GSB 7.0 Standardlösung

HinweisCookies

Diese Webseite verwendet Cookies. Diese dienen der Zwischenspeicherung bei Bestell- oder Anmeldevorgängen. Nicht erfasst werden Daten wie Nutzungshäufigkeit oder Verhaltensweisen. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Datenschutz.

OK

Riskante Begegnungen auf dem Radweg

28.10.2015, Nr.: 24/2015

Wer einen Radweg in der falschen Richtung benutzt, fährt gefährlich. Erhöhte Gefahr droht jedoch auch auf Radverkehrsanlagen, die für beide Richtungen freigegeben sind. Das belegt eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zum Verhalten von Radfahrern und Autofahrern auf Zweirichtungsradwegen und zur Gefährdung der Radfahrer auf diesen Wegen.

Das Foto zeigt das Verkehrszeichen 1000-32 Kreuzender Radverkehr von links und rechts Riskante Begegnungen auf dem Radweg Auf Radwegen im Zweirichtungsverkehr sollten Radfahrende beim Linksfahren Einmündungen und Grundstückszufahrten mit großer Aufmerksamkeit passieren - einbiegende Autofahrer müssen auf den Radverkehr von rechts und links achten (Bild: BASt)

Wer einen Radweg regelwidrig in entgegengesetzter Richtung benutzt, fährt gefährlich. Dabei sind Einmündungen und Grundstückszufahrten die kritischen Bereiche. Einbiegende Kraftfahrer rechnen nicht mit Radfahrern aus der falschen Richtung.

Radfahrer, die einen für beide Richtungen freigegebenen Radweg benutzen, sollten sich darauf verlassen können, dass ihnen größere Aufmerksamkeit zuteilwird. Eine Untersuchung der BASt nahm jetzt das Verhalten gegenüber Radfahrern auf Zweirichtungsradwegen unter die Lupe.

Die Forscher verglichen dabei das Verkehrsverhalten auf Radverkehrsanlagen mit Zweirichtungsbetrieb mit dem an Straßen mit Einrichtungsradwegen auf beiden Seiten. Verkehrszählungen und Verhaltensbeobachtungen flossen ebenso in die Erhebung ein wie Unfallanalysen. Verkehrsbeobachtungen an Einmündungen und verkehrsreichen Grundstückszufahrten dokumentierten das Orientierungsverhalten von Auto- und Radfahrern. Ermittelt wurden die gefahrenen Geschwindigkeiten von Radfahrern beider Fahrtrichtungen sowie das Zustandekommen kritischer Situationen.

Ergebnis der Beobachtungen: Zahlreiche einbiegende Kraftfahrzeuge fahren nicht mit der nötigen Sorgfalt bezüglich Bremsverhalten und Blickkontakt auf Einmündungen und Grundstückszufahrten zu. Ungünstige Sichtverhältnisse verstärken das Problem. Auch den Radfahrenden selbst fehlt das Bewusstsein für die Risiken in Einmündungsbereichen.

Die Analyse zeigt, dass viele Radfahrer den Zweirichtungsradweg in linker Richtung nutzen, jedoch auch viele bei Einrichtungsradwegen unerlaubt links fahren. Die durchschnittliche Unfallrate des regelwidrig linksfahrenden Radverkehrs auf Einrichtungsradwegen ist etwa doppelt so hoch wie für den linken Radverkehr bei Zweirichtungsanlagen.

Die Untersuchung der BASt kommt zu dem Schluss, dass innerörtliche Radwege in Gegenrichtung nur in Ausnahmefällen freigegeben werden sollten. Ausreichende Sichtbeziehungen müssen  grundsätzlich eingehalten werden. Mit zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen wie Piktogrammen beziehungsweise Sinnbildern mit Richtungspfeilen für den Radverkehr, Roteinfärbung der Radverkehrsfurt und insbesondere baulichen Maßnahmen - zum Beispiel Radwegüberfahrten mit fahrdynamisch wirksamen Rampensteinen - lässt sich ein spürbarer Sicherheitsgewinn erzielen.

Besonders wichtig aber ist, Radfahrende für die drohenden Gefahren des Linksfahrens zu sensibilisieren. Denn wer die Risiken kennt, kommt nicht so schnell in Gefahrensituationen.

Weitere Informationen

  • Forschung kompakt 17/2015 und
  • Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Heft V 261

Abdruck honorarfrei – Belegexemplar erbeten.

  • Kontakt

    Bundesanstalt für Straßenwesen
    Brüderstraße 53
    51427 Bergisch Gladbach
    Pressestelle
    Telefon 02204 43-9110
    Telefax 02204 43-1350
    Kontaktformular

  • Presse und Medien

    Dieser Kontakt ist Vertreterinnen und Vertretern der Presse und Medien vorbehalten.
    Für alle anderen Anfragen wenden Sie sich bitte an 02204 43-0.

  • Presse-Abo

    Falls Sie in den Presseverteiler der BASt aufgenommen werden möchten, teilen Sie uns bitte Ihre Kontaktdaten mit: Bestellformular.