GSB 7.0 Standardlösung

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Straßenentwurf, Verkehrsablauf, Verkehrsregelung

Aktualisierung der Berechnungsverfahren zur Kapazität von Kreisverkehren (02.0425)
Ziel des Projektes ist es, die bisher geltenden Berechnungsverfahren zur Kapazität von Kreisverkehren zu aktualisieren und offene Fragen zu beantworten. Die geltenden Verfahren beruhen auf Kenntnissen aus mehreren Forschungsprojekten aus den frühen 1990er Jahren. Mittlerweile haben Kreisverkehre in der Verkehrsplanung eine erhebliche Bedeutung erlangt. Ihr Bestand in Deutschland wird auf rund 15.000 geschätzt und es werden regelmäßig weitere neue Kreisverkehre geplant. Zu untersuchen sind unter anderem die Auswirkung von Fußgängern und Radfahrern auf das Leistungsvermögen der Kreisverkehrszufahrten sowie die Bedeutung des aus dem Kreis ausfahrenden Verkehrs für die Kapazität der benachbarten Zufahrt. Bei der Abwägung zwischen verschiedenen Grundformen eines Knotenpunktes ist deren Kapazität das entscheidende Kriterium. Durch die Präzisierung und Aktualisierung der Kenntnisse auf diesem Gebiet sollen Fehlentscheidungen bei der Planung von Knotenpunkten vermieden werden.

Barrierefreie Gestaltung von Querungsanlagen an Ortsdurchfahrten von Bundesfernstraßen (02.0406)
Die Sicherung der Mobilität und die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen stellt als Teil der Daseinsvorsorge eine wesentliche Herausforderung des demografischen Wandels dar. Angesichts der im Alter zunehmenden Bedeutung des Fußverkehrs und der Berücksichtigung der Belange von Menschen mit sensorischen oder körperlichen Einschränkungen hat eine barrierefreie Verkehrsraumgestaltung eine hohe Relevanz für eine gesellschaftliche erwünschte, selbstständige Mobilität. Im Rahmen des Projekts soll eine einheitliche Querungsstelle in Form einer Rampe in Kombination mit Bodenindikatoren untersucht und als Standardbauweise in die technischen Regelwerke aufgenommen werden. Zudem sollen insgesamt unterschiedliche Formen von in der Praxis umgesetzten Querungsanlagen analysiert und bewertet werden. Ziel ist, die Einsatzbedingungen der unterschiedlichen Querungsanlagen nach spezifischen örtlichen Merkmalen zu bestimmen. Im Ergebnis ist anhand einer Übersicht zu verdeutlichen, wann welche Anlagenform einzusetzen ist. Neben der besonderen Gestaltung der Querungsanlagen spielen visuelle Kontraste für Menschen mit Sehbehinderungen eine entscheidende Rolle, um sich selbstständig im öffentlichen Raum bewegen zu können. Hierbei sollen bereits umgesetzte Lösungen betrachtet werden, sodass eine Fortschreibung der technischen Regelwerke möglich wird.

Entwicklung eines aktuellen, Echtzeitverfügbaren Key Performance Indicator (KPI) Systems für das deutsche Autobahnnetz (21.0059)
Ziel des Projekts ist die Erarbeitung einer Kenngröße zur Bewertung der Netzqualität und der Leistung der Verkehrsinfrastruktur in Form eines „Key Performance Indicators“ (KPI), das heißt einer Leistungskennzahl basierend auf messbaren verkehrstechnischen Kenngrößen, beispielsweise Fahrzeugmengen/Zeiteinheit, Geschwindigkeiten, Fahrtzeiten oder Stauereignisse. Außerdem soll eine Machbarkeitsstudie für den Einsatz eines solchen KPI-Systems zur Beurteilung des Leistungsversprechens des Infrastrukturanbieters und als Informationsbasis für diverse Anwendungsfälle im verkehrstechnischen Sinne erstellt werden. Ausgehend von möglichen Einsatzmöglichkeiten und Nutzungspotenzialen eines solchen KPI-Systems sind Anforderungen an die Datenverfügbarkeit, Datenvollständigkeit und Netzabdeckung zu formulieren. Einen Einsatz sowohl in der Planung als auch im Verkehrsmanagement vorausgesetzt, ergibt sich die Notwendigkeit einer Verfügbarkeit aggregierter Daten für zurückliegende Zeiträume aber auch eines Zugriffs auf den KPI für das gesamte untersuchte BAB-Netz in Echtzeit. Es sollen belastbare Aussagen über die effektive Leistungsfähigkeit des Netzes im Ganzen als auch der einzelnen Strecken und Knotenpunkte gewonnen werden können.

proFUND (6117001)
Der Ausbau- und Erneuerungsbedarf des deutschen Autobahnnetzes erfordert auch zukünftig die Einrichtung von zahlreichen Baustellen. Der umfassenden Information der Verkehrsteilnehmer über gegenwärtige sowie zukünftige Baustellen kommt daher eine hohe Bedeutung zu. Das Baustelleninformationssystem der Bundes und der Länder verfolgt diesen Ansatz bereits, verfügt bislang aber über keine einheitliche und qualitätsgesicherte Datengrundlage. Ziel des Projekts ist es, den Umfang und die Aktualität der bisherigen Baustellenmeldungen zu prüfen. Die Verkehrsteilnehmer haben hierfür die Möglichkeit, die von ihnen befahrenen Baustellen zu bewerten. Dies lässt zum einen eine Bewertung der Baustellenmeldung und zum anderen eine Bewertung der wahrgenommenen Baustellenqualität zu. Durch den Vergleich der Baustellenmeldungen und der Nutzerbewertung können Bundesländer ihr Informationsmanagement zukünftig gezielter an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen. Außerdem sollen durch die Kombination von statistischen Erhebungen (Floating Car Data) und Feldtests Baustellenmerkmale identifiziert und klassifiziert werden, welche den Verkehrsablauf und die Nutzerwahrnehmung in besonderem Maße negativ beeinflussen. Dies hat zum Ziel die Gestaltung von zukünftigen Baustellen nachhaltig zu verbessern.

Aspekte für die temporäre Seitenstreifennutzung auf Autobahnen (02.0367)
Seitenstreifen haben eine große Bedeutung für den Verkehrsablauf und die Verkehrssicherheit und sind damit ein unverzichtbarer Bestandteil von Autobahnen. Nur in Ausnahmefällen sehen deshalb die Richtlinien für die Anlage von Autobahnen vor, den Seitenstreifen zeitlich befristet umzunutzen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn die vorhandenen Verkehrsstärken wiederholt über der Kapazitätsgrenze des Autobahnabschnittes liegen und Staus oder schwere Verkehrsstörungen auftreten. Das Ziel der Forschungsarbeit ist es, maßgebende Aspekte zum Einsatz temporärer Seitenstreifenfreigaben zusammenzutragen und daraus Empfehlungen für deren Planung, Entwurf und gegebenenfalls Betrieb auf Autobahnen abzuleiten, sodass die Anwendung in der Praxis zukünftig nach einheitlichen Standards sicher, leistungsfähig und wirtschaftlich erfolgen kann. Hierbei werden auch Anlagen zur temporären Seitenstreifenfreigabe in Verbindung mit Streckenbeeinflussungsanlagen und in Kombination mit komplexen Ein- Und Ausfahrttypen berücksichtigt.

HBS-konforme Simulation des Verkehrsablaufs auf einbahnigen Landstraßen (02.0418)
Mit der Einführung der Richtlinien für die Anlage von Landstraßen werden im Bereich der Bundesfernstraßen aus Gründen der Verkehrssicherheit vermehrt Überholfahrstreifen entweder durchgängig oder abschnittsweise geplant werden. Im Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen (HBS), Ausgabe 2015, wurden ebenfalls entsprechende Verfahren für diese beiden Querschnittstypen ergänzt. In der Praxis existieren jedoch noch sehr wenige abschnittsweise dreistreifige Straßen. Für Planer von Überholabschnitten ergeben sich sehr viele Freiheitsgrade hinsichtlich Lage und Länge, sodass sich der Einsatz von Simulationswerkzeugen anbietet, um neben den Baukosten auch den Verkehrsablauf bei den gegebenen Trassierungsparametern zu optimieren. Ziel dieses Projekts ist es, am Markt verfügbare Simulationswerkzeuge hinsichtlich ihrer Eignung zur Simulation des Verkehrsablaufs an einbahnigen Landstraßen mit und ohne Überholfahrstreifen einschließlich Überholen in den Gegenverkehr zu überprüfen. Darauf aufbauend sollen Standardparameterkombinationen ermittelt werden, die eine hohe Übereinstimmung der Ergebnisse mit der Bemessung nach dem HBS gewährleisten.

Akzeptanz und Verkehrssicherheit des Radverkehrs im Mischverkehr mit Kraftfahrzeugen auf innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen (70.0907)
Empfehlungen in den technischen Regelwerken zum Radverkehr im innerörtlichen Mischverkehr mit Kraftfahrzeugen ohne Schutzstreifen basieren zurzeit meist auf Grundlage mengenmäßig unzureichend abgesicherter Untersuchungen. Offene Fragen sind weiterhin unter anderem: Unter welchen Umständen meiden Radfahrer die gesamte Straße oder die Fahrbahn durch illegale Gehwegnutzung?  Welche Querschnittsbreiten und Fahrstreifenaufteilungen sind unter Berücksichtigung der verkehrlichen Rahmenbedingungen für eine verträgliche Abwicklung des Radverkehrs im Mischverkehr geeignet? Wie ist das Überholverhalten bei verschiedenen engen, mittleren und weiten Querschnitten vergleichend zu bewerten? Was sind typische Unfallkonstellationen und welche Maßnahmen können diesen entgegenwirken? Die Erkenntnisse des Projekts sollen dazu beitragen, bestehende Hauptverkehrsstraßen für den Radverkehr sicherer zu machen.

Künftige Herausforderungen für den Entwurf von innerörtlichen Straßen (70.0926)
Ziel der Untersuchung ist es, Grundlagen für den Entwurf innerörtlicher Straßen im Sinne einer nachhaltigen Mobilität bereit zu stellen. Dazu sind die künftigen Herausforderungen, die sich aus sich verändernden Mobilitätsformen und insbesondere aus der zunehmenden Multimodalität für den innerörtlichen Straßenraum unter den verschiedenen Randbedingungen (beispielsweise Entwurfssituationen) entwickeln, differenziert zu analysieren und die Auswirkungen auf empfohlene Querschnitte und Entwurfselemente darzustellen. Hierbei sollen eine Analyse aktueller Beispiele aus der Praxis durchgeführt und die Stellungnahmen und Anmerkungen der Anwender der Richtlinien berücksichtigt werden. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen unmittelbar in die Fortschreibung der Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt) einfließen.

Einsatzkriterien und Gestaltungshinweise für außerörtliche Einmündungen und Kreuzungen (02.0373)
Eines der Hauptprobleme bei der Sicherheit von Landstraßen ist die Ausbildung von Knotenpunkten. Trotz der in jüngerer Vergangenheit durchgeführten Forschung zu Landstraßenknoten sind Fragen zu Einsatzkriterien für Lichtsignalanlagen und Dreiecksinseln offengeblieben. Ziel des Forschungsprojekts ist es, den Planern von Landstraßen konkrete Empfehlungen für den Einsatz und die Gestaltung von Einmündungen und Kreuzungen im Zuge von einbahnig zweistreifigen Landstraßen zu geben. Die unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten abzuleitenden Einsatzgrenzen sollen eine sinnvolle Planung außerörtlicher Einmündungen und Kreuzungen mit unterschiedlichen betrieblichen und entwurfstechnischen Ausgestaltungen nicht nur bei Neuplanungen, sondern auch im Bestandsnetz ermöglichen.

Aktuelle Hinweise zur Weiterentwicklung der Richtlinien für die Anlage von Autobahnen (RAA) (02.0393)
Im Jahr 2008 wurden die Richtlinien für die Anlage von Autobahnen (RAA) fertiggestellt und mit dem Allgemeinen Rundschreiben Straßenbau (ARS 07/2009) verbindlich eingeführt. Damit steht ein umfassendes Entwurfsregelwerk für Autobahnen zur Verfügung, welches die bis dahin gültigen, nach Querschnitt, Linienführung und Knotenpunkten sektoral gegliederten Richtlinien für anbaufreie Straßen dieses Straßentyps ersetzt. Seit der Veröffentlichung der RAA wurden mehrere Forschungsprojekte durchgeführt, deren Ergebnisse für die weitere Fortschreibung der RAA von Bedeutung sind. Ziel des vorliegenden Projekts ist es, die aus diesen Forschungsvorhaben generierten Erkenntnisse zusammenzustellen und aufzuarbeiten sowie mit den praktischen Erfahrungen der Straßenbauverwaltungen zu ergänzen. Dafür soll zunächst geprüft werden, wie sich diese Informationen in ein ergänzendes Hinweispapier zu den RAA integrieren lassen. Auf der Grundlage der Analyse abgeschlossener Forschungsarbeiten sind zudem zukünftige Entwurfsstrategien und/oder Themenfelder zu entwickeln und darzustellen, nach deren Abschluss bei systematischer Umsetzung eine grundlegende Überarbeitung der RAA ermöglicht wird.

Modelle-Seitenraumgestaltung-Landstraßen (6114015)
Im Rahmen des Projektes „Modelle für die Verkehrssicherheit von Landstraßenabschnitten unter besonderer Berücksichtigung der Seitenraumgestaltung“ sollen Modelle für Streckenabschnitte auf einbahnigen zweistreifigen Landstraßen unter der besonderen Berücksichtigung der Seitenraumgestaltung erstellt werden. Mit diesen sollen weitergehende Aussagen über die Verkehrssicherheit und das Unfallgeschehen abgeleitet werden können. Dabei soll eine detaillierte Analyse der Merkmale der Seitenraumgestaltung durchgeführt werden, die alle Straßenmerkmale berücksichtigt. Die Modelle können im Bestands-, Umbau-, Ausbau- und Neubauprozess der Straßeninfrastruktur impliziert werden. Damit können geeignete Maßnahmen zur Verringerung des Unfallrisikos im Bestand beziehungsweise besonders verkehrssichere Maßnahmen für Landstraßenabschnitte im Zusammenhang mit der Straßenraumgestaltung und der Seitenraumgestaltung entwickelt werden.

Monitoring zur Wirksamkeit von eingefrästen Rüttelstreifen (6111025)
Untersuchungen gehen davon aus, dass ungefähr ein Drittel aller tödlichen Unfälle auf Bundesautobahnen auf Müdigkeit und Unaufmerksamkeit zurückzuführen sind. Hier besteht jedoch eine hohe Dunkelziffer, da aufgrund meist nur schwacher Indizien ein Rückschluss auf Müdigkeit und Unaufmerksamkeit als Unfallursache möglich ist. Eine Möglichkeit zur Vermeidung von Verkehrsunfällen infolge Müdigkeit und Unaufmerksamkeit sind in den Seitenstreifen eingefräste Rüttelstreifen. Im Rahmen der Untersuchung zur "Sicherheitswirkung von eingefrästen Rüttelstreifen entlang der BAB A24" konnte gezeigt werden, dass sich durch eingefräste Rüttelstreifen der Anteil der Abkommensunfälle von der Fahrbahn nach rechts um 43 % verringert hat. Aufgrund dieses positiven Ergebnisses wurden Einsatzempfehlungen erarbeitet und darauf aufbauend geeignete Streckenabschnitte zum Fräsen der Rüttelstreifen deutschlandweit ermittelt. Für die nun festgelegten Streckenabschnitte soll eine Überprüfung erfolgen, ob sich das positive Ergebnis auf der BAB A 24 auch bei unterschiedlichen Randbedingungen erreichen lässt.