrzeug für Arbeitsstellen auf Bundesautobahnen". Das von der Bundesregierung mit insgesamt etwa 3,4 Millionen geförderte und über vier Jahre laufende Projekt untersucht erstmalig die technische Machbarkeit eines damit vollautomatisch fahrenden Fahrzeugs im Straßenverkehr. Tagesbaustellen an Autobahnen stellen für das Baustellenpersonal ein hohes Risiko dar, denn es kommt  immer wieder zu schwerwiegenden Auffahrunfällen auf das Absicherungsfahrzeug, das im Zulauf auf die Baustelle als Warnung eingesetzt wird. Im Zentrum des Projektes "aFAS" steht daher die Entwicklung eines Absicherungsfahrzeuges, das unbemannt vollautomatisch funktioniert und die Sicherheit, insbesondere auch des Betriebspersonals, erhöht. Der Prototyp soll unter realen Bedingungen auf dem Seitenstreifen von Autobahnen getestet werden.