GSB 7.0 Standardlösung

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Verkehrsbeeinflussung und Straßenbetrieb

Harmonisierung des Verkehrsablaufs im Bereich von SBA – Optimierung und Erweiterung der Verfahren (03.0521)
Ein harmonischer Verkehrsfluss zeichnet sich durch gleiche Geschwindigkeiten und Abstände zwischen den Fahrzeugen aus. So kann die Kapazität eines Streckenabschnittes optimal genutzt werden. Eine Aufgabe von Streckenbeeinflussungsanlagen (SBA) ist hierauf mithilfe von Geschwindigkeitsbeschränkungen hinzuwirken. Die Fahrzeugabstände und Geschwindigkeiten lassen sich in makroskopische Verkehrskenngrößen überführen. Makroskopische Kenngrößen bilden sowohl die Grundlage für die Steuerungsentscheidung, also die Anordnung von Geschwindigkeitsbeschränkungen, als auch die Bewertung der Qualität von Schaltungen. Für die Optimierung der Anlagen spielen diese Größen also eine wichtige Rolle. In der Praxis ist die räumlich kontinuierliche, empirische Ermittlung der Verkehrsdichte und der streckenbezogenen, momentanen mittleren Geschwindigkeit entlang eines gesteuerten SBA-Abschnitts aufwendig und erfordert den Einsatz von Modellen, deren Genauigkeit je nach Verfahren und Situation variiert. Ausgehend vom Stand der Technik in der Erhebung empirischer Verkehrslagedaten wird in diesem Projekt ein Konzept entwickelt, wie auf Basis ausschließlich empirisch erhebbarer Daten – insbesondere Luftbilder – die Verkehrslage auf längeren Streckenabschnitten quasi-kontinuierlich ermittelt werden kann. Neben der Anwendung des Konzeptes ist Ziel zu klären, welche Vorgehensweise für eine im Rahmen der Wirkungsanalyse und Optimierung aufwendigere quasikontinuierliche streckenbezogene Verkehrslagerekonstruktion ange¬messen ist. Optimierungsmaßnahmen für die erhobenen SBA-Strecken sollen erarbeitet werden.

Verkehrsträgerübergreifender Austausch von erneuerbarer Energie (69.0009)
Im Pilotprojekt „Einsatzpotentiale erneuerbarer Energien für Verkehr und Infrastruktur verstärkt erschließen“ des Expertennetzwerks des Bundesverkehrsministeriums wurden beträchtliche Potenziale zum Beispiel zur Erzeugung von Photovoltaik Strom entlang der Verkehrsinfrastrukturen aber auch anderer Liegenschaften des Bundes ermittelt. Da die Produktion erneuerbarer Energie starken Schwankungen unterworfen ist und eine Speicherung momentan durch technische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen nur eingeschränkt möglich ist, wäre ein direkter Austausch von Energie zwischen den Verkehrsträgern Straße, Schiene und Wasserstraße oder auch zwischen den Sektoren Verkehr und Energie wünschenswert. Behörden des Bundes dürfen allerdings momentan nicht nach dem „Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG)“ einspeisen. Daher ist es für die Behörden wichtig zu wissen, welche Optionen für eine mögliche Einspeisung existieren und welche Partner für die verschiedenen Optionen notwendig sind. Ziel dieses Forschungsprojektes ist die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen, wie die Produktion an der Verkehrsinfrastruktur und der Austausch von Energie zwischen den Verkehrsträgern oder zwischen den Sektoren Verkehr und Energie unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen bewerkstelligt werden kann.

Nässeschaltung – durch Einsatz von kontaktlosen Sensoren (6519010)
Verkehrsbeeinflussungsanlagen werden auf Bundesfernstraßen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und Verbesserung des Verkehrsflusses eingesetzt. Bei den verkehrs- und witterungsbedingten Schaltungen werden gezielt Anzeigen auf Basis von erfassten Verkehrs- und Umfelddaten geschaltet. Die Nässeschaltung ist neben der Nebelschaltung eine wichtige witterungsbedingte Schaltung in der Verkehrsbeeinflussung. Der Schwerpunkt „Nässe" soll im Rahmen der Fortschreibung der Prüfung und Normung durch den Einsatz von kontaktlos messenden Sensoren auf dem Testfeld A4 weiter untersucht werden. Ziel des Projektes ist es über die Qualität der Messwerte die Akzeptanz und somit die Befolgung seitens der Verkehrsteilnehmer weiter zu fördern und dabei Erfahrungen für die Qualitäts- und Installationsvorgaben zu sammeln. Der Fokus bei den Untersuchungen liegt auf der Wahl des Messpunktes bzw. Detektionsbereiches auf der Fahrbahn sowie den Einflüssen der verschiedenen Messverfahren bei der Ermittlung der Messwerte.

Wirksamkeitsanalyse für Anlagen zur Netzbeeinflussung und Erarbeitung des Potenzials neuer Steuerungsstrategien (03.0584)
In der Verkehrsbeeinflussung werden Netzbeeinflussungsanlagen (NBA) zur effizienteren Nutzung vorhandener Kapazitäten im Streckennetz der Bundesfernstraßen eingesetzt. Dazu wird bei Störungen der Verkehr auf Alternativrouten umgeleitet, sofern diese Restkapazitäten aufweisen. Der Untersuchung liegt die Annahme zugrunde, dass das Potenzial mit der derzeitigen Nutzung nicht voll ausgeschöpft ist. Für komplexere Netze, mit mehreren Alternativrouten sind die bisherigen Verfahren nicht ausgelegt. Ebenso existieren derzeit noch keine Verfahren zur Ableitung von Gesamtstrategien für komplexe strategische Netze sowie zur Bestimmung der Auswirkungen und Wechselwirkungen der Umsetzung solcher Strategien. Ziel des Forschungsprojektes ist es, das Potenzial von Netzbeeinflussungsmaßnahmen zu untersuchen und gleichzeitig Größen zu definieren, um deren Wirkung zu ermitteln.

Nachhaltige Förderung des Radverkehrs im Winter durch optimierten Winterdienst (77.0518)
Zur Förderung der nachhaltigen Mobilität und der Reduzierung der Schadstoffbelastungen in den Städten ist der Radverkehr von erheblicher Bedeutung. In den letzten Jahren hat auch der Radverkehr im Winter spürbar zugenommen, da immer mehr Personen das Fahrrad ganzjährig als Alltagsverkehrsmittel nutzen. Doch die Rahmenbedingungen für den Radverkehr sind im Winter derzeit meist schlecht. Die Gefährdung für die Radfahrer ist deutlich höher als im Sommer. Die Gestaltung mancher Radverkehrsanlagen ist ungünstig für die Befahrbarkeit im Winter und für die Durchführung des Winterdienstes. Ziele des Projekts sind: Empfehlungen zur praktischen Durchführung des Winterdienstes auf den unterschiedlichen Radverkehrsanlagen; strategische Konzeption und Kriterien für die Ausweisung eines sicher befahrbaren und gut zu betreuendes Radwegenetzes im Winter; Empfehlungen für die winterdienstfreundliche Planung und Gestaltung von Radverkehrsanlagen.

Optimierte Nutzung von Umfelddaten in der Verkehrsbeeinflussung (03.0567)
Die Umfelddaten bilden neben den Verkehrsdaten eine wichtige Grundlage für die Verkehrsbeeinflussung im Zuge von Streckenbeeinflussungsanlagen (SBA). Im Rahmen des Forschungsprojekts sollen zur weiteren Verbesserung der Wirkung von Streckenbeeinflussungsanlagen die Auswirkungen auf Verkehrssicherheit und Verkaufsablauf von witterungsbedingten Schaltungen untersucht und optimiert werden. Dazu sind zunächst Thesen bezüglich der Wirkungszusammenhänge von Witterungsbedingungen und Schaltungen aufzustellen. Im Anschluss erfolgt anhand von Abfragen und Diagrammen eine Datenanalyse zur Verbesserung der Wirksamkeit von SBA durch witterungsabhängige Verkehrsprogramme. Als Datengrundlage hierzu dienen Verkehrs- und Umfelddaten von ausgesuchten Streckenabschnitten im beeinflussten und unbeeinflussten Bereich.

Optimierung Kompaktparken (6519004)
Laut einer Erhebung der BASt fehlten 2018 auf und an den Bundesautobahnen rund 23.300 Lkw-Parkmöglichkeiten. Neben der konventionellen Erweiterung der Parkkapazitäten für Lkw können auch besondere Parkverfahren dazu beitragen, zusätzlichen Parkraum bereitzustellen. Bei diesen Parkverfahren stehen mehrere Lkw neben und hintereinander, wodurch die Parkkapazität auf vorhandenen Verkehrsflächen deutlich erhöht werden könnte. In Deutschland werden die beiden unterschiedlichen Verfahren „Telematisch gesteuertes Lkw-Parken" (in der Öffentlichkeit auch bekannt als „Kolonnenparken“) und „Telematisch gesteuertes Kompaktparken" bereits auf ersten Rastanlagen eingesetzt. Das Kompaktparken wurde in einem BASt-Projekt entwickelt. Anschließend hat die BASt das Pilotprojekt zum Kompaktparken auf der Rastanlage Jura West in Bayern an der A3 begleitet. Gemeinsam mit der Bayerischen Straßenbauverwaltung werden seit 2016 im laufenden Betrieb Optimierungen umgesetzt. Die gewonnen Erfahrungen und Entwicklungen im Algorithmus zum Kompaktparken werden nun durch die BASt abschließend und in Form funktionaler Anforderungen aufbereitet, um sie einer breiten Anwendung verfügbar zu machen. Dies trägt dazu bei, dass weitere Anwendungen in kürzerer Zeit realisiert werden können, um der enormen Parknachfrage zu begegnen.

Gewährleistung der sicheren Befahrbarkeit der Bundesfernstraßen bei starkem Schneefall (03.572)
Im Rahmen des Projekts soll der Zusammenhang zwischen Schneefallintensität, Winterdienst-Aktivitäten, Fahrbahnzustand und Verkehrsfluss analysiert werden. Ziel ist neue praktische Empfehlungen für den Winterdienst bei starkem Schneefall zur Aufrechterhaltung des sicheren Verkehrsflusses zu erarbeiten. Dies soll in Abhängigkeit von Klimazonen in Deutschland (Schneefallintensitäten und -häufigkeiten) sowie streckenbezogenen Parametern (insbesondere Steigungsklassen, Lkw-Verkehrsmengen) erfolgen. Damit verbundene zusätzliche Kosten für beispielsweise Personal, Fahrzeuge, Geräte und Streustoffe sollen ermittelt und dem zu erwartenden Nutzen durch verbesserte Verfügbarkeit der Bundesfernstraßen gegenübergestellt werden.

Nutzung des C2X-Kommunikationsstandards IEEE 802.11p für die ÖV-Priorisierung an signalisierten Knotenpunkten (03.0553)
Die Priorisierung des öffentlichen Verkehrs (ÖV) ist ein wichtiges Ziel der innerstädtischen Verkehrsbeeinflussung. Die technische Umsetzung der ÖV-Priorisierung basiert in der Praxis allerdings auf sehr unterschiedlichen und teilweise veralteten Systemen. Großes Potenzial zur Optimierung und Modernisierung bieten die Entwicklungen im Bereich des Vernetzen Fahrens (C2X) auf der Basis des Kommunikationsstandards IEEE 802.11p. Im Rahmen des Projekts sind die Anwendungspotenziale von C2X-basierten ÖV-Priorisierungen zu analysieren. Es sollen Untersuchungen über die aktuelle technische Umsetzbarkeit im Falle von Neuimplementierungen sowie zur Ablösung von bestehenden Priorisierungssystemen durchgeführt werden. Ziel ist die Erstellung eines bundesweit einheitlichen Konzeptes zur Nutzung des C2X-Kommunikationsstandards IEEE 802.11p für die ÖV-Bevorrechtigung an signalisierten Knotenpunkten unter Einbeziehung des EU-Rahmens sowie den notwendigen Freiheitsgraden für lokale Anpassungen.

Gewährleistung der sicheren Befahrbarkeit der Bundesfernstraßen bei starkem Schneefall (03.0572)
Im Rahmen des Projekts soll der Zusammenhang zwischen Schneefallintensität, Winterdienst-Aktivitäten, Fahrbahnzustand und Verkehrsfluss analysiert werden. Ziel ist es, neue praktische Empfehlungen für den Winterdienst bei starkem Schneefall zur Aufrechterhaltung des sicheren Verkehrsflusses zu erarbeiten. Dies soll in Abhängigkeit von Klimazonen in Deutschland (Schneefallintensitäten und -häufigkeiten) sowie streckenbezogenen Parametern (insbesondere Steigungsklassen, Lkw-Verkehrsmengen) erfolgen. Damit verbundene zusätzliche Kosten für Personal, Fahrzeuge, Maschinen und Standorte der Tausalznachladestationen. sollen ermittelt und dem zu erwartenden Nutzen durch verbesserte Verfügbarkeit der Bundesfernstraßen gegenübergestellt werden.

Auswirkungen kooperativer Systeme und autonomen/hochautomatisierten Fahrens auf den Verkehrsablauf und Anforderungen an die kollektive Verkehrsbeeinflussung auf Autobahnen (30.0538)
Die Wirkung der Verkehrsbeeinflussungsmaßnahmen könnte durch Fahrzeugautomatisierung deutlich verändert werden – jedoch ist das Verhalten der Fahrzeuge aus heutiger Sicht nur schwer bestimmbar. Das taktische Verhalten automatisierter Fahrzeuge, zum Beispiel bei Fahrstreifenwechseln oder bei der Wahl von Abstand und tatsächlicher Geschwindigkeit, ist für eine Simulation nicht hinreichend festgelegt. Im Forschungsprojekt sollen daher Hinweise zur Verbesserung der Steuerungen der Streckenbeeinflussungsanlagen (SBA) unter Beachtung der Einflüsse automatisierte Fahrzeuge ermittelt werden. Zudem gilt es aus Sicht der kollektiven Verkehrsbeeinflussung Anforderungen an die Steuerung einzelner Fahrzeuge in Längs- und Querführung (Fahrzeugsteuerungsverhalten) zu erarbeiten, um den Verkehrsablauf im Sinne der Steuerung der SBA aus Betreibersicht zu optimieren.

Optimierte Steuerungsstrategien für Lichtsignalanlagen durch die Berücksichtigung der Fahrzeug-Infrastruktur-Kommunikation (C2X) (03.0559)
Zur Optimierung der Steuerungsstrategien von Lichtsignalanlagen können zukünftig detaillierte Informationen über das Verkehrsgeschehen, dank der Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation (C2X), genutzt werden. Im Rahmen des Forschungsprojekts soll mittels Simulation untersucht werden, welche Auswirkungen diese neue Technologie mit sich bringt. Es sind unterschiedliche Situationen und Szenarien für die Nutzung von C2X zur Optimierung der Steuerungsstrategien für Lichtsignalanlagen zu entwerfen und zu bewerten, beispielsweise eine verbesserte Informationsweitergabe an die Verkehrsteilnehmer oder die Einbeziehung von Informationen der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer. Die Effekte einer wachsenden Marktdurchdringung von vernetzten Fahrzeugen sind stufenweise hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zu untersuchen und zu bewerten. Des Weiteren sind die technischen und organisatorischen Herausforderungen zur Implementierung einer C2X-basierten Steuerungsstrategie herauszuarbeiten und Lösungsvorschläge hierfür zu skizzieren. Abschließend sind Handlungs- und Priorisierungsempfehlungen für den Ausbau der C2X-Technologie für die LSA-Steuerung zu erstellen.

Nutzung von E-Call-Daten im Rahmen des Verkehrsmanagements – Rahmenbedingungen, Machbarkeitsstudie, Realisierungskonzept, Handlungsempfehlungen (03.0552)
Die serienmäßige Einführung der E-Call-Funktion in Neufahrzeugen ab 2018 ermöglicht die schnelle Erkennung von Notfällen in Fahrzeugen im gesamten Straßennetz. Für die Verkehrsbeeinflussung, die derzeit nur indirekt über Geschwindigkeitseinbrüche auf eine Störung mit deutlichem Zeitverzug schließen kann oder aufwendige videotechnische Infrastruktur erfordert, eröffnen sich mit E-Call wichtige Daten. Es ist zu erwarten, dass E-Call in Zukunft eine deutlich schnellere Erfassung von Störungen und deren Ursache ermöglicht. Insofern ist die Nutzbarkeit der Daten zu prüfen, um eine Weiterverarbeitung in den Verkehrszentralen zu ermöglichen. Dieses Potenzial der E-Call-Daten soll im Rahmen des Projektes für die Verkehrsrechnerzentralen erschlossen und der erforderliche Handlungsbedarf für die praktische Nutzung der E-Call-Daten in Verkehrsrechnerzentralen dargestellt werden.

Digitales Testfeld Autobahn (6518006)
Die BASt unterstützt die Umsetzung des Digitalen Testfeldes Autobahn (DTA) auf der BAB 9 zwischen Nürnberg und München speziell im Bereich der Intelligenten Infrastruktur. Dazu gehört untern anderem eine intensive, umfassende und kontinuierliche Begleitung der verschiedenen Maßnahmen auf dem DTA. In Arbeitsgruppen werden auch verschiedene Aspekte bezüglich der Unterstützung des automatisierten Fahrens durch infrastrukturseitige Maßnahmen diskutiert und bei Bedarf auf dem DTA umgesetzt. Auf dem DTA wurden und werden verschiedene Maßnahmen untersucht, beispielsweise: iRoute2, Baustellenwarner, Notrufsäulen, innovatives Lkw-Parkleitsystem, Intelligente Brücke, Intelligente Glättevorhersage, telematische Falschfahrerwarnung, Internet-Parkplatz, Tank- und Rastanlage der Zukunft, Intelligenter Reißverschluss, Sicheres Ausleiten bei Standkontrollen, Strategisches Routing.

DEU-FRA-LUX-Testfeld (6518007)
Das ursprüngliche deutsch-französische Testfeld wurde am 14. September 2017 im Rahmen des 2. europäischen Dialogs „Automatisiertes Fahren" um einen Streckenabschnitt in Luxemburg erweitert. Das trialaterale Testfeld hat den Streckenverlauf: Merzig (D) – Saarlouis (D) – Saarbrücken (D) – Metz (F) – Region Bettemburg (Lux). Die verschiedenen Straßenkategorien – Autobahnen, Landstraßen, Stadtverkehr – sind mit einbezogen. Die BASt wirkt bei der Einrichtung des Testfelds mit. Ziele sind: Technologieoffenes Angebot für Wirtschaft und Forschung, zur Erprobung innovativer Technologien im grenzüberschreitenden Einsatz. Etablierung eines gemeinsamen Erfahrungsaustauschs im Hinblick auf grenzüberschreitende Erprobungsvorhaben automatisierter und vernetzter Fahrfunktionen. Bewertung der Potenziale und Wirkungen spezifischer Anwendungen des automatisierten und vernetzten Fahrens. Einbringen der gewonnenen Erkenntnisse in internationale Gremien. Für das Testfeld wurden die folgenden Erprobungsschwerpunkte definiert: Kontinuierliche Kompatibilität automatisierter Fahrfunktionen. Verknüpfung automatisierter Fahrfunktionen mit dem vernetzten Fahren einschließlich der Verbindung zu Intelligenten Verkehrssystemen (IVS). Auswirkungen und Effekte des automatisierten und vernetzten Fahrens. Herausforderungen im Zusammenhang mit der Erzeugung, Verarbeitung, Speicherung, Weitergabe und Verwertung von Daten für das automatisierte und vernetzte Fahren.

EU ITS Platform (EU EIP) (6517006)
Die Einführung Intelligenter Verkehrssysteme (IVS) ist ein wesentliches, heutiges und zukünftiges Politikziel der Europäischen Union. Bekanntermaßen leisten IVS-Technologien ihren Beitrag zur nachhaltigen Mobilität im Hinblick auf die Verbesserung der Verkehrssicherheit, die Effizienzsteigerung, die Verringerung der Umweltbelastung und weitere positive Auswirkungen. Allerdings können bei einem Einsatz auf rein nationaler Ebene durch unterschiedliche technische Standards keine durchgehenden länderübergreifenden IVS-Dienste geschaffen werden, was nicht zu einem kohärenten europäischen Verkehrsnetz beiträgt. Die EU EIP-Studie bringt insgesamt 26 öffentliche und private Akteure aus 14 Mitgliedsstaaten zusammen, die gemeinsam an einer harmonisierten Umsetzung der IVS-Dienste arbeiten.

Untersuchungen zur FS50-Technologie (6516010)
Die Feuchtsalz-Streuung FS 30 (30 Prozent Lösungsanteil) ist seit Jahren im Winterdienst etabliert. Bei der zunehmend notwendigen und üblichen vorbeugenden Streuung weist diese Technik aber den Nachteil auf, dass relativ viel Salz vor der Wirkung durch Weh- und Schleuderverluste verloren geht. Die in jüngster Zeit praxisreif entwickelte Flüssigstreuung „FS 100“ haftet wesentlich besser auf der Fahrbahn und hat daher mit deutlich geringeren Mengen eine wesentlich verbesserte Wirkung. Sie erfordert aber spezielle Streumaschinen und daher erhebliche Investitionen, die nicht kurzfristig flächendeckend geleistet werden können. Zudem kann sie bei tiefen Temperaturen und bei größeren Eis- und Schneemengen nicht eingesetzt werden. Versuche aus Österreich, bei denen Feuchtsalz mit erhöhtem Lösungsanteil zur vorbeugenden Anwendung ausgebracht wurde (FS 50 und FS 70), lassen die Tendenz erkennen, dass dies eine Kompromiss- oder Übergangslösung sein könnte, da die Ausbringung mit modernen Streumaschinen ohne Umrüstung möglich ist. Außerdem kann der Einsatz von FS 50 auch dauerhaft das Einsatzspektrum der Feuchtsalz-Streuung ergänzen. Im Rahmen des Projekts soll die Methode der differenzierten Feuchtsalz-Streuung (Feuchtsalz mit nach Einsatz- und Witterungssituation differenzierter Anfeuchtung) praktisch erprobt und wissenschaftlich auf ihre Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit hin bewertet werden. Auf dieser Basis sollen Anwendungsempfehlungen gegeben werden.

Automatisch gesteuerte Streustoffausbringung durch Nutzung neuer mobiler Sensoren (04.0297)
Die richtige Streustoffdosierung für eine effiziente Glättevermeidung und -beseitigung ist eine wesentliche Fragestellung im Straßenwinterdienst. Die notwendige Streustoffdosierung hängt von einer Vielzahl von Parametern ab. Diese sind je nach Glätteart unterschiedlich. In einem abgeschlossenen Forschungsvorhaben wurden die Voraussetzungen der streckenabhängigen automatischen Berechnung der Dosierung bereits untersucht und in ersten Testapplikationen bereits erprobt. Allerdings konnte nur die Fahrbahnoberflächentemperatur während der Streufahrten gemessen und entsprechend verarbeitet werden. Die Wasserfilmdicke musste der Streufahrzeugführer wie bisher aufgrund seiner subjektiven Wahrnehmung einschätzen und in das System manuell eingeben. Die Taupunkttemperatur spielte bei den bisherigen Betrachtungen noch keine Rolle. Neuartige Sensoren, die am Fahrzeug installiert werden, lassen die Messung der drei genannten Parameter während Fahrt zu. In einer Weiterentwicklung des vorhandenen Rechenmodells sollen diese in eine automatische Berechnung für die Streustoffausbringung mit einbezogen werden. Durch die zukünftige Verwendung aller wesentlichen Einflussgrößen bei der Streustoffdosierung wird in Zukunft eine deutlich bessere Einstellung der notwendigen Streudichte erwartet.

Lkw-Parkinformationen (6514014)
Laut einer Erhebung des Bundesverkehrsministeriums aus April 2013 fehlen auf und an Bundesautobahnen circa 11.000 Lkw-Parkstände. Neben dem Bau neuer Parkstände fördert das Ministerium auch den Einsatz telematischer Systeme zur besseren Auslastung und Kapazitätserhöhung auf bestehenden Rastanlagen. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer Streckensteuerung zur besseren Verteilung der Lkw-Parknachfrage auf die Rastanlagen eines Streckenabschnittes. Dabei sollen infrastruktur- und fahrzeugbasierte Eingangsdaten berücksichtigt werden.

Betrieb neuer Sensorbauarten für Glättemeldeanlagen (6514016)
In den letzten Jahren wurden eine Reihe neuer Sensoren für Glättemeldeanlagen angeboten. Ziele der Hersteller sind die Verbesserung der Messwertqualität, die Erweiterung des Messwertumfangs und Vereinfachungen zur Kostenreduzierung. Teststellungen von verschiedenen Sensoren in der BASt führten allerdings zu neuen Fragestellungen für den Betrieb dieser Sensoren. Bei Tests unter Laborbedingungen erzielten geprüfte Sensoren nur unter sehr eng definierten Bedingungen anforderungsgerechte Ergebnisse. Diese Bedingungen existieren nicht auf der Straße. Sensoren für den Niederschlag zeigten bei niedrigen Niederschlagsintensitäten keinen Niederschlag an, obwohl sehr feuchte Fahrbahnen entstanden sind. Hier sind die Anforderungen bezüglich der Messempfindlichkeit in der bestehenden Europäischen Norm für Glättemeldeanlagen nicht ausreichend. Zunehmend werden berührungslos arbeitende Sensoren für Fahrbahnparameter angeboten. Diese bieten im Vergleich zu in der Fahrbahn eingebauten Sensoren den Vorteil, dass sie die tatsächlichen Fahrbahnoberflächen betrachten können. Diese Messflächen sind deutlich größer als die von eingebauten Sensoren. Anhand von Labor- und Feldtests soll das Messverhalten der einzelnen Sensoren untersucht werden. Dazu sind genaue Anforderungen zu definieren. Des Weiteren sind aussagekräftige Testverfahren zu entwickeln. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen in ein geplantes FGSV-Hinweispapier für die Planung, Bau und Betrieb und in zu überarbeitende Europäische Normen für Straßenzustands- und -wetterinformationssysteme einfließen. Mit dem genauen Wissen über die tatsächliche Qualität neuer Sensoren soll zukünftig ein höheres Vertrauen bei der Nutzung der Sensormesswerte entstehen und somit die Winterdienststeuerung weiter verbessert werden.

Modernisierung Achslasterfassung (6508009)
Um Kenntnisse über die tatsächliche Belastung der Autobahnen durch den Schwerverkehr zu erhalten, werden die Gewichte und Achslasten der Schwerverkehrsfahrzeuge benötigt. Um die tatsächlichen Achslasten und Gewichte erfassen zu können, werden die Autobahnen mit einem Messstellennetz zur Achslasterfassung ausgestattet. Diese Daten werden für eine wirtschaftlichere Dimensionierung von Straßen und Brückenbauwerken, Abschätzung der restlichen Nutzungsdauer der bestehenden Infrastruktur, gesetzlichen Regelungen und Überwachung der zulässigen Fahrzeuggewichte benötigt. Es wird sukzessive ein Netz zur Achslasterfassung auf Autobahnen errichtet. Die BASt begleitet und koordiniert diesen Aufbau aus fachlicher Sicht.

Neues Verfahren zur Streubildbeurteilung (6508001)
Die richtige Ausbringung von Tausalzen ist eine wichtige Voraussetzung für die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Straßen unter winterlichen Bedingungen. Für eine bessere Verteilung nutzen die Streumaschinen die Feuchtsalztechnologie. Das Vermischen von Tausalzlösungen mit den eingesetzten trockenen Tausalzen unmittelbar bei der Ausbringung lässt eine bessere Verteilung der Tausalze infolge weniger Verwehungen zu. Für die Prüfung der Streustoffverteilung mit der Feuchtsalztechnologie gibt es bislang kein eingeführtes Prüfverfahren, das die separate Beurteilung der gleichmäßigen Verteilung der trockenen Tausalze und der Lösungen zulässt. Ein neu entwickeltes Verfahren kann Tausalze und Lösungen durch eine Art Feuchtaufsaugen aufnehmen. Die aufgenommenen Mengen sind anschließend getrennt nach Trockensalz und Lösung zu analysieren. Dieses Verfahren ist in seiner Anwendungseignung zu erproben und bei Eignung eine entsprechende Prüfvorschrift zu erarbeiten.