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Strategien zur Prävention und Versorgung von Schädelhirnverletzungen im Straßenverkehr

14.10.2015, Nr.: 22/2015

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Deutschland sinkt, doch noch immer erleiden etwa 70.000 Unfallopfer pro Jahr eine Schädelhirnverletzung im Straßenverkehr. Mit dem Ziel, die Unfallzahlen in Deutschland weiter zu verringern und neue Wege zur Versorgung von Verkehrsunfallopfern mit Kopfverletzungen zu erarbeiten, trafen sich Fachleute aus ganz Deutschland auf Einladung der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch Gladbach.

Das Foto zeigt Herrn Barthle, Frau Lüngen, Herrn Rickels und Herrn Seeck. Strategien zur Prävention und Versorgung von Schädelhirnverletzungen im Straßenverkehr Bei der ZNS/BASt-Sicherheitskonferenz überbrachte Norbert Barthle (links), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Grußworte von Minister Dobrindt; neben ihm Helga Lüngen, Geschäftsführerin ZNS, Prof. Dr. Eckhard Rickels, Sitzungspräsident ZNS und Andre Seeck, BASt-Abteilungsleiter Fahrzeugtechnik (Bild: BASt)

Am 8. und 9. Oktober 2015 fand die 5. Sicherheitskonferenz der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung in Kooperation mit der BASt in deren Räumen statt. Zentrales Thema der Konferenz-Reihe ist das Erarbeiten von Strategien zur Prävention und Versorgung von Schädelhirnverletzungen. Die Schirmherrschaft übernahm Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Vertreten wurde er durch seinen Parlamentarischen Staatssekretär Norbert Barthle, der in seinem Grußwort die Arbeit der Organisationen würdigte: „Eine wesentliche Aufgabe der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung ist die Präventionsarbeit. Gemeinsames Ziel der Konferenz und des Bundesverkehrsministeriums in Zusammenarbeit mit der BASt ist es, Unfallzahlen und Verkehrsrisiken zu senken – durch bauliche Maßnahmen an der Infrastruktur, stetige Verbesserung der Fahrzeugtechnik und durch Aufklärung der Verkehrsteilnehmer. Dies bleibt eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe, weshalb ich mich sehr freue, dass bei dieser Konferenz Vertreter von Wissenschaft und Praxis miteinander diskutieren. Nur gemeinsam können wir für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen.

Unabhängiges Traumamanagement gefordert

Fachleute aus den Bereichen Unfallprävention, Opferschutz, Medizin und Rehabilitation sowie Institutionen, Verbände und Kostenträger diskutierten während dieser in ihrer Art einzigartigen Konferenz Defizite in der Schadenregulierung der Deutschen Krafthaftpflichtversicherer. Immer noch werden Prozesse über Jahre verschleppt, was die Unfallopfer neben ihren physischen und psychischen Unfallfolgen mit extremen finanziellen Belastungen konfrontiert. Diskutiert wurde die Forderung nach einem Strafzins bei nicht zeit- und fristgerechter Schadenregulierung, wie es beispielsweise in Italien üblich ist.

Ein generelles flächendeckendes und vor allem unabhängiges Traumamanagement würde den Unfallopfern und deren Familien zusätzliches Leid ersparen und wird daher von den Experten vehement eingefordert. Dazu gehöre auch der Appell an das Klinikpersonal, bei den Patienten bereits frühzeitig auf psychischen Auswirkungen des Unfallgeschehens zu achten. Auch wenn kein Blut fließt, können die psychischen Belastungen extrem sein.

Helmträger erleiden seltener schwere Verletzungen

Die Folgen einer Schädelhirnverletzung reichen von Beeinträchtigungen in der Konzentration, Wahrnehmung und Reaktion über den Verlust der Bewegung, Sprache oder des Gedächtnisses. 270.000 Menschen erleiden jedes Jahr ein solches Schicksal, aber betroffen ist immer die ganze Familie, die dadurch nicht selten in eine soziale Isolation rutscht“, so Prof. Eckhard Rickels, Sitzungspräsident der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Getöteten im Straßenverkehr. Strategien zur Prävention und Versorgung von Schädelhirnverletzungen im Straßenverkehr Entwicklung der Zahl der im Straßenverkehr Getöteten von 1953 bis 2014 (Bild: BASt)

Die deutliche Reduktion der Zahl von Verkehrstoten und Schwerstverletzten in den vergangenen Jahren ist zu einem großen Teil der verbesserten integralen Fahrzeugsicherheit zuzuschreiben. Im Bereich der Zweiradnutzer fällt diese Reduktion vergleichsweise geringer aus und das Risiko im Straßenverkehr verletzt zu werden, ist dementsprechend höher. „Zwei Drittel aller fahrradfahrenden Kinder zwischen sechs und zehn Jahren tragen mittlerweile einen Helm. Mit zunehmenden Alter nimmt die Bereitschaft einen Helm zu tragen allerdings ab, hier ist also noch Aufklärungsarbeit zu leisten“, so Andre Seeck, Vortragender und Leiter der Abteilung Fahrzeugtechnik der BASt. Der Appell der diskutierenden Experten: Auf allen Darstellungen und Fotos mit Fahrradfahrenden immer Personen aller Altersgruppen mit einem geeigneten Fahrradhelm zeigen, um den Schritt von der Rationalität in die emotionale Akzeptanz des Helmtragens zu fördern.

Abdruck honorarfrei – Belegexemplar erbeten.

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