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Umweltschutz

Potenzial von Verkehrsnebenflächen zur Förderung der Biodiversität und ihre Rolle bei der Ausbreitung gebietsfremder Arten – Untersuchungsraum Berlin (02.0449)
Die Struktur- und Landschaftselemente an Bahn- und Straßentrassen sowie Wasserstraßen sind Lebensstätten für Tiere und Pflanzen, deren ökologischer Wert tendenziell zunimmt. Als Netzwerk sind sie Elemente einer „Grünen Infrastruktur“. Verkehrsträger und Verkehrswege spielen aber auch bei der Einbringung, Ausbreitung und Etablierung von gebietsfremden Arten eine entscheidende Rolle. Die Bedeutung von Verkehrsnebenflächen als Biotope, ihre mögliche Rolle als Vernetzungselemente in einem Biotopverbund sowie ihre Bedeutung als Ausbreitungspfade für gebietsfremde Arten sollen beispielshaft in dem circa 23.000 Hektar großen Untersuchungsraum im „Großraum Berlin“ untersucht werden. Hierzu werden Biotoptypenkartierungen, Vegetationsaufnahmen und faunistische Erhebungen zu ausgewählten Tiergruppen durchgeführt. Im Ergebnis sollen Art und räumliche Kontinuität der Biotoptypen, ihre Beeinflussung durch (invasive) gebietsfremde Pflanzen sowie das Potenzial der Verkehrsnebenflächen zur Verbesserung der ökologischen Vernetzung und für den Erhalt der biologischen Vielfalt ermittelt und dargestellt werden.

Praxisanwendung der Methoden aus ExNet 1.0: Gesamtlärm (69.0004)
In den Verkehrsnetzen der unterschiedlichen Verkehrsträger kommt es – an Stellen sich kreuzender oder parallel verlaufender Verkehrswege – zu einer Überlagerung der entsprechenden Geräuschemissionen. Insbesondere in dichten Verkehrsnetzen bedeutet dies, dass Menschen Verkehrsgeräuschen nicht nur einer Quelle ausgesetzt sind. Eine derartige Kumulation kann als Belästigung empfunden werden und eine Gesamtlärmsituation hervorrufen. Im bereits abgeschlossenen Projekt FE 02.0400 „Verkehrsträgerübergreifende Lärmkumulation in komplexen Situationen“ wurde ein Leitfaden zum Umgang mit solchen Gesamtlärmsituationen erarbeitet. Mithilfe der Darstellungswerkzeuge des Leitfadens können nun Gesamtlärmsituationen adäquat und vergleichbar bewertet und effiziente und effektive Maßnahmen gefunden werden. Ziel des aktuellen Folgeprojekts ist es, den Leitfaden anhand konkreter Gesamtlärmsituationen praktisch anzuwenden: Hierdurch soll eine Überprüfung und Weiterentwicklung der Methodik hinsichtlich unter anderem Aussagekraft, Verständlichkeit, Transparenz sowie Praxistauglichkeit erreicht und eine Verbreitung in relevante Anwenderkreise gefördert werden.

Erprobung psychoakustischer Parameter für innovative Lärmminderungsstrategien (02.0431)
In komplexen verkehrs- oder bebauungstechnischen Situationen kann es vorkommen, dass konventionelle Lärmminderungsmaßnahmen nur schwer oder gar nicht einsetzbar sind. Hier wäre es wünschenswert ein erweitertes Maßnahmenspektrum zur Verfügung zu haben. Da die Störwirkung von Lärmquellen auf den Menschen nicht unbedingt nur mit dem Schallpegel korreliert, sondern auch von der Frequenzzusammensetzung und der zeitlichen Struktur des Schallsignals abhängt, rückten diesbezüglich in den letzten Jahren die psychoakustischen Parameter immer mehr in den Vordergrund. Folglich können verschiedene Geräusche mit gleichem Schallpegel unterschiedlich störend wahrgenommen werden. Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, die Anwendbarkeit psychoakustischer Parameter auf Verkehrslärmgeräusche zu untersuchen und das gängige Maßnahmenspektrum, welches auf eine Reduzierung von Lärmimmissionspegeln abzielt, zu erweitern.

Evaluierung der Wirksamkeit bestehender Überflughilfen für Fledermäuse an Straßen (02.0440)
Obwohl der Fledermausschutz bereits seit vielen Jahren regelmäßig im Zuge von Straßenbaumaßnahmen berücksichtigt wird, ist die Umsetzung in den Ländern noch sehr heterogen. Der Bau von Straßen und der Verkehr auf Straßen haben direkte (Kollisionstod) oder indirekte (Zerschneidungswirkung, Beeinträchtigung der Lebensstätten) Auswirkungen auf die Tiere. Eine Möglichkeit zum Schutz der Fledermäuse vor dem Straßenverkehr können Überflughilfen (Hop-Over) sein. Hop-Over sind schmale, hohe Strukturen längs des Straßenrandes, die die Flughöhe der die Straße querenden Fledermäuse über den Fahrzeugen halten sollen. Die funktionale Wirksamkeit vorhandener Überflughilfen ist nicht umfänglich wissenschaftlich geklärt. Ziel des Projekts ist es, die installierten Überflughilfen an Straßen im Hinblick auf die Wirksamkeit zu untersuchen und zu evaluieren. Neben dem jetzigen Status quo, sollen als Ergebnis dieses Projektes Empfehlungen stehen, ob und in welchem Kontext Überflughilfen zukünftig zum Einsatz kommen sollen.

Lärmwetter in der Praxis: Erprobung und Weiterentwicklung der Methodik zur Anwendung meteorologischer Korrekturen auf die Schallausbreitung (02.0438)
Meteorologische Einflüsse können Effekte verursachen, die eine Begünstigung oder Beeinträchtigung der Schallausbreitung mit sich bringen. Im Sinne einer besseren Anwendbarkeit werden detaillierte Wetterbedingungen in den nationalen akustischen Berechnungsmodellen allerdings nicht explizit berücksichtigt. Aufbauend auf einem Methodenvorschlag zur Anwendung einer meteorologischen Korrektur soll eine Validierung und erste Erprobung durch relevante Akteure anhand konkreter Fälle an Bundesfernstraßen durchgeführt und ausgewertet werden. Dies ist wichtig, um die Praxistauglichkeit des Verfahrens zu untersuchen, etwaigen Verbesserungsbedarf zu identifizieren und eine statistisch abgesicherte Grundlage zwecks Übertragbarkeit auf allgemeine Untersuchungsgebiete zu schaffen. Die Methode soll unter anderem hinsichtlich der Aussagesicherheit, Verständlichkeit und Transparenz überprüft und weiterentwickelt werden.

Akustische Wirksamkeit abknickender und gekrümmter Lärmschirme (02.0419)
Neben konventionellen, ebenen, senkrecht stehenden Lärmschutzwänden werden auch abgeknickte und gekrümmte oder mit unterschiedlicher Impedanz belegte Lärmschirme zur Pegelminderung an Autobahnen eingesetzt. Bisher wird nur die Position der Beugungskante bei der Lärmberechnung nach den „Richtlinien für Lärmschutz an Straßen – RLS-19“ berücksichtigt. Zum einen wird die Form der Lärmschutzwand, insbesondere wenn sie über die Straße kragt, in Rechenprogrammen zur Lärmprognose bisher nicht adäquat behandelt. Zum anderen kann die Reflexion unterschiedlich geformter oder mit unterschiedlicher Impedanz belegter Lärmschirme nicht berechnet werden. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Erstellung von Berechnungsmodulen, die die dreidimensionalen Mess- oder Berechnungsergebnisse in Algorithmen für die zweieinhalb-dimensionale Berechnungsmethode überführt. Diese Module können dann – formelmäßig und sprachlich aufbereitet – in einer überarbeiteten RLS verwendet werden.

SOPRANOISE (6319014)
Die Durchführung der in-situ-Prüfungen der Luftschalldämmung und Reflexion von Lärmschutzwänden (DIN EN 1793-5 und -6) ist messtechnisch anspruchsvoll und zeitintensiv. Daher sind die Methoden nur für stichprobenartige Überprüfungen praktikabel. Schnelle Messprozeduren zur Abnahme neuer Lärmschutzwände oder zur Prüfung beschädigter Lärmschutzwände sind wünschenswert. Das Projekt SOPRANOISE (Securing and Optimizing the Performance of Road trAffic NB with New methOds and In-Situ Evaluation) adressiert neue Werkzeuge zur Bewertung der akustischen Wirksamkeit von Lärmschutzwänden. Das primäre Ziel ist die Entwicklung einer innovativen, schnellen und sicheren Methode zur einfachen in-situ-Charakterisierung installierter Lärmschutzwände. Hierzu soll eine strukturierte Handlungsempfehlung aufgestellt werden.

Untersuchung zur Wirksamkeit von Wildwarnanlagen (03.0576)
Zur Vermeidung von schweren Wildunfällen gilt der Einsatz von Wildwarnanlagen (WWA) unter Fachleuten als anerkanntes Instrument. In Deutschland existieren mehrere Anlagen. Im Rahmen einer wirtschaftlichen Überprüfung wurde die Wirksamkeit von Wildwarnanlagen in Frage gestellt. Dabei zeigten einzelne Funktionskontrollen, dass eine Beeinträchtigung der WWA durch mehrere Faktoren erfolgen kann: Einerseits handelt es sich hierbei um technische Einschränkungen oder Detektionsfehler durch Systemschwächen (Zuverlässigkeitsverluste bei der Erfassung von Wildtieren) andererseits durch Sekundärfaktoren – zum Beispiel Vegetation, die Sensoren verdeckt. Im vorliegenden Projekt soll die Funktionalität und die Wirksamkeit von bestehenden Wildwarnanlagen in Deutschland detailliert untersucht werden. Da zur Beurteilung der Wirksamkeit von WWA häufig auch Wildunfallzahlen auf dem Streckenabschnitt vor und nach der Errichtung der Anlage dienen, soll eine einheitliche Systematik zur Erfassung von Wildunfällen erarbeitet werden, die übergreifend Anwendung finden kann. Zusätzlich sollen die Grundlagen für eine differenzierte ökonomische Beurteilung des Einsatzes von WWA geschaffen werden.

Blendungseffekte bei retroreflektierenden Verkehrszeichen (6319013)
Informationen im Straßenverkehr werden laut Experten zu 90 Prozent auf visuellem Wege vermittelt. Ermöglicht wird die notwendige visuelle Kommunikation im Allgemeinen durch lichttechnisch wirksame Einrichtungen der Straßenausstattung und durch eine entsprechende Beleuchtung. Retroreflektierende Verkehrszeichen stellen dabei eine wichtige Einrichtung zur visuellen Kommunikation zwischen Verkehrsteilnehmer und Straße dar. Verkehrszeichen können ihre Funktion nur dann erfüllen, wenn sie für den Verkehrsteilnehmer gut sichtbar sind. Die Sichtbarkeit von Verkehrszeichen wird im Wesentlichen durch seine lichttechnischen Eigenschaften (Rückstrahlwert und Helligkeit bei Tageslicht) und durch die Lichtstärkeverteilung des Kfz-Scheinwerfers bestimmt, die in europäischen und nationalen Regelwerken ausführlich beschrieben werden. Neben diesen lichttechnischen Eigenschaften stellen auch Standort, Alterung, Verschmutzung, Betauung und Blendung nicht zu vernachlässigende Einflussgrößen dar. Im vorliegenden Forschungsprojekt soll das Auftreten von Blendung sowie weiterer lichttechnischer Effekte (Regenbogeneffekt) bei retroreflektierenden Verkehrszeichen durch Lichteinstrahlung in Abhängigkeit von den marktüblichen Reflexfolien-Aufbauten untersucht werden. Die erzielten Ergebnisse sollen dann in nationalen und internationalen Regelwerken zur Festlegung von Anforderungen verwendet werden.

MesSBAR (6319010)
Die Reinhaltung der Luft und die Begrenzung der Schadstoff-Belastung sind wichtige Bestandteile zur Sicherung der Lebensqualität. Schadstoffe werden an verschiedenen Standorten stationär gemessen und mit Modellen vorhergesagt. Die Verteilung der Schadstoffe in der Höhe kann bisher nur mit einem hohen logistischen und finanziellen Aufwand erfasst werden, spielt aber eine wichtige Rolle für den Transport und die Verteilung. Zur Verbesserung von Vorhersagen und Überprüfung von Maßnahmen zur Schadstoffreduzierung ist ein flexibel einsetzbares Messsystem notwendig. Im Projekt MesSBAR wird ein mobiles, modulares Schadstoff-Messsystem für den Einsatz auf unbemannten Fluggeräten entwickelt und im Umfeld von Autobahnen, Städten und Ballungsräumen eingesetzt, um die Verteilung von Feinstaub, Ruß, NOx und O3 bis in eine Höhe von einem Kilometer zu erfassen. Mehrere Multicopter messen dabei koordiniert im Luv und Lee von Emissions- und Immissionsgebieten. Einsätze werden mit Schadstoff-Vorhersagen ausgewählt und verbessern diese. Im Fokus des Projekts stehen die Handhabbarkeit des Systems, die eine hohe Datenqualität und die Bereitstellung und Veröffentlichung der Daten.

Besiedlungspotenziale und Ruderalisierungseffekte straßenbeeinflusster Flächen (02.0390)
Der Bewuchs auf Straßenneben- und Eingriffsflächen wird während Baumaßnahmen und zum Teil während des Betriebs der Straßen gestört oder vollständig beseitigt. Üblicherweise wird versucht, den vorherigen Zustand näherungsweise wiederherzustellen. Die dabei eingebrachten Arten entsprechen häufig nicht den aktuellen Standortbedingungen oder weisen nur einen unzureichenden Anwuchserfolg auf. Auf offenen Bodenflächen siedeln sich schnell gebietsfremde und invasive Pflanzenarten an. Ihr in der Regel massenhaftes Auftreten verdrängt nicht nur heimische Pflanzenarten von benachbarten Standorten, sondern kann auch als biologische Barriere wirken und so die Verbreitung und den genetischen Austausch der natürlich vorkommenden Arten nachteilig beeinflussen. Im Projekt soll untersucht werden, ob Straßenbegleitflächen naturschutzfachlich verbessert und im Verfahren der Eingriffsregelung günstiger bilanziert werden können.

Akustische Wirksamkeit von Vegetation (02.0423)
Ein Aspekt, der in Zeiten steigender Verkehrszahlen immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die Nutzung von Wäldern und Vegetation zum Schutz vor Lärm an Verkehrswegen. In den Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen (RLS) ist die Schallpegeldämpfung durch Vegetation, insbesondere Wald, bisher nicht berücksichtigt. Bereits seit Ende der 1940er-Jahre ist die akustische Abschirmwirkung von Wäldern und Vegetation immer wieder Gegenstand von Untersuchungen und Studien, mit dem Ziel die schalldämmenden Eigenschaften verschiedener Waldbestände und Vegetationsstrukturen erfassen und in Abhängigkeit forstlicher Parameter beschreiben zu können. Die Minderung des Lärms besteht zum einen aus der physikalischen Reduzierung des Schallpegels, zum anderen kann es schon aufgrund des Sichtschutzes bei Betroffenen zu einer subjektiv geringeren Lärmempfindung kommen. Die genauen Dämpfungswerte hängen stark von den meteorologischen, jahreszeitlichen und forstlichen Umgebungsbedingungen ab. Eine einfache Methode zur Berücksichtigung der physikalischen Schallpegelminderung bei Ausbreitung durch dichten Bewuchs aus Bäumen und Sträuchern findet sich in der ISO 9613-2, diese kommt jedoch aus verschiedenen Gründen in den RLS nicht zur Anwendung. Ziel dieses Projektes ist es, die akustische Wirksamkeit und frequenzabhängige Schalldämmung durch Wald- und Vegetationsstreifen unterschiedlicher Bewuchsbreite (zwischen circa 40 und 100 m) neben Autobahnen und Schnellstraßen zu ermitteln.

Bestandsentwicklung von invasiven Pflanzen auf Verkehrsnebenflächen – eine Folgeuntersuchung auf ehemaligen Dauerversuchsflächen des BMVI (02.0428)
Gebietsfremde Pflanzenarten kommen häufig an Straßennebenflächen vor und breiten sich dann bevorzugt entlang dieser aus. Geeignete Pflegemaßnahmen können zur Prävention und dem Management solcher Arten genutzt werden, allerdings sind Pflegepläne dieser Art noch nicht einheitlich verfügbar. Aus internationalen Abkommen und den verschiedenen nationalen Gesetzen und Richtlinien ergeben sich Anforderungen und Verpflichtungen, die bei der Planung, dem Bau und der Unterhaltung der Verkehrsinfrastruktur zu berücksichtigt sind. Um die Einhaltung dieser Ziele zu gewährleisten, ist die Entwicklung geeigneter Pflegemaßnahmen von Straßenbegleitflächen von großer Bedeutung. Das BMVI hat 1984 insgesamt 18 Dauerversuchsflächen an Bundesfernstraßen etabliert, um den Einfluss von Pflegemaßnahmen zur Sukzessionslenkung auf Straßenbegleitflächen zu erforschen. In diesem Projekt ist eine Evaluierung dieser Straßenbegleitflächen vorgesehen, in der besonders das Vorkommen gebietsfremder Pflanzenarten begutachtet werden soll. Zudem soll das Potenzial von Unterhaltungsmaßnahmen zur Förderung der Biodiversität und zur Vermeidung gebietsfremder Pflanzenarten eingeschätzt werden. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für die Optimierung von Maßnahmen zur Kontrolle oder Beseitigung gebietsfremder Pflanzenarten und zur Förderung der Biodiversität auf Straßennebenflächen dienen.

Abriebe von Fahrbahnoberflächen (02.0424)
Luftschadstoffmessungen im gesamten Bundesgebiet zeigen, dass die in der „Richtlinie 2008/50/EG über Luftqualität und saubere Luft für Europa“ festgelegten Immissionsgrenzwerte für einige Luftschadstoffe insbesondere an verkehrsnahen Standorten zum Teil stark überschritten werden. Zwar konnten in den letzten Jahren durch einige Maßnahmen bereits eine Minderung der Luftschadstoffbelastung vor allem bei Feinstaub verzeichnet werden, trotzdem liegen mancherorts noch Überschreitungen vor allem des Tagesgrenzwertes vor. Neben motorbedingten Partikel-Emissionen aus den Abgasen werden verkehrserzeugte Partikel auch durch Abrieb von Reifen, Bremsen und Fahrbahnoberflächen oder Wiederaufwirbelung von Straßenstaub diffus emittiert. Der Abrieb von Fahrbahnoberflächen verursacht hierbei abhängig von dem Erhaltungszustand der Fahrbahnoberfläche einen signifikanten Beitrag. Je schlechter der Fahrbahnzustand ist, desto höher ist auch das Emissionspotenzial. Für die Planung von schadstoffmindernden Maßnahmen im Zuge von Straßenaus- und Straßenneubau dienen Modelle, die einer kontinuierlichen Verbesserung der Eingangsdaten unterzogen werden müssen. Für die Modellierung werden Emissionsfaktoren über die zu den Partikelfraktionen PM10 und PM2,5 beitragenden Abriebe in möglichst hoher Genauigkeit benötigt. Derzeit liegen jedoch in den „Richtlinien zur Ermittlung der Luftqualität an Straßen ohne oder mit lockerer Randbebauung“ (RLuS) nur feste, teils mit großer Unsicherheit verbundene Emissionsfaktoren für nicht-motorbedingte Abriebsemissionen von Fahrbahnoberflächen vor. Ziel des Projektes ist es, eine systematische Untersuchung zum Abriebverhalten und damit zur Partikelemission verschiedener Fahrbahnoberflächen durchzuführen.

Das Potenzial von Verkehrsnebenflächen zur Förderung der Biodiversität und ihre Rolle bei der Ausbreitung gebietsfremder Arten (02.0409)
Verkehrsnebenflächen an Straßen, Schienen oder Wasserstraßen können Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten. Vor dem Hintergrund eines andauernden Landschaftswandels und künftiger Klimaveränderungen nimmt der ökologische Wert solcher Flächen zu. Die Potenziale der Verkehrsnebenflächen sind für die Erhaltung und Entwicklung der Biodiversität noch unzureichend analysiert und daher nicht ausreichend ausgeschöpft. Das vorliegende Projekt soll Grundlagen liefern für die Optimierung von Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität, eine verkehrsträgerübergreifende Verbesserung der ökologischen Vernetzung an Verkehrswegen sowie die gezielte und kosteneffektive Kontrolle von Neobiota. Ziel ist es, eine Bestandsaufnahme von vorherrschenden Biotoptypen, der Vegetation und ausgewählten Tiergruppen an den drei Verkehrsträgern Straße, Schiene und Wasserstraße zu erhalten.

Zusammenhang reduzierter Geräuschgrenzwerte mit den in-use-Geräuschemissionen bei unterschiedlichen Verkehrssituationen (02.0402)
Die Lärmminderung ist, vor dem Hintergrund steigender Verkehrszahlen, für alle Verkehrsträger eine immerwährende Herausforderung. In der Vergangenheit sind die Typprüfgrenzwerte zum Beispiel für das Gesamtfahrzeug und für Reifen immer weiter gesunken, während in der realen Verkehrssituation davon wenig für die Lärmminderung angekommen ist. Bei Vorliegen von realen Geräuschemissionen für unterschiedliche Fahrsituationen kann ein eventueller Änderungsbedarf der Vorschriften für Fahrzeuge und gewisse Komponenten zielgerichtet definiert werden. Im Projekt sind zunächst möglichst repräsentative Straßenabschnitte auszuwählen, an denen Verkehrsgeräuschmessungen durchgeführt werden können. In einem zweiten Schritt sind Pegelstatistiken an den Straßenabschnitten in einem geeigneten Abstand innerhalb jeweils mindestens einer Stunde zu erheben. Dabei sind akustisch auffällig Ereignisse zu dokumentieren. In einen dritten Schritt sind die Messungen auszuwerten und statistisch aufzubereiten. Die untersuchten in-use-Geräuschemissionen verschiedener Verkehrssituationen (Geschwindigkeiten, Beschleunigungen, Fahrbahnbeläge etc.) sind in einer Schallausbreitungsrechnung auf die Geräuschimmissionen zu übertragen. Dazu sind auch vergleichende Betrachtungen mit den Emissionsannahmen der überarbeiteten RLS-90 (Richtlinien für Lärmschutz an Straßen) durchzuführen.

Management invasiver Arten (6317018)
Straßenbegleitflächen unterliegen im Gegensatz zu land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen keiner produktionsorientierten Nutzung und bergen ein großes Potenzial, positiv zur biologischen Vielfalt und den naturschutzrechtlichen Belangen beizutragen. Andererseits kommen viele invasive Arten bevorzugt auf Verkehrsnebenflächen vor und breiten sich oft entlang dieser aus. Dieses erhöhte Vorkommen von vor allem invasiven Pflanzenarten kann auf der einen Seite die einheimische Artenvielfalt gefährden und auf der anderen Seite ein Sicherheitsrisiko für den Verkehr darstellen, da einige dieser Arten schnell- und hochwüchsig oder gesundheitsgefährdend sind. Ziel des Projekts ist es, einen Überblick über das Vorkommen von invasiven Pflanzenarten auf Straßenbegleitflächen und bisherige Pflegemaßnahmen zur Kontrolle und Beseitigung dieser zu schaffen. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für die Optimierung von Maßnahmen zum Management von invasiven Pflanzenarten und zur Förderung und Erhalt der Biodiversität auf Straßenbegleitflächen dienen.

Monitoring und Analyse des Grobstaubvorkommen (6388004)
Internationale Studien aus den letzten Jahren lassen eine deutliche Klimaveränderung in den kommenden Jahrzehnten erwarten. Klimamodelle prognostizieren zunehmende regionale Starkwind- und Sturmereignisse. Diese können die Verkehrssicherheit durch Aufwirbelung und Verfrachtung von lockerem Bodenmaterial gefährden. Darüber hinaus kann ein temperaturbedingter Anstieg von Reifen-Abriebspartikeln dazu führen, dass die Massenkonzentration im Bereich der Partikelfraktion 2,5 bis 10 µm deutlich zunimmt und zu PM10-Grenzwertüberschreitungen führen kann. Neben der Gefährdung der Verkehrssicherheit und den möglichen Überschreitungen der Luftschadstoffgrenzwerte können mit dem Klimawandel einhergehende extreme Wetterereignisse auch dazu führen, dass die Lebensdauer vom Bauwerk Straße erheblich beeinträchtigt wird und ein erhöhter Straßen-Oberflächenabrieb stattfindet. Es wurde ein Langzeitmonitoring realisiert werden, das den Einfluss des Klimawandels auf die Grobstaubentwicklung an Verkehrswegen quantitativ und qualitativ erfasst, und mit dessen Ergebnissen ein entsprechendes Gefährdungspotenzial sowie geeignete Vermeidungsmaßnahmen eruiert werden können.

Aufbau einer Datenbank zur Berechnung exemplarischer Lärmsituationen unter Einbeziehung von Geräuschemissionsdaten des Verkehrsträgers Straße und meteorologischer Daten (02.0416)
Meteorologische Einflüsse können besondere Effekte verursachen, die die Schallausbreitung begünstigen und die akustische Wirksamkeit bestehender Schallschutzmaßnahmen mindern. Das Forschungsprojekt dient zum einen als Machbarkeitsstudie mit dem Ziel die Anwendbarkeit komplexer meteorologischer Schallausbreitungsmodelle und daraus resultierender wetterkorrigierter Immissionspegel für den Verkehrsträger Straße zu erproben. Zum anderen soll für ein Untersuchungsgebiet eine Datenbank zur Verfügung gestellt werden, die die notwendigen Inputs zur Berechnung von Lärmsituationen unter Einbeziehung von Wetterinformationen beinhaltet, sodass Zusammenhänge zwischen definierten Wetterprofilen und Immissionspegeln aufgezeigt werden können. Die Berücksichtigung des lokalen Mikroklimas bei der Planung und Umsetzung von Schallschutzmaßnahmen soll dabei helfen, effiziente Lärmschutzentscheidungen zu treffen und im Einzelfall ergänzende Hilfestellungen für optimierte Lärmschutzmaßnahmen zu geben.

Minderung der indirekten Fallenwirkung für Tiere in Straßenseitenräumen (02.0372)
Die begrünten Seitenflächen von Bundesfernstraßen dienen vielen Tierarten als Lebensraum. Die Nähe zum fließenden Verkehrt birgt allerdings für diese Tiere die Gefahr in den Verkehrsraum zu geraten und getötet zu werden. Das Forschungsprojekt soll für eine repräsentative Auswahl an Arten das Verhältnis zwischen dem die Reproduktionsrate dieser Arten fördernden Beitrag durch diese Flächen und der straßenverkehrsbedingten Mortalitätsrate ermitteln. Es soll einen ersten, quantifizierbaren Beitrag für diese Problematik liefern. Dabei soll der Fokus auf planungsrelevante Tierarten gelegt werden. Mit den zu erwartenden Erkenntnissen kann das Projekt grundlegende, bisher nicht vorhandene Argumente in der Diskussion um den artenschutzrechtlichen Beitrag der Straßenseitenflächen liefern.

Expertennetzwerk: Verkehr und Infrastruktur umweltgerecht gestalten (6316006)
Das Themenfeld "Verkehr und Infrastruktur umweltgerecht gestalten" im BMVI-Expertennetzwerk „Wissen – Können – Handeln" leistet umweltbezogene wissenschaftliche Beiträge zur Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie aus der Perspektive Mobilität beziehungsweise zur Nationalen Mobilitätsstrategie aus der Perspektive Nachhaltigkeit/Umwelt. Ziel ist Mobilität so zu gestalten, dass die natürlichen Lebensgrundlagen und die auf sie gestützten Ökosystemleistungen auch kommenden Generationen zur Verfügung stehen. Wenn möglich, sind Ökosystemleistungen und Infrastrukturleistungen positiv zu koppeln. Die umweltgerechte Gestaltung von Verkehr und Infrastruktur wird zu einer zentralen Voraussetzung nachhaltiger Entwicklung. Bei der Betrachtung von schädlichen Wirkungen auf die Umwelt haben alle Verkehrsträger gemeinsame Schutzziele.

Stoffrückhalt in Regenrückhaltebecken (05.0154)
Aufgrund wasserrechtlicher und naturschutzrechtlicher Anforderungen werden in den letzten Jahren erhöhte Ansprüche an die Reinigungsleistung von Entwässerungseinrichtungen der Außerortsstraßen gestellt. Dies betrifft den Aus- und Neubau, aber zunehmend auch bestehende Anlagen, die ertüchtigt werden sollen. Viele Regenrückhaltebecken für Straßenabflüsse weisen große Volumina auf, die je nach Bemessung nur alle ein bis zehn Jahre einmal voll ausgenutzt werden. Da der überwiegende Teil der Schadstoffe im Straßenabfluss an Partikel gebunden vorliegt, soll untersucht werden, ob durch gezielte Sedimentation in solchen groß dimensionierten Becken und dadurch verbesserten Rückhalt der partikulären Stoffe aus dem Straßenabfluss über die hydraulische Rückhaltefunktion hinaus eine deutliche stoffliche Gewässerentlastung erreicht werden kann. Es soll geprüft werden, ob auch für prioritäre Stoffe der Wasserrahmenrichtlinie, die im Straßenabfluss vorkommen, ein verbesserter Stoffrückhalt erreicht werden kann. Vorschläge für den Umbau vorhandener Becken und den Beckenneubau sollen abgeleitet, deren Leistungsfähigkeit in Bezug auf den Stoffrückhalt nachgewiesen und Vorschläge für die Einbindung der Ergebnisse in das Regelwerk erarbeitet werden.

Fortschreibung RLuS (02.0375)
Die „Richtlinien zur Ermittlung der Luftqualität an Straßen ohne oder mit lockerer Randbebauung – RLuS 2012“ werden derzeit gemäß ARS 29/2012 von den zuständigen Behörden der Straßenbauverwaltung in Planfeststellungsverfahren zur Abschätzung der zu erwartenden Luftschadstoffbelastung angewendet. Darüber hinaus dienen die RLuS bei bestimmten Fragestellungen der Maßnahmenplanung an schon bestehenden Verkehrswegen. Die RLuS müssen daher eine zeitnahe Aktualität aufweisen und somit einer regelmäßigen Überarbeitung unterzogen werden. Die Aktualisierungen sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg in einem kontinuierlichen Prozess in die bestehenden RLuS eingearbeitet werden. So kann auf Forschungsergebnisse und neue Anforderungen aus dem Anwenderbereich schnell reagiert werden und die Aktualität gewahrt bleiben. Den Straßenbaubehörden wird damit zur Ermittlung der von einer Straße ausgehenden Luftschadstoffbelastungen in straßenrechtlichen Planfeststellungs- und Plangenehmigungsverfahren eine aktuelle Arbeitsgrundlage für eine geeignete Umsetzung der rechtlichen Anforderungen auf dem Gebiet der Luftreinhaltung zur Verfügung gestellt.

2D-Array für SPB-Messungen mit Reflexionen (02.0327)
Messungen nach dem Verfahren der Statistischen Vorbeifahrt (SPB) zur Ermittlung der Geräuschemission von Straßenoberflächen sind vor allem im innerörtlichen Bereich problematisch. Bisher steht dafür nur das sogenannte "Backing Board" zur Verfügung, mit dem rückwärtige Schallreflexionen abgeschirmt werden und so Messungen vor Schall reflektierenden Flächen ermöglicht werden. Allerding wird durch die Reflexion am Brett und Beugung um die Brettkanten das Spektrum verfälscht. Mit einem 1D-Array (Verteilung von Mikrofonen auf einer Linie längst der Fahrbahn) können die Maximalpegel dicht hintereinander fahrende Fahrzeuge korrekt gemessen werden. Im Rahmen des Projekts sollen mit einem 2D-Array, bei dem die Mikrofone in einer Ebene angeordnet sind, die auf die Straßenachse ausgerichtet ist, Messungen des maximalen Vorbeifahrpegels auch vor reflektierenden Flächen durchgeführt werden. Überprüft wird auch, ob die Spektren wie bei Freifeldmessungen korrekt wiedergegeben werden, oder wie beim Backing Board verfälscht sind.

Wirkungsweise von Wildwarnern (SV 0010)
Zur Verringerung der Anzahl von Wildunfällen werden häufig optisch wirkende Wildwarnreflektoren an Leitpfosten montiert. Diese sollen das Licht passierender Fahrzeuge in die straßennahen Bereiche lenken, um das Wild aus diesen Bereichen zu vertreiben und Wildunfälle zu vermeiden. Die Wirksamkeit von Wildwarnern ist allerdings wissenschaftlich nicht belegt. Im vorliegenden Projekt wird untersucht, ob optische Wildwarner ein wirksames Instrument zur Vermeidung von Wildunfällen darstellen können. Hierzu soll das technische Wirkprinzip untersucht werden. Die physiologischen Eigenschaften der relevanten Tierarten im Hinblick auf die Wahrnehmung von Licht und Lichtreflexen sollen in einer Literaturstudie ermittelt werden.

Messung des verkehrsbedingten Stoffeintrages in den Straßenseitenraum (6390001)
Durch Emissionen des Straßenverkehrs werden Schadstoffe in den Straßenseitenraum eingetragen. Ein großer Teil davon lagert sich auf dem Bankett und am Rand der Fahrbahn ab und gelangt dann je nach Art der Entwässerung mit dem Straßenabfluss auf und in den angrenzenden Boden. Durch jahrzehntelangen Eintrag haben sich so neben den Fahrbahnen stark befahrener Straßen Böden mit relativ hohen Schwermetallgehalten gebildet. Auch organische Stoffe wie PAK weisen oft gegenüber der Umgebung erhöhte Konzentrationen auf. Die zeitlich-/ räumlichen Veränderungen der Einträge in den Boden und in Entwässerungseinrichtungen sowie die mit dem Sickerwasser transportierte Schadstoffmenge sollen im Rahmen des Projekts beurteilt werden. Außerdem werden Ansatzpunkte für Minderungsmaßnahmen und deren Erfolgskontrolle identifiziert. Positive Nebeneffekte einer Minderung der Einträge sind verringerte Probleme und Kosten durch Schadstoffgehalte in Bankettschälgut, Kehrgut, Schlamm aus Entwässerungsbecken und luftgetragenen Partikeln. Die Ergebnisse werden für die Erstellung und Überarbeitung von Regelwerken für Planung, Bau und Betrieb von Straßen sowie weiterer Regelwerke zum Einsatz Mineralischer Abfälle im Straßenbau benötigt.

Luftqualität an BAB (6390000)
Die 22. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) fordert die Einhaltung von Grenzwerten der Luftschadstoffkonzentration für Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NOx), Stickstoffdioxid (NO2), Partikel (PM10), Blei (Pb), Benzol (C6H6) und Kohlenmonoxid (CO). Darüber hinaus werden durch die neue 33. BImSchV neue Schwellen- und Zielwerte für Ozon (O3) vorgegeben. Diese Grenzwerte werden auch bei Planfeststellungsverfahren im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung zugrunde gelegt. Werden Überschreitungen dieser Grenzwerte prognostiziert, können bei Aufstellung eines Luftreinhalteplans zur Minderung der Luftverunreinigungen auch verkehrsbeschränkende Maßnahmen wie Fahrverbote oder Verkehrs- und Geschwindigkeitsbeschränkungen gefordert werden. Im Rahmen dieses Projektes werden die seit 1987 kontinuierlich laufenden Messungen der Luftschadstoffe Stickoxide, Ozon und Partikel an den Messquerschnitten der BASt durchgeführt. Dazu werden die Daten der Luftschadstoffe an drei Messquerschnitten erfasst, messstellenbezogen und vergleichend ausgewertet und für weitergehende Analysen in anderen Projekten aufbereitet. Die Ergebnisse der Messungen fließen darüber hinaus in die regelmäßige Überarbeitung und Aktualisierung des PC-Programms MLuS ein. Die über einen längeren Zeitraum erfassten Daten ermöglichen die Einschätzung der Auswirkungen von neuen oder veränderten Anforderungen.