GSB 7.0 Standardlösung

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Straßenentwurf, Verkehrsablauf, Verkehrsregelung

Das Infrastruktursicherheitsverbesserungspotenzial (ISVP) – Ein geeigneter Verkehrssicherheitsindikator für die Straßeninfrastruktur? (82.0752)
Safety Performance Indicators (SPI) sind Kenngrößen, die neben den etablierten Unfall- und Unfallopferzahlen eine Änderung des Sicherheitsniveaus im Verkehrssystem gegebenenfalls besser erfassbar machen. Eine Einflussgröße auf die Verkehrssicherheit ist die Infrastruktur. Im Rahmen der Erarbeitung des Sicherheitsforschungsprogramms 2019 wurde für dieses Problemfeld bereits ein potenzieller Indikator identifiziert, mit dem versucht werden soll, das Ausmaß infrastruktureller Defizite zu quantifizieren. Das Infrastruktursicherheitsverbesserungspotenzial (ISVP) beschreibt dabei die Abweichungen von der allein auf Basis von Sicherheitsüberlegungen optimierten Gestaltung eines Netzelements (freie Strecke oder Knotenpunkt) und quantifiziert somit die infrastrukturellen Sicherheitsdefizite einer Straßenverkehrsanlage. Während sich mit dem ISVP ein SPI für die Infrastruktur somit theoretisch schon abzeichnet, ist vorrangiges Ziel des Projekts die Klärung, mit welchem Erhebungsdesign ein aussagekräftiges ISVP ermittelt werden kann. Da eine umfangreiche und aufwendige Erhebung der infrastrukturellen und verkehrlichen Randbedingungen sowie Segmentierung des Straßennetzes in einzelne Verkehrsanlagen erforderlich sind, kann eine netzweite und zudem auch noch vollständige Erfassung aller möglichen Defizite nicht mit einem vertretbaren Aufwand erfolgen. Offene Fragen bestehen daher insbesondere im Hinblick auf eine aussagekräftige Stichprobe oder auch die Frage, welche infrastrukturellen Merkmale oder Defizite bei der Ermittlung des ISVP Berücksichtigung finden sollten. Im Rahmen des Projekts soll nach Klärung der Fragen zum Erhebungsdesign zudem pilothaft für ein (außerörtliches) Teilnetz ein ISVP ermittelt werden, um die Praxistauglichkeit nachweisen zu können.

Rückwärtsparkende Lkw auf Rastanlagen – Ein Beitrag zur effizienteren Flächennutzung? (02.0435)
Der anhaltende Anstieg des Güterverkehrs sowie die Lenk- und Ruhezeitverordnungen führen zu einer erheblichen Nachfrage an Lkw-Abstellmöglichkeiten entlang der Autobahnen in den Nachtstunden. Um die hohe Parkraumnachfrage an Rastanlagen zu decken, sind neben Neu-, Um- und Ausbauvorhaben weitere Optimierungsmaßnahmen notwendig. Im Rahmen dieses Projekts soll geklärt werden, ob das Rückwärtsparken von Lkw auf Rastanlagen eine geeignete Möglichkeit darstellt, die vorhandenen oder neu zu errichtenden Parkflächen flächensparender zu nutzen oder Lkw-Abstellmöglichkeiten bei stark begrenzter Flächenverfügbarkeit anzubieten. So können beim Rückwärtsparken von Lkw zusätzliche Fahrgassen, die für konventionelle Parkbereiche zum Verlassen der Parkstände notwendig sind, eingespart und die so gewonnenen Freiflächen anderweitig genutzt werden. Um Erkenntnisse zur verkehrlichen Umsetzbarkeit und zu geeigneten Entwurfsparametern zu erhalten, werden unter anderem Unfallanalysen, Verhaltens- und Konfliktbeobachtungen sowie Untersuchungen zum Verkehrsablauf und zum Flächeneinsparpotential auf Bestands- sowie Pilotanlagen durchgeführt. Im Ergebnis sollen Empfehlungen zum Rückwärtsparken von Lkw an Rastanlagen erarbeitet werden, die für eine Fortschreibung der „Empfehlungen für Rastanlagen an Straßen“ (ERS) genutzt werden können.

Internationale „Safety Review Tools“ – Wie können die vorliegenden internationalen Erkenntnisse für Deutschland genutzt oder nutzbar gemacht werden?! (03.0607)
National wie international gibt es das Bestreben, die Verkehrssicherheitsarbeit zu verbessern und Handelnde sowie Verantwortliche mittels innovativer Werkzeuge zu unterstützen, um effiziente, aber vor allem auch effektive Maßnahmen zielgerichtet zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auswählen, begründen und umsetzen zu können. Die Anzahl solcher Werkzeuge ist im internationalen Raum auf eine beträchtliche Zahl angestiegen. In Deutschland finden diese Werkzeuge und Ergebnisse jedoch kaum Beachtung. Ursachen liegen zum einen in der fehlenden Bekanntheit und an Sprachbarrieren. Zum anderen wird die fehlende Übertragbarkeit von internationalen Erkenntnissen auf deutsche Gestaltungen oder Verkehrsverhältnisse als Hindernisgrund angesehen. Ziel des Forschungsprojekts ist es, die internationalen Werkzeuge zu sichten, für die nationale Fachwelt zu beschreiben und im Hinblick auf eine nationale Übertragbarkeit (Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene) zu bewerten. Es gilt die Zielgruppen der international anwendenden Personen zu analysieren sowie die möglichen Anwender in Deutschland und ihre derzeitigen Werkzeuge zu erfassen und zu dokumentieren. Zudem sollen die Werkzeuge und Datenbanken insbesondere dahingehend evaluiert werden, welche Potenziale und Möglichkeiten der nationalen Anwendung bestehen. Im Ergebnis sollen nach Möglichkeit konkrete Umsetzungsempfehlungen gegeben und noch offenen Fragen und/oder notwendigen Schritte aufgezeigt werden, was konkret getan werden muss, damit das volle Potenzial der internationalen Werkzeuge in Deutschland ausgeschöpft werden kann.

Verfahren für die Engpass- und Mängelanalyse im städtischen Hauptverkehrsstraßennetz (77.0516)
Die Qualität des Verkehrsablaufs in Städten wird von der Gestaltung des Verkehrswegenetzes, der Verkehrsregelung/-steuerung und der Verkehrsnachfrage beeinflusst. Die hohe Verkehrsnachfrage in der Hauptverkehrszeit führt in vielen Städten zu einer Überlastung der Knotenpunkte. Folge des Rückstaus sind Zeitverluste und Stopp & Go-Verkehr, der zu erhöhten Emissionen führt. Aufgabe des Projekts ist es, ein Verfahren zu entwickeln, das unter Nutzung allgemein zugänglicher, kommerzieller Fahrtzeitdaten Engpässe im Netz lokalisiert und Mängelursachen identifiziert. Die Bewertung der Mängel soll mit den Ansätzen der „Richtlinien für die integrierte Netzgestaltung“ (RIN) (2008) und des „Handbuchs für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen“ (HBS) (2015) erfolgen. Durch die zunehmende Verfügbarkeit von Floating Car Data (FCD) ergeben sich alternative Möglichkeiten zur Beurteilung der Angebotsqualität und zu Engpassanalysen in städtischen Straßennetzen. Ziel des Projekts ist es aufzuzeigen, wie die Datenquelle FCD für eine Engpassanalyse genutzt werden kann. Die Ergebnisse sollen eine effizientere und praxistauglichere Möglichkeit zur Überprüfung der Erreichbarkeitsziele gemäß den RIN ermöglichen und eine Ergänzung der bisher im HBS beschriebenen Verfahren für Netzabschnitte bieten.

Auswirkungen des Einsatzes von Lang-Lkw vom Typ 1 (18.0027)
Da die am eigentlichen Feldversuch mit Lang-Lkw (2012-2016) teilnehmende Anzahl von Lang-Lkw des Typs 1 (verlängertes Sattelkraftfahrzeug) sehr gering war, konnten für diesen Typ nicht alle Fragen bis Ende des fünfjährigen Feldversuchs beantwortet werden. Im Rahmen des vorliegenden Projekts sollen nun die noch offenen Fragen zum Einsatz von Lang-Lkw vom Typ 1 behandelt werden: Einschätzung des Marktpotenzials und darauf aufbauend die möglichen Verkehrsnachfragewirkungen durch Lang-Lkw vom Typ 1, Befahrbarkeit von Straßenverkehrsanlagen sowie möglichen Auswirkungen auf die Straßenbeanspruchung oder die sicherheitstechnische Ausstattung von Straßentunneln.

Einsatzempfehlungen für Lkw-Überholverbote an Bundesautobahnen (03.0577)
Die Straßenverkehrs-Ordnung ermöglicht in der Regel nur eine situationsangepasste Anordnung von Verkehrsbeschränkungen insbesondere an unfallträchtigen Streckenabschnitten. Seit 2009 ist die Anordnung von Lkw-Überholverboten auch auf längeren Strecken erleichtert, wenn durch einen stark gestörten Verkehrsfluss eine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit erwartet werden kann. Ziel des vorliegenden Projekts ist es zu prüfen, ob veränderte Randbedingungen und neue Erkenntnisse zu einer veränderten Bewertung der Anordnungsempfehlungen führen. Dazu sollen anhand empirischer Untersuchungen des Verkehrsablaufs und Simulationsstudien sowie einer anschließenden volkswirtschaftliche Bewertung der Auswirkungen auf den Verkehrsablauf bundesweit anwendbare Kriterien und Empfehlungen für die über die Betrachtung von Unfallauffälligkeiten hinausgehende situative Anordnung von Lkw-Überholverboten auf Autobahnen einschließlich ihrer räumlichen Ausdehnung abgeleitet werden.

Wirkung von Fahrstreifenbegrenzungen an Einfahrten von Autobahnen auf das Fahrverhalten und auf die Verkehrssicherheit (02.0433)
Im Forschungsvorhaben sollen bereits realisierte Lösungen von Fahrstreifenbegrenzungen (Zeichen 295 und 296, nach links und nach rechts) im Bereich von Einfahrten an Autobahnen hinsichtlich deren Wirkung auf das Fahrverhalten, die Verkehrssicherheit und den Verkehrsablauf untersucht werden. Auch soll in Erfahrung gebracht werden, mit welcher Intention die Maßnahme an den jeweiligen Stellen eingesetzt wurde. Im Ergebnis sollen Empfehlungen abgeleitet werden, unter welchen infrastrukturellen und verkehrlichen Randbedingungen sowie mit welchen flankierenden Verkehrsregelungen (Tempolimit, Lkw-Überholverbot) diese Arten der Markierung im Bereich von Einfahrten auf Autobahnen einen positiven Effekt auf die Verkehrssicherheit und den Verkehrsablauf haben. Neben dem Einfahrtbereich selbst sollen die Auswirkungen der Maßnahme auch am Beginn der Fahrstreifenbegrenzung in die Untersuchung einbezogen werden. Die erarbeiteten Empfehlungen dienen der Aktualisierung der Richtlinien für die Anlage von Autobahnen (RAA) und der Richtlinien für die Markierung von Straßen (RMS) im Sinne einer verkehrssicheren und leistungsfähigen Infrastruktur.

Verflechtungsstrecken zwischen Knotenpunkten an Autobahnen (03.0561)
Ziel der Untersuchung ist die Entwicklung und Kalibrierung eines analytischen Bemessungsverfahrens für Verflechtungsstrecken zwischen dicht aufeinander folgenden Knotenpunkten an Autobahnen für die Aufnahme in das Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen (HBS). Außerdem ist die Eignung des im Auftrag der BASt entwickelten makroskopischen Software-Tools „Deutsches FREEVAL“ zu prüfen. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen zum Verkehrsablauf sollen darüber hinaus anhand einer Verkehrssicherheitsanalyse Empfehlungen für die Fahrstreifenanordnung und Markierung von Verflechtungsstrecken in Kombination mit der Wegweisung erarbeitet werden. Diese sollen für die Aufnahme in die Richtlinien für die Anlage von Autobahnen (RAA) sowie die relevanten Regelwerke für Markierung und Beschilderung (RMS und RWBA) aufbereitet werden.

Technische und rechtliche Rahmenbedingungen für Werbung auf Rastanlagen (SV.0014 )
Der Rechnungsprüfungsausschuss des Deutschen Bundestages hat die Bundesregierung aufgefordert, zu untersuchen, ob und wie die Verkehrsflächen von Rastanlagen auf Bundesfernstraßen sowie den Mitfahrerparkplätzen für Werbemaßnahmen genutzt werden können – ohne die Verkehrssicherheit zu beeinträchtigen. Insbesondere eine Störung oder Ablenkung der Fahrzeugführenden von der sicheren Wahrnehmung der Fahraufgabe muss dabei in jedem Fall unterbleiben – beispielsweise durch eine Beeinträchtigung von Sichtbeziehungen, Blendung, Ablenkung oder Beeinträchtigung der Orientierung. Auch die Funktionstüchtigkeit und Erholungsfunktion der Rastanlagen ist zu berücksichtigen. Im Rahmen des Projekts soll eine Machbarkeitsstudie zu den grundlegenden technischen und rechtlichen Aspekten von Werbemaßnahmen auf Rastanlagen sowie den Mitfahrerparkplätzen durchgeführt werden.

Verfahren zur Ermittlung der maßgebenden Verkehrsnachfrage für die Planung und Bemessung von Straßen (01.0203)
Aufgabe der Bemessung im Rahmen des Neu-, Um- und Ausbaus von Straßen ist der Nachweis, dass und mit welcher Qualität die auf einer Straßenverkehrsanlage zu erwartende Verkehrsnachfrage abgewickelt werden kann. Mit der Einführung des Handbuchs für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen (HBS) wurde auch eine Standardisierung der den Verfahren zugrunde liegenden Verkehrsnachfrage in der Weise vorgenommen, dass die Verkehrsstärke der n-ten höchstbelasteten Stunde als Bemessungsverkehrsstärke definiert wurde. Aus der neuen Vorgehensweise resultieren höhere Anforderungen an das Vorhandensein, die Qualität und die Auswertung von Verkehrsdaten. Ziel dieses Projekts ist es, verschiedene Ansätze zur Schätzung der Verkehrsnachfrage der n-ten Stunde beziehungsweise zur Ermittlung einer als maßgebend erachteten Verkehrsnachfrage für die Bemessung vergleichend gegenüberzustellen und zu bewerten.

Aktualisierung der Berechnungsverfahren zur Kapazität von Kreisverkehren (02.0425)
Ziel des Projektes ist es, die bisher geltenden Berechnungsverfahren zur Kapazität von Kreisverkehren zu aktualisieren und offene Fragen zu beantworten. Die geltenden Verfahren beruhen auf Kenntnissen aus mehreren Forschungsprojekten aus den frühen 1990er Jahren. Mittlerweile haben Kreisverkehre in der Verkehrsplanung eine erhebliche Bedeutung erlangt. Ihr Bestand in Deutschland wird auf rund 15.000 geschätzt und es werden regelmäßig weitere neue Kreisverkehre geplant. Zu untersuchen sind unter anderem die Auswirkung von Fußgängern und Radfahrern auf das Leistungsvermögen der Kreisverkehrszufahrten sowie die Bedeutung des aus dem Kreis ausfahrenden Verkehrs für die Kapazität der benachbarten Zufahrt. Bei der Abwägung zwischen verschiedenen Grundformen eines Knotenpunktes ist deren Kapazität das entscheidende Kriterium. Durch die Präzisierung und Aktualisierung der Kenntnisse auf diesem Gebiet sollen Fehlentscheidungen bei der Planung von Knotenpunkten vermieden werden.

Barrierefreie Gestaltung von Querungsanlagen an Ortsdurchfahrten von Bundesfernstraßen (02.0406)
Die Sicherung der Mobilität und die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen stellt als Teil der Daseinsvorsorge eine wesentliche Herausforderung des demografischen Wandels dar. Angesichts der im Alter zunehmenden Bedeutung des Fußverkehrs und der Berücksichtigung der Belange von Menschen mit sensorischen oder körperlichen Einschränkungen hat eine barrierefreie Verkehrsraumgestaltung eine hohe Relevanz für eine gesellschaftliche erwünschte, selbstständige Mobilität. Im Rahmen des Projekts soll eine einheitliche Querungsstelle in Form einer Rampe in Kombination mit Bodenindikatoren untersucht und als Standardbauweise in die technischen Regelwerke aufgenommen werden. Zudem sollen insgesamt unterschiedliche Formen von in der Praxis umgesetzten Querungsanlagen analysiert und bewertet werden. Ziel ist, die Einsatzbedingungen der unterschiedlichen Querungsanlagen nach spezifischen örtlichen Merkmalen zu bestimmen. Im Ergebnis ist anhand einer Übersicht zu verdeutlichen, wann welche Anlagenform einzusetzen ist. Neben der besonderen Gestaltung der Querungsanlagen spielen visuelle Kontraste für Menschen mit Sehbehinderungen eine entscheidende Rolle, um sich selbstständig im öffentlichen Raum bewegen zu können. Hierbei sollen bereits umgesetzte Lösungen betrachtet werden, sodass eine Fortschreibung der technischen Regelwerke möglich wird.

proFUND (6117001)
Der Ausbau- und Erneuerungsbedarf des deutschen Autobahnnetzes erfordert auch zukünftig die Einrichtung von zahlreichen Baustellen. Der umfassenden Information der Verkehrsteilnehmer über gegenwärtige sowie zukünftige Baustellen kommt daher eine hohe Bedeutung zu. Das Baustelleninformationssystem der Bundes und der Länder verfolgt diesen Ansatz bereits, verfügt bislang aber über keine einheitliche und qualitätsgesicherte Datengrundlage. Ziel des Projekts ist es, den Umfang und die Aktualität der bisherigen Baustellenmeldungen zu prüfen. Die Verkehrsteilnehmer haben hierfür die Möglichkeit, die von ihnen befahrenen Baustellen zu bewerten. Dies lässt zum einen eine Bewertung der Baustellenmeldung und zum anderen eine Bewertung der wahrgenommenen Baustellenqualität zu. Durch den Vergleich der Baustellenmeldungen und der Nutzerbewertung können Bundesländer ihr Informationsmanagement zukünftig gezielter an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen. Außerdem sollen durch die Kombination von statistischen Erhebungen (Floating Car Data) und Feldtests Baustellenmerkmale identifiziert und klassifiziert werden, welche den Verkehrsablauf und die Nutzerwahrnehmung in besonderem Maße negativ beeinflussen. Dies hat zum Ziel die Gestaltung von zukünftigen Baustellen nachhaltig zu verbessern.

Aspekte für die temporäre Seitenstreifennutzung auf Autobahnen (02.0367)
Seitenstreifen haben eine große Bedeutung für den Verkehrsablauf und die Verkehrssicherheit und sind damit ein unverzichtbarer Bestandteil von Autobahnen. Nur in Ausnahmefällen sehen deshalb die Richtlinien für die Anlage von Autobahnen vor, den Seitenstreifen zeitlich befristet umzunutzen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn die vorhandenen Verkehrsstärken wiederholt über der Kapazitätsgrenze des Autobahnabschnittes liegen und Staus oder schwere Verkehrsstörungen auftreten. Das Ziel der Forschungsarbeit ist es, maßgebende Aspekte zum Einsatz temporärer Seitenstreifenfreigaben zusammenzutragen und daraus Empfehlungen für deren Planung, Entwurf und gegebenenfalls Betrieb auf Autobahnen abzuleiten, sodass die Anwendung in der Praxis zukünftig nach einheitlichen Standards sicher, leistungsfähig und wirtschaftlich erfolgen kann. Hierbei werden auch Anlagen zur temporären Seitenstreifenfreigabe in Verbindung mit Streckenbeeinflussungsanlagen und in Kombination mit komplexen Ein- Und Ausfahrttypen berücksichtigt.

HBS-konforme Simulation des Verkehrsablaufs auf einbahnigen Landstraßen (02.0418)
Mit der Einführung der Richtlinien für die Anlage von Landstraßen werden im Bereich der Bundesfernstraßen aus Gründen der Verkehrssicherheit vermehrt Überholfahrstreifen entweder durchgängig oder abschnittsweise geplant werden. Im Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen (HBS), Ausgabe 2015, wurden ebenfalls entsprechende Verfahren für diese beiden Querschnittstypen ergänzt. In der Praxis existieren jedoch noch sehr wenige abschnittsweise dreistreifige Straßen. Für Planer von Überholabschnitten ergeben sich sehr viele Freiheitsgrade hinsichtlich Lage und Länge, sodass sich der Einsatz von Simulationswerkzeugen anbietet, um neben den Baukosten auch den Verkehrsablauf bei den gegebenen Trassierungsparametern zu optimieren. Ziel dieses Projekts ist es, am Markt verfügbare Simulationswerkzeuge hinsichtlich ihrer Eignung zur Simulation des Verkehrsablaufs an einbahnigen Landstraßen mit und ohne Überholfahrstreifen einschließlich Überholen in den Gegenverkehr zu überprüfen. Darauf aufbauend sollen Standardparameterkombinationen ermittelt werden, die eine hohe Übereinstimmung der Ergebnisse mit der Bemessung nach dem HBS gewährleisten.

Künftige Herausforderungen für den Entwurf von innerörtlichen Straßen (70.0926)
Ziel der Untersuchung ist es, Grundlagen für den Entwurf innerörtlicher Straßen im Sinne einer nachhaltigen Mobilität bereit zu stellen. Dazu sind die künftigen Herausforderungen, die sich aus sich verändernden Mobilitätsformen und insbesondere aus der zunehmenden Multimodalität für den innerörtlichen Straßenraum unter den verschiedenen Randbedingungen (beispielsweise Entwurfssituationen) entwickeln, differenziert zu analysieren und die Auswirkungen auf empfohlene Querschnitte und Entwurfselemente darzustellen. Hierbei sollen eine Analyse aktueller Beispiele aus der Praxis durchgeführt und die Stellungnahmen und Anmerkungen der Anwender der Richtlinien berücksichtigt werden. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen unmittelbar in die Fortschreibung der Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt) einfließen.

Einsatzkriterien und Gestaltungshinweise für außerörtliche Einmündungen und Kreuzungen (02.0373)
Eines der Hauptprobleme bei der Sicherheit von Landstraßen ist die Ausbildung von Knotenpunkten. Trotz der in jüngerer Vergangenheit durchgeführten Forschung zu Landstraßenknoten sind Fragen zu Einsatzkriterien für Lichtsignalanlagen und Dreiecksinseln offengeblieben. Ziel des Forschungsprojekts ist es, den Planern von Landstraßen konkrete Empfehlungen für den Einsatz und die Gestaltung von Einmündungen und Kreuzungen im Zuge von einbahnig zweistreifigen Landstraßen zu geben. Die unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten abzuleitenden Einsatzgrenzen sollen eine sinnvolle Planung außerörtlicher Einmündungen und Kreuzungen mit unterschiedlichen betrieblichen und entwurfstechnischen Ausgestaltungen nicht nur bei Neuplanungen, sondern auch im Bestandsnetz ermöglichen.

Aktuelle Hinweise zur Weiterentwicklung der Richtlinien für die Anlage von Autobahnen (RAA) (02.0393)
Im Jahr 2008 wurden die Richtlinien für die Anlage von Autobahnen (RAA) fertiggestellt und mit dem Allgemeinen Rundschreiben Straßenbau (ARS 07/2009) verbindlich eingeführt. Damit steht ein umfassendes Entwurfsregelwerk für Autobahnen zur Verfügung, welches die bis dahin gültigen, nach Querschnitt, Linienführung und Knotenpunkten sektoral gegliederten Richtlinien für anbaufreie Straßen dieses Straßentyps ersetzt. Seit der Veröffentlichung der RAA wurden mehrere Forschungsprojekte durchgeführt, deren Ergebnisse für die weitere Fortschreibung der RAA von Bedeutung sind. Ziel des vorliegenden Projekts ist es, die aus diesen Forschungsvorhaben generierten Erkenntnisse zusammenzustellen und aufzuarbeiten sowie mit den praktischen Erfahrungen der Straßenbauverwaltungen zu ergänzen. Dafür soll zunächst geprüft werden, wie sich diese Informationen in ein ergänzendes Hinweispapier zu den RAA integrieren lassen. Auf der Grundlage der Analyse abgeschlossener Forschungsarbeiten sind zudem zukünftige Entwurfsstrategien und/oder Themenfelder zu entwickeln und darzustellen, nach deren Abschluss bei systematischer Umsetzung eine grundlegende Überarbeitung der RAA ermöglicht wird.

Modelle-Seitenraumgestaltung-Landstraßen (6114015)
Im Rahmen des Projektes „Modelle für die Verkehrssicherheit von Landstraßenabschnitten unter besonderer Berücksichtigung der Seitenraumgestaltung“ sollen Modelle für Streckenabschnitte auf einbahnigen zweistreifigen Landstraßen unter der besonderen Berücksichtigung der Seitenraumgestaltung erstellt werden. Mit diesen sollen weitergehende Aussagen über die Verkehrssicherheit und das Unfallgeschehen abgeleitet werden können. Dabei soll eine detaillierte Analyse der Merkmale der Seitenraumgestaltung durchgeführt werden, die alle Straßenmerkmale berücksichtigt. Die Modelle können im Bestands-, Umbau-, Ausbau- und Neubauprozess der Straßeninfrastruktur impliziert werden. Damit können geeignete Maßnahmen zur Verringerung des Unfallrisikos im Bestand beziehungsweise besonders verkehrssichere Maßnahmen für Landstraßenabschnitte im Zusammenhang mit der Straßenraumgestaltung und der Seitenraumgestaltung entwickelt werden.

Monitoring zur Wirksamkeit von eingefrästen Rüttelstreifen (6111025)
Untersuchungen gehen davon aus, dass ungefähr ein Drittel aller tödlichen Unfälle auf Bundesautobahnen auf Müdigkeit und Unaufmerksamkeit zurückzuführen sind. Hier besteht jedoch eine hohe Dunkelziffer, da aufgrund meist nur schwacher Indizien ein Rückschluss auf Müdigkeit und Unaufmerksamkeit als Unfallursache möglich ist. Eine Möglichkeit zur Vermeidung von Verkehrsunfällen infolge Müdigkeit und Unaufmerksamkeit sind in den Seitenstreifen eingefräste Rüttelstreifen. Im Rahmen der Untersuchung zur "Sicherheitswirkung von eingefrästen Rüttelstreifen entlang der BAB A24" konnte gezeigt werden, dass sich durch eingefräste Rüttelstreifen der Anteil der Abkommensunfälle von der Fahrbahn nach rechts um 43 % verringert hat. Aufgrund dieses positiven Ergebnisses wurden Einsatzempfehlungen erarbeitet und darauf aufbauend geeignete Streckenabschnitte zum Fräsen der Rüttelstreifen deutschlandweit ermittelt. Für die nun festgelegten Streckenabschnitte soll eine Überprüfung erfolgen, ob sich das positive Ergebnis auf der BAB A 24 auch bei unterschiedlichen Randbedingungen erreichen lässt.